
Dieser wuchtige Grünsandstein erinnert an den seligen Kardinal von Galen.
Mein Denkmal und ich (223) - Das Galen-Denkmal in Wadersloh
Eine wuchtige Mahnung
Wadersloh. "Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen." Diesen Satz aus der Apostelgeschichte hat Clemens August Kardinal von Galen geprägt, der durch seine couragierten Predigten die systematische Ermordung behinderter Menschen durch die Nazis anprangerte. Identifizieren kann sich damit auch Hans-Josef Kellner. Der Wadersloher war lange erster Vorsitzender des örtlichen Heimatvereins. Auf sein Bestreben hin wurde dem Bischof an der Kardinal-von-Galen Straße ein Denkmal gesetzt.
Fünf Jahre zuvor – im Jahr der Seligsprechung des Bischofs – hatte er mit der Idee im Heimatverein offene Türen gefunden. Immerhin hatte von Galen am 24. Juli 1935, also vor 75 Jahren, in der Margaretenkirche 409 Kindern die Firmung gespendet. "Nachdem die Nazis bei dem Geistlichen auf Granit gebissen hatten, sollte das Mahnmal aus demselben Material sein", erinnert Kellner sich.
Hans-Josef Kellner, Wadersloh. |
Geeignet dafür erschien ein Findling, der auf einem Hof in Wadersloh lag – ein Relikt der letzten Eiszeit. Als sich diese Idee zerschlug, beauftragte der Heimatverein Michele Zopp. Die Bildhauerin wählte einen rechteckigen Grünsandstein aus, auf dessen Vorderseite sie ein schlichtes Bildnis des Geistlichen einarbeitete und darunter sein berühmtes Bibel-Zitat.
Gesegnet wurde das Denkmal vor einem Monat, am 26. Juni, von Pastor Ralph Forthaus im Beisein seines evangelischen Amtskollegen Pastor Thomas Ehrenberg. Anlässlich der Segnung lud der Heimatverein zu einem Straßenfest ein, um die Wadersloher "bei der Aktion mitzunehmen", erzählt Hans-Josef Kellner. "Denk mal" – das Wortspiel sei Programm, sagt der ehemalige Konrektor der Gymnasiums Johanneum in Wadersloh.
Der Stein ist etwa zwei Meter groß – wie der Mann, an den er erinnert. 2.000 Kilogramm schwer, soll der Anröchter Sandstein zum Nachdenken anregen. Kellner: "Seine Festigkeit symbolisiert Standhaftigkeit, sein Alter die Zeitlosigkeit von Tugenden, für die von Galen beispielhaft steht und die für unsere Gesellschaft unerlässlich sind."
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Text: Marita Galka | Fotos: Marita Galka in
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