
In den Darstellungen wird Norbert als bischöflicher Würdenträger mit einer Monstranz gezeigt.
Ein Blitzstrahl machte ihn zum Büßer
Heiliger Norbert von Xanten (1082-1134)
Kurzvita:
Norbert stammte aus dem Geschlecht der Grafen von Gennep und wuchs in Xanten auf, wo er schon als Junge in das Stift St. Viktor eingetreten war. Als Kanoniker und Stiftsherr führte er ein weltliches Leben, bis ihn ein Blitzschlag im Jahr 1115 bei Vreden zur Umkehr mahnte. Norbert sagte dem weltlichen Leben ab, ließ sich zum Priester weihen und zog fortan als Wanderprediger durch die Lande. Schließlich ließ er sich in dem nordfranzösischen Ort Prémontré nieder, wo er eine klösterliche Gemeinschaft unter der Regel des heiligen Augustinus gründete. Schon bald bekam die neue Ordensgemeinschaft nach dem Ort ihres Klosters den Namen "Prämonstratenser". Fast zeitgleich mit der Anerkennung des Ordens durch Papst Honorius II. wurde Norbert zum neuen Erzbischof von Magdeburg ernannt. In kürzester Zeit führte er die Diözese zu neuem Ruhm. Norbert starb an seinem Bischofssitz im Jahre 1134.
Biographische Daten:
1082 - Geburt Norberts in Xanten
Eintritt in das Stift St. Viktor
weltliches Leben als Stiftsherr in Xanten, am Hof des Kölner Erzbischofs Friedrich I. und als Hofkaplan Kaiser Heinrichs V.
1115 - Blitzschlag auf einem Ritt nach Vreden, Norbert überlebt knapp
1115 - Aufgabe des weltlichen Lebens, Rückzug als Büßer in die Benediktinerabtei Siegburg
1115 - Priesterweihe in Köln,
anschließend als Einsiedler in Xanten lebend und als Wanderprediger unterwegs
1118 - Synode von Fritzlar: Norbert kann sich des Vorwurfs der Ketzerei erwehren
1118 - Besuch bei Papst Gelasius II. im französischen Exil, Beauftragung zur Predigtarbeit
1120 - Gründung des Klosters Prémontré bei Laon in Nordfrankreich
1126 - Bestätigung der Ordensregel durch Papst Honorius II.
1126 - Ernennung Norberts zum Bischof von Magdeburg
1128 - Übergabe der Ordensleitung an Hugo von Fosses
6.6.1134 - Tod Norberts in Magdeburg
Vita:
Der Sohn des Grafen Heribert von Gennep kam als Knabe in das Stift St. Viktor in Xanten, wo er erzogen wurde und später als Kanonikus und Stiftsherr ein weltlich geprägtes Leben führte. An finanziellen Mitteln mangelte es ihm nicht. Als Begleiter des Kölner Erzbischofs Friedrich I. kam Norbert im Stande eines Subdiakons an den Königshof Heinrichs V. und wurde Hofkaplan. Er begleitete Heinrich auf seiner Reise nach Rom, auf der dieser sich unter Gefangennahme des Papstes und zahlreicher Kardinäle zum Kaiser krönen ließ.
In der Folge stand Norbert seinem Gönner, dem Kaiser, kritischer gegenüber. Als Heinrich ihm eine Stellung als Bischof von Cambrai anbot, lehnte er ab, weil er sich im Investiturstreit deutlicher zu Papst Paschalis II. hingezogen fühlte.
Auf einer Reise nach Vreden kam es zu einem Ereignis, dass eine radikale Wende in Norberts Leben bedeutete. Während eines Gewitters verfehlte ihn der Strahl eines Blitzes nur knapp. Norbert deutete dies als Zeichen Gottes und begann, über seinen bisherigen Lebenswandel nachzudenken. Er gelobte ein neues Leben und zog zunächst nach Siegburg, wo er im Büßergewand den Rat des Benediktinerabtes Kuno suchte. Noch im selben Jahr empfing er in Köln die Priesterweihe.
Er ging zurück nach Xanten, lebte aber nicht mehr im Stift, sondern als Einsiedler außerhalb der Stadt. Vergeblich versuchte er, seine früheren Mitbrüder zum Ändern ihrer weltlichen Gesinnung zu bewegen. Seine Aufrufe zur Umkehr und Buße scheiterten kläglich, er erntete Spott und Hohn. Die Amtskirche jedoch beäugte ihn zunehmend kritisch, da er als Wanderprediger mit seinen Ideen das einfache Volk in seinen Bann zog. Auf der Synode von Fritzlar musste er sich für seine Bußpredigten rechtfertigen und wurde vom Vorwurf der Ketzerei freigesprochen.
Um seine Tätigkeit unter den Schutz der Kirche zu stellen, zog Norbert nach Saint Gilles in Frankreich, wo sich Papst Gelasius II. im Exil aufhielt. Der Heilige Vater erteilte ihm die offizielle Vollmacht, weiterhin als wandernder Bußprediger zu wirken. So zog er durch ganz Europa und rief zur Umkehr und Rückbesinnung auf. Weil er sich nicht scheute, auf Missstände innerhalb der Kirche und des Klerus hinzuweisen, wurde er dabei weiterhin sehr kritisch von den kirchlichen Autoritäten betrachtet. Man suchte nach einer Möglichkeit, ihn an einen Ort zu binden, um ihn besser unter Kontrolle zu haben.
Als der Bischof von Laon ihm anbot, in seinem Bistum ein Kloster nach seinen Vorstellungen zu gründen, reagierte Norbert zunächst ablehnend. Später jedoch nahm er das Angebot an und ließ sich mit seinem besten Freund Hugo von Fosses in Prémontré nahe Laon nieder. Die Keimzelle des Prämonstratenserordens war geschaffen. In Prémontré lebten bald mehrere Laien und Priester in klösterlicher Gemeinschaft miteinander. Die Mitglieder lebten unter der Regel des heiligen Augustinus und versuchten in Strenge gegen sich selbst die alten Ordensideale zu neuem Leben zu erwecken. Bald wurde in Floreffe nahe der belgischen Stadt Namur ein zweites Kloster eröffnet.
Im Winter 1125 machte sich Norbert auf den Weg nach Rom, um Papst Honorius II. seine Aufwartung zu machen. Dieser gab ihm nicht nur die päpstliche Bestätigung seines Ordens, er drängte ihn auch, nach der erfolgten Institutionalisierung des Ordens nun endlich ein Bischofsamt anzunehmen. Schließlich willigte Norbert ein, woraufhin er zum Erzbischof von Magdeburg ernannt wurde.
Der Tag seiner Ankunft in seiner neuen Bischofsstadt war der 11. Juli 1126. Wer von den Magdeburgern einen Bischof in prunkvollem Ornat erwartet hatte, wurde enttäuscht: Norbert zog in den Kleidern eines Bettlers und mit bloßen Füßen in die Stadt ein. In der Folge machte er sich einen Namen als unerbittlicher Reformer. Dabei stellte er die etablierte Besitzordnung der Kirche in Frage und zog sich dabei den Zorn der adeligen Domherren zu. Aber auch beim Volk war der neue Bischof seiner Sittenstrenge wegen nicht sonderlich beliebt. Man plante Anschläge auf ihn, revoltierte offen. Norbert beantwortete diese Aufsässigkeit mit einem Interdikt, dem Verbot aller kirchlichen Handlungen einschließlich der Sakramentenspendung, um das Volk zur Räson zu bringen.
Obschon er mit seiner Kirchenreform das Bistum Magdeburg zu neuer Blüte trieb, mäßigte Norbert im Laufe der Jahre als Bischof seine Ansichten über die notwendige Strenge und Askese. Er wandelte sich zu einem klassischen Kirchenfürsten, war ein Vertrauter Kaiser Lothars III. und begleitete diesen 1132/1133 nach Italien. Gottfried von Cappenberg, den er einst mit seinen Predigten in den Bann gezogen hatte, besuchte ihn in Magdeburg, reiste aber schon nach kurzer Zeit wieder ab, enttäuscht wegen der höfischen Pracht, die an Norberts Bischofsstuhl herrschte.
Norbert von Xanten starb am 6. Juni 1134 in seiner Bischofsstadt Magdeburg nach langer Krankheit. Möglicherweise handelte es sich dabei um Malaria, die er sich auf der Reise nach Italien zugezogen haben könnte.
Gedenktag: 6. Juni
Gebet:
Unser Gott, du hast unseren heiligen Vater Norbert, deinen treuen Diener, zu einem hervorragenden Verkünder deines Wortes gemacht und durch ihn viele Menschen zur Bekehrung ihres Lebens gerufen. Mache uns bereit, dass wir auf seine Fürbitte hin befolgen, was er in Wort und Tat gelehrt hat. Durch Christus, unseren Herrn. Amen.
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