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24.05.2012
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Langenbochum

Bischof Felix Genn feierte zur Kirchweih von Maria-Heimsuchung in Herten-Langenbochum ein Pontifikalamt.

Gelungener Umbau in Herten-Langenbochum

Alles unter einem Dach

Herten. Unter dem Motto "Alles unter einem Dach" hat die Gemeinde Maria Heimsuchung in Herten-Langenbochum am Samstag (11.07.2010) Kirchweih gefeiert. Höhepunkt war das festliche Pontifikalamt mit Bischof Felix Genn, der die neu entstandenen Räumlichkeiten segnete.

In einer sechsmonatigen Bauphase wurde das Pfarrheim in die Kirche integriert. Drei Säle sowie eine Sakristei in einer gläsernen Stahl-Konstruktion entstanden in den ehemaligen Kapellen und fügen sich harmonisch in den Kirchbau ein. Von jedem Raum aus ist das große Kreuz über dem Altar zu sehen. Der sakrale Bereich geht nahtlos in den profanen über. Jeder Besucher des Pfarrheims schaut automatisch in die Kirche. "Vielleicht nehmen die Menschen die Kirche nun auch anders wahr", sagt Pfarrer Norbert Happe, der seit zwei Jahren die zu Pfingsten 2008 fusionierte Gemeinde leitet.

Die ursprüngliche Kirche wurde bereits 1912 geweiht. Aus Platznot erweiterte die Gemeinde 1976 ihr Gotteshaus um zwei Seitenschiffe. Doch in den vergangenen Jahren ging die Zahl der Gottesdienstbesucher – wie in vielen anderen Pfarreien auch – stetig zurück. Zudem wurde eine grundlegende Modernisierung des alten Pfarrheims notwendig. Die Überlegung, das Pfarrheim in die Kirche zu integrieren, entstand. Nach dem Verkauf des Marienheims begannen die Arbeiten in der Kirche. Auch die Orgelbühne wurde umgebaut, um eine komfortable Deckenhöhe im Foyer des Pfarrheims zu erlangen. Zudem schmückt eine neue Orgel die Kirche. "Wir konnten sie gebraucht kaufen. Sie passt wunderbar in unsere Kirche. Das war ein Wunder, das sich erfüllte", betont Happe.

Keinen Meter eingebüßt

Finanziert wurde der Umbau durch den Verkauf des Marienheims, eigenen Mitteln der Pfarrgemeinde und Zuschüssen des Bistums Münster. "Durch den Umbau haben wir keine Quadratmeter eingebüßt", hält der Seelsorger fest. Neben den neuen Räumen im Erdgeschoss, die alle ebenerdig erreichbar sind und behindertengerecht ausgebaut wurden, befindet sich im Untergeschoss der Kirche der Jugendbereich. "Es war uns sehr wichtig, auch den Jugendlichen wieder einen Platz in unserer Gemeinde zu geben", sagt Happe.  Ebenso fand die Pfarrbücherei einen neuen Standort. Sie ist in einem kleinen Anbau an den benachbarten Kindergarten untergebracht.

"Die Planungen fanden in enger Abstimmung mit der Bauabteilung im Bischöflichen Generalvikariat statt. Es war eine sehr konstruktive Zusammenarbeit", betont Gerhard Nitschke, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands. Bischof Felix Genn zeigte sich von diesem Modell beeindruckt und dankte den Beteiligten für ihr Engagement. In seiner Predigt, die er mit Rücksichtnahme auf die Gläubigen aufgrund der ungewöhnliche Hitze verkürzte, nahm er Bezug auf das Evangelium des Sonntags, dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Er wünschte den Menschen Mut, darüber zu sprechen, wie Gott in ihrem Leben wirke. "Christen sind von Gott Berührte. Und das mitzuteilen ist heute notwendiger denn je. Menschen brauchen die Erfahrung, dass Gott ganz nah bei ihnen ist. Er ist in ihrem Mund und in ihren Herzen."

In Jesus Christus sei Gott für die Menschen zum barmherzigen Samariter geworden, sei Nächster geworden. "Gott, das ist nicht ein Begriff, sondern das ist Jesus Christus, der leibhaftige Sohn des Vaters und Sohn Mariens. Und nur, wenn uns Jesus etwas bedeutet, werden wir wieder fähig, andere als Christen zu gewinnen. Nur dann, wenn er eine Größe in unserem Leben ist."

Innen berührt, außen konkret

Schöner als in dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter könne man nicht zusammenfassen, was es heiße Christ zu sein. Denn Jesus fordere zum Handeln auf wie es der barmherzige Samariter getan habe. Und so fragte Genn, wo in Herten die Menschen seien, "die unter die Räuber gefallen sind. Wo sind die Armen? Wo sind die vielleicht verschämten Armen? Ich bin froh, dass es in unseren Gemeinden überall Einsätze der Caritas, der Helfenden, gibt. Daran zeigt sich in besonderer Weise, dass wir nicht nur im Inneren berührt sind, sondern es nach außen konkret werden lassen."

Dieses Handeln habe heute noch eine weitere Dimension, betonte der Bischof und kritisierte mit deutlichen Worten das Urteil des Bundesgerichtshofs zu Gentests an Embryonen. "Wir sind dabei, Leben zu selektieren, behindertem Leben kein Recht zu geben, Leben auszuwählen. Wir Christen brauchen eine hohe Sensibilität bei diesen komplexen Fragen. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in eine Tendenz hineinrutschen, die zwischen lebenswertem und lebensunwertem Leben gerade in der schwächsten Phase des menschlichen Lebens unterscheidet. Wir müssen dabei bleiben, dass Leben unverfügbar ist. Und dass behindertes Leben auch ein Recht hat zu sein.“"Auch bei diesem Thema gelte es zu sagen, "geh und handle wie der barmherzige Samariter. Ich bitte Sie, dafür sensibel zu bleiben", rief der Bischof die Gläubigen zum Schluss seiner Predigt auf.

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Text Michaela Kiepe | Foto: Michaela Kiepe
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