Ein Schotte unter den Sachsen
Heiliger Lebuin (+780)
Kurzvita:
Lebuin wirkte ab etwa 770 als Missionar unter den Friesen. Dort traf er auch den münsterschen Bistumsgründer Liudger, der ihn nach seinem Tod zu Grabe trug.
Biographische Daten:
8. Jahrhundert: Geburt Lebuins in Schottland
Um 770 Missionstätigkeit in Friesland
Anschließend Missionsreise nach Westsachsen
Um 780 Tod Lebuins in Deventer (Niederlande)
Vita:
Lebuin entstammte vermutlich einem alten angelsächsischen Adelsgeschlecht und kam gegen Mitte des 8. Jahrhunderts in Schottland zur Welt, wo er der Legende nach vom heiligen Augustinus von Canterbury getauft wurde. Später wurde er dessen Schüler und in Italien von ihm zum Priester geweiht. Lebuin war der Legende nach sogar Bischof in Schottland, ehe ihm ein dreimal wiederkehrendes Gesicht den Auftrag gab, bei den Friesen zu missionieren. Er zog also um das Jahr 770 nach Friesland, wo ihn Gregor von Utrecht unter seine Obhut nahm.
Die Verkündigung des Lebuin unter den Friesen verlief erfolgreich. Nur die Sachsen machten ihm Kummer. Immer wieder drangen sie auf friesisches Gebiet ein und zerstörten seine Bemühungen um die Verbreitung des Glaubens. Auch die erste Kirche der Stadt Deventer, die er errichtet hatte, wurde bald darauf durch heidnische Sachsen wieder zerstört, worauf er von neuem mit dem Bau des Gotteshauses begann.
Schließlich wagte sich Lebuin selbst in die Höhle des Löwen: Er trat beim "Allthing", der jährlichen Versammlung der Sachsen im heutigen Marklohe an der Weser auf und rief sie auf, sich zu bekehren.
Zurück in Friesland, berichtet die Legende, wurde Lebuin Opfer einer schweren Misshandlung. Fanatische Heiden rissen ihm mit einer Zange die Zunge aus dem Mund und enthaupteten ihn anschließend. Den Leichnam des toten Glaubensboten soll Liudger gefunden und in der Kirche zu Deventer beigesetzt haben.
Gedenktag: 12. November
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Text: Thomas Mollen
08.07.2010
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