
Beim kleinen Katholikentag in Marl suchte Bischof Felix das Gespräch mit den Menschen.
"Christsein und Glauben gehören in die Mitte der Stadt"
Bischof Genn beim "Fest des Glaubens" in Marl
Marl. "Kirche und Kirchengemeinden haben eine wichtige Funktion, die sie mit viel Engagement und Verantwortung wahrnehmen", Bischof Felix Genn geht am Samstag (26.06.2010) beim "Fest des Glaubens" auf dem Marktplatz in Marl-Hüls in seiner Predigt vor allem auf die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen in den Gemeinden ein.
Warm ist es an diesem Sommertag auf dem von wenigen Bäumen beschatteten Marktplatz in Marl-Hüls. Nur vor der Herz-Jesu Kirche finden die Gläubigen bei einem Gottesdienst mit dem Bischof ein wenig Schatten. Rund um den Marktplatz stehen Infostände der Kirchengemeinden in Marl. Ehrenamtliche stellen an diesem Tag ihre Arbeit in den Gemeinden vor. Veranstalter dieses Fest des Glaubens sind die die katholischen Kirchengemeinden im Dekanat Marl: St. Marien, St. Franziskus, St. Georg, St. Pius und St. Josef. Einer der Höhepunkte ist sicherlich die Feier mit Bischof Felix Genn. "Ich kenne Marl bislang nur aus den Erzählungen einiger meiner Mitarbeiter, die hier leben", so Genn in seiner Begrüßung.
"Glaube ist ein Weg, der Liebe braucht"
Am späten Nachmittag richten sich Augen und Ohren aber auf die Predigt von Felix Genn. "Christsein und Glauben gehören in die Mitte der Stadt", so der Bischof. "Der Glaube ist ein Weg, der Liebe braucht."
So sehen das auch Hedwig Otte und Jutta Kleine-Doeppke vom christlichen Krankenhaus-Besuchsdienst am Marien-Hospital. Kleine-Doeppke ist seit rund 21 Jahren ehrenamtlich mit dabei und im Krankenhaus unterwegs, um Patienten zu besuchen und Gespräche zu führen. "Die Themen bei diesen Besuchen sind ganz unterschiedlich. Der Eine möchte über Fußball sprechen und ein Anderer lieber über seine Familie. Wichtig ist, dass jemand da ist und zuhört."
Krankenhausbesuchsdienste
Ähnliches weiß auch Hedwig Otte zu berichten. Seit 14 Jahren ist sie, gemeinsam mit rund 30 weiteren Frauen, unterwegs um Kranke zu besuchen. "Ein Problem ist aber inzwischen auch die nur noch kurze Verweildauer der Patienten im Krankenhaus. Nach im Schnitt fünf Tagen gehen diese schon wieder nach Hause, da haben wir kaum die Gelegenheit einen wirklich intensiven Kontakt aufzubauen."
Im Schatten von Herz-Jesu neigt sich derweil der Gottesdienst dem Ende entgegen. Die Kirchenchöre der Marler Gemeinden haben dem Ganzen einen musikalisch prächtigen Rahmen gegeben. Bischof Felix Genn nutzt die wenige ihm verbleibende Zeit nach dem Gottesdienst zu einem kleinen Rundgang über den Marktplatz und zu einem Gespräch mit den Ehrenamtlichen der Gemeinden und den Helfern von Vereinen und Verbänden.
Parallelen zum Bistum Essen
Dabei kommt er auch mit Evelin Vortmann und Kerstin Krüger-Berg ins Gespräch. Die beiden Frauen engagieren sich in der Kirchengemeinde von St. Georg. Mit einer Schulbuchaktion wird hier Schülerinnen und Schülern geholfen, Schulbücher und Schulmaterialien günstig zu erwerben. "Ein Großteil der Kosten für die Schulmaterialien wird dabei durch Spenden aufgebracht. Aber die unterstützten Familien müssen auch ihren Eigenanteil leisten", erzählt Kerstin Krüger-Berg.
"Ich erkenne in der hiesigen Gemeindearbeit viele Parallelen zu meinem bisherigen Bistum Essen. Die Ansatzpunkte und Probleme sind ähnlich", so der Bischof im Gespräch mit den ehrenamtlich Engagierten in der Gemeinde von St. Georg. Aber auch für Gespräche mit alten Bekannten wie den Eltern seines Nachfolgers in Essen Franz-Josef Overbeck, dem Marler Spirituosenhändler Hans-Josef Overbeck und seiner Frau, findet Genn am Rande des Tagesablaufes noch einige Minuten Zeit. Viele nutzen auch die Gunst der Stunde, um sich auf einem Erinnerungsfoto mit dem Bischof verewigen zu lassen.
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Text: Dirk Bauer | Foto: Dirk Bauer
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