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25.05.2012
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Antibaby-Pille: Zollitsch widerspricht Käßmann

Veranstalter: Kirchentag großer Erfolg

München. Die Veranstalter haben den 2. Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) in einer Bilanz als "großen Erfolg" und "großartiges ökumenisches Ereignis" bewertet. Katholiken und Protestanten plädierten für einen weiteren ÖKT.

Nach Angaben vom Samstag (15.05.2010) kamen seit Mittwoch mehr als 130.000 Dauerteilnehmer und Zehntausende Tagesgäste zu den mehr als 3.000 Veranstaltungen. Für ökumenische Kontroversen sorgte die frühere Bischöfin Margot Käßmann mit einer Äußerung zur Pille. Das Christentreffen steht unter dem Motto "Damit ihr Hoffnung habt" und endet am Sonntag mit einem großen Gottesdienst.

"Eine Ermutigung in Zeiten der Verunsicherung"

Der evangelische ÖKT-Präsident Eckard Nagel sagte vor Journalisten, das Treffen habe die Ökumene vorangebracht. Sein katholischer Kollege Alois Glück bewertete es als "beeindruckendes Bekenntnis zur Gemeinschaft im Glauben". Erzbischof Robert Zollitsch sprach als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz von ermutigenden Tagen, die neue Gemeinschaft über Generationen und Konfessionen hinweg gebracht hätten. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, lobte die Einbeziehung der Orthodoxie. Er widersprach Berichten, bereits für einen 3. ÖKT im Jubiläumsjahr der Reformation 2017 plädiert zu haben.

Beide Präsidenten sahen in dem Treffen eine Ermutigung in Zeiten der Verunsicherung. Der Kirchentag, so Nagel, habe keine "vereinfachenden Botschaften" in der Finanzkrise, fordere aber soziale Gerechtigkeit. Dafür stehe die Ankündigung eines neuen Sozialworts der Kirchen.

Kontroverse um Pille

Glück ging auf das Thema Missbrauch ein. Dieses sei beim ÖKT präsent gewesen, habe ihn aber nicht dominiert. Zollitsch sagte dazu, die katholische Kirche wisse um ihre Verantwortung für Opfer und Aufarbeitung: "Wir wollen mit Hochdruck und Nachdruck daran arbeiten, dass solche Dinge nicht mehr vorkommen."

Anderthalb Tage nach Käßmanns Bewertung der Pille als "Geschenk Gottes" bei einem Gottesdienst im katholischen Liebfrauendom widersprach Zollitsch der früheren EKD-Ratsvorsitzenden. Die Pille sei von Menschen gemacht "und nichts, was von Gott als Geschenk in die Welt hineinkam." Präses Schneider sagte, dass Gott "die Pille auf die Erde gebracht hat" könne niemand ernsthaft meinen. Auch Käßmann tue dies nicht ernsthaft. Es gehe ihr vielmehr um den verantworteten Umgang mit Sexualität.

ÖKT als "Startrampe" für Käßmann

Schneider bilanzierte, wie auch Nagel, die zahlreichen Auftritte Käßmanns bei meist überfüllten ÖKT-Veranstaltungen nachdrücklich positiv. "Ich freue mich von Herzen darüber." Sie habe den Kirchentag als "Startrampe" genutzt, um wieder in die Öffentlichkeit zu kommen.

Alle Repräsentanten bekundeten ihre Hoffnung auf Fortschritte beim Ringen um Mahlgemeinschaft von Katholiken und Protestanten. Schneider verwies auf die orthodoxe Mahlfeier mit 20.000 Teilnehmern am Freitagabend. Diese "Vorspeise" habe "gut und lecker" geschmeckt und "richtig Appetit auf die Hauptspeise" gemacht, die noch ausstehe.

Eucharistische Mahlgemeinschaft: Sehnsucht und Ungeduld
Zollitsch sagte, er verstehe und schätze in dieser Frage Sehnsucht und Ungeduld. Aber er warne vor einer Mahlgemeinschaft ohne offizielle Verständigung. "Wo wir etwas, was nicht geklärt ist, durchziehen wollen, würden wir zugleich neue Spaltungen hervorrufen."

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