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25.05.2012
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Ökumene.

Der evangelisch-lutherische Bischof Jan Janssen (l.) und der katholische Weihbischof Heinrich Timmerevers.

Regionalbischöfe bilanzieren Ökumene im Oldenburger Land

In ruhigem Fahrwasser und mit Rückenwind

Oldenburger Land. "Wir dürfen nicht zulassen, dass man uns auseinanderbringt", appelliert Weihbischof Heinrich Timmerevers. Eine Woche vor dem Ökumenischen Kirchentag hatten der Regionalbischof im niedersächsischen Teil des Bistums Münster und sein evangelisch-lutherischer Amtsbruder im Oldenburger Land, Jan Janssen, am Dienstag (04.05.2010) nach Vechta eingeladen. Beide begegneten dem Eindruck, die Ökumene trete auf der Stelle. Zumindest für das Oldenburger Land gelte das nicht, machten die Bischöfe deutlich.

"Das Ökumeneschiff schwimmt voran – in ruhigem Fahrwasser und mit einer steten Brise im Rücken", beschrieb Jan Janssen. Die Bischöfe blickten auf das Erreichte: Die Cloppenburger Notfallseelsorge und die Ehe- und Lebensberatung in Oldenburg stemmen beide Kirchen gemeinsam. "Die Beratungsstelle sucht ihresgleichen in der ökumenischen Landschaft", lobte Timmerevers. Beim "Szenenwechsel" laden alljährlich Caritas und Diakonie Jugendliche ein, für ein paar Tage in einen Sozialberuf zu schnuppern. Gemeinsam wurde ein ökumenischer Fahrradpilgerweg im Wangerland angelegt. Am ersten Advent 2009 haben beide Bischöfe erstmals gemeinsam das Kirchenjahr eröffnet. "Das soll zur Tradition werden", kündigte Timmerevers an. Für 2010 ist die Feier in Goldenstedt geplant.

Das Schreiben "Dominus Iesus" der Glaubenskongregation, wonach "die evangelische Kirche aus katholischer Sicht nicht Kirche im eigentlichen Sinne" sei, nannte Timmerevers eine "Belastungsprobe" für die Ökumene. Auch im Oldenburger Land habe das Dokument Irritationen und Verstimmung ausgelöst. Dass solche strittigen theologischen Fragen nicht Gegenstand beim "Oldenburgischen Ökumenischen Gespräch" sind, ließen beide Bischöfe durchblicken. Seit 44 Jahren existieren die regelmäßigen Treffen, der älteste ökumenische Arbeitskreis auf Kirchenleitungsebene in Deutschland, betonte Janssen. Den Bischöfen geht es vorrangig darum, ökumenische Initiativen in den Gemeinden, an der Basis zu stärken. Das Ziel, in die Kirchenöffentlichkeit über die Region hinaus zu wirken, ordnen sie dem unter.

1.000 Oldenburger beim Kirchentag

Wie rund 1.000 andere Christen aus dem Oldenburger Land werden auch beide Bischöfe am Ökumenischen Kirchentag teilnehmen. Timmerevers ermutigte zum Besuch in München: "Die Teilnehmer geben ein wichtiges Zeugnis, dass von Deutschland aus eine Bewegung hin zur Einheit ausgeht." Er selbst wird in München einen Gottesdienst leiten, ansonsten als einfacher Teilnehmer Eindrücke sammeln. Janssen wird unter anderem auf einem Podium mit Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) über Ökumene diskutieren. Angesichts der Krise in der Finanzwirtschaft erhofft er sich, dass der Kirchentag "Wege aus der Ökonomisierung" aufzeigen werde.

Was den Fortschritt der Ökumene betrifft, setzen beide Bischöfe große Hoffnungen auf die orthodoxe Vesperfeier, bei der die Teilnehmer an 1.000 Tischen geweihtes Brot teilen werden. Dass sich die orthodoxe Kirche in dieser Weise unverhofft als Mittler zwischen den Konfessionen angeboten und diese neue Form des Miteinanders vorgeschlagen habe, begreift Timmerevers als Wirken des Heiligen Geistes im ökumenischen Prozess. "Das wird uns der Einheit ein Stückchen näher bringen", hofft er.

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  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Ökumene
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Text: Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Franz Josef Scheeben
05.05.2010

    1. Schwerpunktthema: Ökumenischer Kirchentag 2010
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