
Bischof Genn öffnete die Wallfahrtsporte in Kevelaer mit den symbolischen Hammerschlägen.
Wallfahrtseröffnung in Kevelaer
Gottes Wort als "Ohrwurm"
Kevelaer. Maria in sein Herz einzulassen, weil man auf diese Weise Gott zum Thema seines Lebens mache, ermunterte Bischof Felix Genn die mehr als 2000 Pilger während der Eröffnung der Kevelaerer Wallfahrt am Samstag (01.05.2010) im Pax-Christi-Forum. In seiner Predigt legte Genn die Szene im Johannes-Evangelium aus, wo Jesus seine Mutter dem Jünger und den Jünger seiner Mutter anvertraut. Sicher gehe es hier auch darum, dass Maria versorgt sei. Eine Bitte, der die Menschen in Kevelaer seit fast 400 Jahren nachkämen.
Auf die vielen Tausend, die sich um die Wallfahrt bemühten, träfe das Wort zu: Sie nähmen Maria zu sich. "Maria gehört zu ihnen", sagte der Bischof. Doch gerade mit Blick auf die Jugend ermutigte Genn die Pilger, sich in einer noch tieferen Beziehung auf Maria einzulassen. Wer mit einem anderen eine Beziehung begänne, tue dies auf einer zweckfreien Basis. Nicht weil er sich einen Vorteil davon erhoffe. Wer mit einem anderen Menschen eine Freundschaft begänne, nehmen ihn in sein Herz auf und weite sein Leben, weil er ja aus seinem eigenen Leben heraustrete.
Wenn Jesus Maria auf den Jünger verweise, stehe dieser stellvertretend für alle, die er liebt. Maria mache sich seine Liebe zu Eigen, wie sie sich das Leben ihres Sohnes zu Eigen gemacht habe. Wenn Maria ihren Sohn aufgenommen habe, dann, weil sie an ihm ablesen konnte, wie Gott ist. Sie habe Gott eingelassen, sagte der Bischof. "Sie hat mehr und mehr Gottes Gesicht gesehen." Am Denken Jesu habe sie ablesen können, wie Gott denkt, an seinem Handeln wie Gott handelt. Maria habe Gottes Wort Raum gegeben. "Wer Maria in sein Leben einlässt, lässt Gott zu sich ein", sagte der Bischof. "Wer Maria aufnimmt, weitet seinen Horizont, denn er macht Gott zum Thema.“
Derjenige, der Maria zu sich einlasse, konfrontiere gerade die Menschen, die glaubten, die Welt sei ohne Gott besser aufgestellt, mit der Frage: "Wie hälst du es mit Gott?" In besonderer Weise wende sich der Pilger Gottes Wort zu, sagte Genn. Er nehme Gottes Wort in sich auf, er nehme es gleich einem Ohrwurm mit auf den Weg und meditiere es. Wer von Gott her denke und in seinem Namen bitte, könne das Wort Jesu für sich in Anspruch nehmen: "Alles was ihr in meinem Namen erbittet, werde ich euch erfüllen."
Hammerschläge am Pilgerportal
Zuvor hatte Bischof Felix Genn mit drei symbolischen Hammerschlägen und den in drei Sprachen Deutsch, Lateinisch und Niederländisch gesprochenen Worten "Öffnet die Tore eures Herzens Christus, dem Erlöser" das Pilgerportal der Kevelaerer Marienbasilika geöffnet und damit symbolisch die Wallfahrtszeit in der Marienstadt eröffnet. Da Genn als Bischof von Münster zum ersten Mal die Wallfahrt in Kevelaer eröffnete, brachte er ein wertvolles Geschenk mit. Er überreichte dem Rektor der Wallfahrt, Domkapitular Stefan Zekorn, einen Ring aus dem Erbe Johannes Paul II, den er vom früheren Privatsekretär des Papstes und heutigen Erzbischof von Lemberg, Mieczysław Mokrzycki, erhalten hatte.
In dieser Wallfahrtszeit wird der Ring in der Kerzenkapelle ausgestellt, bevor er im nächsten Jahr als Schmuckstück dem Marienbildnis in der Gnadenkapelle beigefügt wird. Der Leitgedanke lautet in diesem Jahr !Ihr werdet meine Zeugen sein!!. Aus dem Bistum Münster sowie aus den Nachbardiözesen Essen, Aachen und Paderborn hatten traditionell viele Kolpingsfamilien mit ihren Bannerabordnungen an der Eröffnung teilgenommen und so das farbige Bild auf dem Kapellenplatz mit ihren Fahnen geprägt.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Bistumshandbuch: Walffahrtsort Kevelaer
Dossier: Wallfahrt - Beten mit den Füßen
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Dossier: Bischof Felix Genn
Text: Jürgen Kappel | Foto: Gerhard Seybert
02.05.2010
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