
Erzbischof Ansgar - Darstellung auf der Trostbrücke in Hamburg.
Ansgar (801-865)
Der Apostel des Nordens
Kurzvita:
Ansgar kam ursprünglich aus der Ortschaft Corbie in der Picardie, wo er auch zur Schule ging und später in den Benediktinerorden eintrat. 823 wurde er Lehrer an der Klosterschule von Corvey bei Höxter. Drei Jahre später brach er zu seiner ersten Missionsreise nach Skandinavien auf. Im Jahr 831 wurde Ansgar erster Bischof von Hamburg und päpstlicher Legat für Dänemark, Schweden und das Slawengebiet. Als die Normannen Hamburg 845 zerstört hatten, verlegte er seinen Bischofssitz nach Bremen, wo er 865 starb.
Biographische Daten:
809 Geburt in Corbie an der Somme (Frankreich)
Kindheit im Benediktinerkloster Corbie
823 Mönch und Lehrer der Klosterschule Corvey bei Höxter
826 Missionsreise nach Dänemark
830 Missionsreise nach Schweden
832 Bischof von Hamburg
Erzbischof und päpstlicher Legat für Skandinavien
845 Bischof von Bremen
864 Erzbischof des vereinigten Bistums Hamburg-Bremen
Vita:
Schon als Kind war Ansgar in seiner Heimatstadt Corbie dem Benediktinerorden beigetreten. 823 schickte ihn der Orden als jungen Lehrer nach Corvey bei Höxter.
Drei Jahre später hatte der Dänenkönig Harald bei Kaiser Ludwig dem Frommen in Deutschland Schutz gesucht. Um dessen Unterstützung bei der Rückeroberung Dänemarks zu bekommen, ließ sich Harald gemeinsam mit 400 Kämpfern in Ingelheim bei Mainz taufen. Ludwig bat daraufhin Ansgar, den frisch getauften König auf seinem Weg zu begleiten und in Dänemark den Glauben zu verkünden. Gemeinsam mit seinem Helfer Autbert schloss sich Ansgar also dem Feldzug an.
Ansgars Mission scheiterte schon bald darauf. Zum einen, weil Autbert erkrankte und starb, zum anderen, weil die heidnischen Dänen in Südjütland vom christlichen Glauben nichts wissen wollten und den Missionar aus ihrer Gegend vertrieben.
Bald darauf bat der schwedische König Björn, Ludwig der Fromme möge ihm Missionare und Glaubenslehrer schicken. Abermals machte sich Ansgar auf den Weg nach Norden. Nach einer entbehrungsreichen Seefahrt, auf der sie von Wikingern überfallen worden waren, landete die Reisegesellschaft um Ansgar und seinen Begleiter Witmar in Birka am Mälarsee. Dort wurden sie herzlich aufgenommen und gründeten die erste christliche Kirche auf schwedischem Boden.
831 wurde Ansgar nach Deutschland zurückgerufen, um dem Kaiser von seiner Missionsarbeit zu berichten. Auf dessen Initiative hin wurde Ansgar zum ersten Bischof von Hamburg geweiht, denn dort sollte von nun an die Basis für alle weiteren Missionsvorhaben im Norden liegen. Bei einer Reise nach Rom wurde Ansgar zusätzlich zum Päpstlichen Legaten für den Norden und zum Erzbischof ernannt.
In Hamburg gründete der neue Bischof Kirchen, Kloster und Spitäler, seine Bemühungen in Dänemark waren jedoch zunächst nicht von Erfolg gekrönt.
Als Kaiser Ludwig der Fromme 843 starb, verlor Ansgar seinen wichtigsten Förderer. Er konzentrierte sich zunächst auf die Arbeit in Hamburg. 845 musste er jedoch nach Bremen flüchten, nachdem die Dänen Hamburg erobert hatten. Auch in Bremen wirkte er segensreich als Bischof. Die Inbesitznahme des verwaisten Bischofsstuhls wurde vom Vatikan jedoch erst 864 anerkannt, als man Ansgar zum Erzbischof des gemeinsamen Bistums Bremen-Hamburg ernannte.
Ab 851 hatten die missionarischen Bemühungen Ansgars mehr Erfolg als zuvor. Sowohl in Schweden wie auch in Dänemark konnten neue Missionsstationen gegründet werden und auch die Herrscherhäuser bekehrten sich nun zum Christentum. Inzwischen war er nach Hamburg zurückgekehrt, verließ die Stadt aber erneut, als die Normannen sie 864 angriffen. Ein zweites Mal ging er nach Bremen, wo er ein Jahr später nach langer Krankheit starb.
Sein Nachfolger Rimbert schrieb über ihn: "Er wollte den Blinden Auge, den Lahmen Fuß und den Armen ein wahrer Vater sein." Der Überlieferung nach sprach Papst Nikolaus I. den "Apostel des Nordens" kurz nach dessen Tod heilig.
Gedenktag: 3. Februar
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Text: Thomas Mollen | Foto: Archiv
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