
Seit zwei Jahren gibt es wieder ein Hagelkreuz an der Annastraße.
Mein Denkmal und ich (211)
Gemeinsam errichtet
Recklinghausen-Berghausen. Ein Ort der Andacht und Ruhe, ein Platz mit Weitblick – so steht das Hagelkreuz in Recklinghausen-Berghausen. Auf einer Anhöhe haben es die Nachbarn der Annastraße gemeinsam errichtet. "Mehr als 100 Jahre stand an gleicher Stelle ebenfalls ein Kreuz. Es war früher Ausgangspunkt für die Hagelprozessionen", erzählt Anton Sippel. Gut erinnern kann er sich, wie der Altar aufgebaut und festlich geschmückt wurde. Das war während des Zweiten Weltkriegs. Später hätten diese Prozessionen nicht mehr stattgefunden. Irgendwann habe an der Annastraße auch kein Kreuz mehr gestanden. "Immer wieder haben wir darüber gesprochen, wie schön es wäre, wieder ein Kreuz zu errichten", erzählt der 79-Jährige. Angeregt durch die Artikel in der Serie "Mein Denkmal und ich" in Kirche+Leben ergriffen Anton Sippel und Willi Frevel dann die Initiative: Das Grundstück gehört der Stadt, eine Baugenehmigung wurde angefragt und zügig erteilt.
Anton Sippel, Recklinghausen. |
Die meisten Arbeiten erledigten die Nachbarn in Eigenleistung, finanzielle Auslagen wurden zu gleichen Teilen umgelegt, ein Kreuz aus verzinktem Eisen in Auftrag gebeben. "Allerdings fehlte uns ein Korpus. In einem Gespräch mit unserem ehemaligen Pfarrer Bernd Hante stellte sich heraus, dass im Keller des Pfarrhauses ein alter Korpus – ebenfalls von einem Hagelkreuz – aus Eisenguss lagerte", berichtet Sippel. Mit vereinten Kräften und Unterstützung der Feuerwehr aus Suderwich schafften es die Mitglieder der Nachbarschaft, den Korpus nach einer grundlegenden Renovierung am Kreuz zu befestigen. Am 18. Mai 2008 wurde das Glaubenszeugnis in einer Andacht feierlich gesegnet.
"Wir freuen uns immer darüber, dass viele Menschen am Kreuz verharren. Dieser Weg wird gern für Radtouren und Spaziergänge genutzt", erklärt Sippel. Und wenn er das Areal rund um das Kreuz pflegt, kommt er mit ihnen ins Gespräch. Ein bisschen verändert haben die Nachbarn den Standort des Kreuzes: "Früher schaute Jesus in Richtung Suderwich. Nun haben wir ihn so hingestellt, dass er auf unsere Häuser blickt."
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Text: Michaela Kiepe | Fotos: Michaela Kiepe in
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