
Während der Allerheiligenlitanei legten sich die Weihekandidaten vor den Altar auf den Boden.
Diakonenweihe für zehn Priesteramtskandidaten
Demut - Bescheidenheit - Armut
Bistum. "Hier bin ich". Jeder der jungen Männer vor dem Altar des St.-Paulus-Domes antwortete so auf den Anruf seines Bischofs: Am Sonntag (18.04.2010) weihte Bischof Felix Genn zehn Priesteramtskandidaten des Bistums Münster zu Diakonen. "Wie kann man in diesen Zeiten diesen Schritt tun?" – So direkt sprach Genn gleich zu Beginn der Liturgie eine vielleicht bei Angehörigen, Verwandten und Freunden der Kandidaten mitschwingende Frage aus. Und er gab ihnen die Antwort gleich mit: "Das geht nur, weil es den Auferstandenen gibt".
Das öffentliche Versprechen, das die Neugeweihten zu Gehorsam, Ehelosigkeit und Keuschheit gaben, brauche – wie jedes Versprechen – lebenslange Pflege, mahnte Bischof Genn. "Diese zehn Männer wissen aber, auf was sie sich einlassen", resümierte der Bischof die Gespräche und Beurteilungen mit den Kandidaten, die Pfingsten 2011 zu Priestern geweiht werden. Er bat die Gläubigen, die Arbeit der neuen Diakone zu begleiten: "Ohne Kooperation zwischen Hauptamtlichen und Gemeinden geht es nicht!". Jeder Getaufte müsse das Zeugnis der Menschen, die ihr Leben ganz Gott zur Verfügung stellten, mittragen, dürfe sie aber gleichzeitig nicht mit Erwartungen überfrachten.
"Ein solches Zeugnis verträgt keine Lüge"
Die zehn Weihekandidaten wurden durch Handauflegen und Verpflichtung auf das Evangelium für ihren Dienst beauftragt: Als "Diener Eurer Freude", so der Leitsatz über dem festlichen Weihegottesdienst, gäben sie Zeugnis von der Hoffnung, auf der die Kirche gründe. "Demut, Bescheidenheit, Armut – ein solches Zeugnis verträgt keine Lüge", sagte der Bischof. Diesem hohen Anspruch gerecht zu werden sei nur möglich, weil Gott treu sei. Wie im Evangelium vom Tage, das vom Erscheinen des Auferstandenen mitten im Alltag der Jünger berichtet, solle man sich der Führung Gottes anvertrauen. "Auch ich hätte bei meiner Diakonweihe nicht daran gedacht, dass ich eines Tages im münsterschen Dom Diakone weihen würde", sagte Bischof Genn: "Gott führt!"
Nachdem der festliche Ritus der Weihe schließlich mit der Übergabe der Stolen und Gewänder sowie einer brüderlichen Umarmung des Bischofs abgeschlossen war, brandete im überfüllten Dom langanhaltender Beifall der Mitfeiernden auf, die zum Teil gut zwei Stunden standen oder auf mitgebrachten Klappstühlen Platz gefunden hatten.
Heimat- und Praktikumsgemeinden
Konzelebranten des Gottesdienstes waren der Regens des Priesterseminars Borromaeum, Andreas Tapken, Subregens André Pollmann und die Spirituale Paul Deselaers und Michael Höffner. Es sang eine Schola des Borromaeum unter der Leitung von Stadtdekanatskantorin Jutta Bitsch; die Orgel spielte Domorganist Thomas Schmitz.
Zu Diakonen geweiht wurden (in Klammern die Praktikumsgemeinden): Thorsten Brüggemann (34) aus St. Bartholomäus Ahlen (St. Christophorus Emmerich), Uwe Grünefeld (32) aus St. Andreas Cloppenburg (St. Martinus Moers), Bernd Holtkamp (27) aus St. Vitus Löningen (St. Lambertus Ochtrup), Thomas Kathmann (33) aus St. Johannes Baptist Bakum (St. Regina Drensteinfurt), Werner Knoor (45) aus St. Antonius Kevelaer (St. Peter Recklinghausen), Christian Olding (27) aus St. Petrus Lastrup (St. Marien Emsdetten), Hanno Rother (28) aus St. Bonifatius Dorsten (St. Peter und Paul Straelen), Torsten Stemmer (27) aus St. Maria - Königin des Friedens Voerde (St. Vitus Löningen), Fabian Tilling (26) aus St. Maria - Königin des Friedens Neviges (Heilig Geist Kalkar), Holger Ungruhe (26) aus St. Mariä Himmelfahrt Ahaus (St. Dionysius Nordwalde).
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Bistumshandbuch: Bischöfliches Priesterseminar Borromaeum
Kirche von A bis Z: Diakon
Zehn Priesteramtskandidaten empfangen Diakonenweihe
Dossier: Bischof Felix Genn
Text: Heike Hänscheid | Foto: Heike Hänscheid
18.04.2010
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