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21.02.2018
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Weihbischof Heinrich Timmerevers bei der Katechese in Madrid.

Weihbischof Heinrich Timmerevers bei der Katechese in Madrid.

Katechese des Weihbischofs beim Weltjugendtag in Madrid

Timmerevers: Freunde Jesu sind "Gewinner des Lebens"

Madrid. Die Luft in der Kirche Santa Maria de Cervellón im Nordosten Madrids ist stickig an diesem Donnerstag (18.08.2011). Mehrere hundert Jugendlichen sitzen in den Bänken, den Gängen und vor den Altarstufen. Und doch weht eine frische Nordseebrise durch den Raum.

Das liegt an Weihbischof Heinrich Timmerevers. Er erzählt vom Kirchneubau in Schillig an der Nordseeküste. Die Architekten hätten ihm gesagt, sie würden dort nur eine Kirche bauen, wenn das Fundament tief genug gründe. "Sie haben die Pfähle bis zu 29 Meter in die Erde gerammt", erzählt der Weihbischof. "29 Meter – so hoch ist auch der Kirchturm." Das zeige: "Wir dürfen nicht nur das nach außen Sichtbare bauen, das muss auch Tiefe haben." Das gelte auch für das Leben: "Es kann nur in Stürmen bestehen, wenn es ein Fundament hat."

"Wer ist Jesus für euch?"

Dieses Fundament sei Jesus, oder wie der Apostel Paulus sage: "Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, Jesus Christus." Um ihn geht es bei der Katechese mit Heinrich Timmerevers bei Weltjugendtag in Madrid. "Wer ist Jesus für euch?", ist Leitfrage des Morgens.

Timmerevers erzählt aus Gesprächen in der Firmvorbereitung, in denen ihm die ganze Bandbreite an Antworten begegne – von "Eigentlich nichts" bis zu "Jesus ist der Schlüssel zum Himmel". Danach ermuntert der Weihbischof die Jugendlichen, mit ihren Sitznachbarn über die Frage der Jesus-Bedeutung ins Gespräch zu kommen. Zudem lädt er ein, über das Mikrofon von der eigenen Jesus-Beziehung zu erzählen.

Gute Glaubensgespräche bei der Katechese.

Gute Glaubensgespräche bei der Katechese.

"Grund unserer Gemeinschaft"

Pia aus Wilhelmshaven ergreift als erste das Wort. Die 18-Jährige beschreibt den Gottessohn als "einen Freund, eine enge Bezugsperson, einen ständigen Begleiter, dem ich alles sagen und anvertrauen kann". Dominik aus Lohne sagt, Jesus sei "der Grund unserer Gemeinschaft, ohne ihn wären wir heute gar nicht hier". Die Pilger unterbrechen spontan mit kräftigem Applaus. Danach erinnert der 16-Jährige an ein Bild aus der Sixtinischen Kapelle im Vatikan, wo nur ein kleiner Zwischenraum die Finger Gottes und Adams trenne. "Gott hat eine Anziehungskraft wie ein Magnet", beschreibt Dominik.

Auch Francisco aus dem Bistum Essen nimmt das Mikrofon. Er habe noch als 17- oder 18-Jähriger kein besonders christliches Leben geführt, gesteht er. Dann aber habe er sich einer einwöchigen Wallfahrt angeschlossen. "Da kannte mich keiner, das war mir damals wichtig", beschreibt der heute 24-Jährige. "Da konnte ich mich gefahrlos blamieren." Bei dieser Wallfahrt habe er das Gebet für sich entdeckt. "Ich habe gemerkt, dass da Probleme in meinem Leben sind, die ich allein nicht lösen kann. Und dann habe ich im Gebet die große Liebe Gottes gespürt."

Zeit nehmen zum Beten

Nachdem der Beifall für die Mutigen am Mikrofon verebbt ist, zeigt sich der Weihbischof beeindruckt. Den Gedanken mit dem Gebet habe er selbst entfalten wollen, sagt er: "Dann mache ich das eben kürzer." Er ruft die Jugendlichen auf, in der Gottesbeziehung nicht zuerst an Lehre und Gebote zu denken: "Da ist zuerst eine Person – Jesus, der mich immer liebt, egal, was passiert ist, oder ob es sonst niemand tut." Diesem Jesus könne man alles sagen, auch seinen Frust und seine Fragen. "Dann erlebe ich, wie Frieden in meine Seele einkehrt. Da erreichen wir Gott, und da rührt Gott uns an." Jesus erwarte im Gebet keine schönen Worte: "Er wartet auf jeden von uns, so, wie wir sind."

Ein weiteres Mal sind die jungen Pilger aufgerufen, miteinander zu reden, diesmal darüber, wie sie beten. Nach den Gesprächen mit den Sitznachbarn finden sich erneut Mutige. Der 20-jährige Student Benedikt erzählt, er bete vor Klausuren, "damit ich nicht so nervös bin wie jetzt gerade". Eine 20-jährige Vietnamesin aus Oldenburg berichtet, als Kind habe sie Gebete noch auswendig heruntergerattert, "damit sie irgendwann zu Ende waren und wir schlafen gehen konnten". Heute genieße sie es, sich mehr Zeit zum Beten zu nehmen, über die Worte nachdenken zu können und sie tiefer zu verstehen, ob nun in der Kirche oder privat.

Die Weltjugendtags-Pilger sangen kräftig.

Die Weltjugendtags-Pilger sangen kräftig.

"Jesus ist alles für mich"

Zum Ende der Katechese wendet sich Weihbischof Timmerevers erneut direkt an die Zuhörer. "Ich wünsche euch, dass ihr Menschen findet, mit denen ihr darüber reden könnt, wer Jesus für euch ist, und wie er euch in eurem Leben hilft – Menschen, mit denen ihr gemeinsam Christen sein könnt." Auch eine Antwort auf die Frage aus dem Publikum, wer Jesus denn für ihn selbst sei, gibt Timmerevers gern: "Jesus ist alles für mich. Und wenn er es nicht ist, möchte ich, dass er es wird."

Mit den Worten von Papst Benedikt XVI. betont der Weihbischof: "Wer sich auf Jesus einlässt, verliert nichts, aber gewinnt alles." Timmerevers wünscht den Zuhörern, "dass ihr Gewinner des Lebens seid".

Auch Stromausfall überbrückt

Eine Eucharistiefeier beschließt den Vormittag. Die Katechese wie die Messe begleiten drei Musiker, deren Formation nach Münsters Bistumspatron "Pauls Kapelle", in Spanien aber "Banda di Pablo" heißt. Johanna Günther, Daniel Frinken und Christoph Jäkel reißen die Jugendlichen ein ums andere Mal mit deutschen und englischen Weltjugendtags-Schlagern mit. Musik überbrückt auch den Moment, als ein Stromausfall kurzzeitig die Kirche ins Dunkel taucht: "Wir singen jetzt einfach ein Lied, das wir auswendig können." Da lassen sich die Weltjugendtags-Pilger nicht zweimal bitten.

Zwar hat die Band an diesem Morgen praktisch nur deutschsprachige Zuhörer, dennoch genießt sie das Völkerverbindende der Musik. "Sie stiftet Gemeinschaft, darum reisen wir auch als Band von Münster aus mit", sagt Daniel Frinken. "Zum Beispiel haben wir bei den 'Tagen der Begegnung' einmal in einer Gastpfarrei gespielt. Wir haben angefangen, dann haben plötzlich Brasilianer gesungen, danach haben die Spanier allen ein Lied beigebracht. Alle haben getanzt, aus allen Nationen, auch wenn sie sich nie vorher gesehen hatten."

Dieser Geist der Gemeinschaft durchzieht die Tage in Spanien. Vielleicht war der Luftzug in Santa Maria de Cervellón ja keine Nordseebrise, sondern göttlichen Ursprungs.

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  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterSchwerpunktthema: Weltjugendtag 2011 in Spanien
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Weihbischof Heinrich Timmerevers

Text: Jens Joest | Fotos: Jens Joest
19.08.2011

    1. Genn: "Bildet Gruppen und sprecht über den Glauben"
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