
Wallfahrtsrektor Stefan Zekorn spricht zu den Pilgerleitern.
Pilgerleiter aus Deutschland und den Benelux-Staaten treffen sich
Fußpilgerweg soll neue Erfahrungen ermöglichen
Kevelaer. Mehr als 400 Pilgerleiter aus Deutschland und den Benelux-Ländern haben sich am Samstag (27.03.2010) im Konzert-Bühnenhaus der Wallfahrtsstadt getroffen, um ihre Kevelaer-Wallfahrt vorzubereiten. Die Wallfahrtszeit steht 2010 unter dem Motto "Ihr werdet meine Zeugen sein". Die Pilgerleiter vertreten etwa 1.200 bereits in Kevelaer angemeldete Wallfahrtsgruppen.
Man müsse heute schon viel Mut besitzen, sich zu Glaube und Kirche zu bekennen, sagte der Kevelaerer Bürgermeister Axel Stibi in seinem Grußwort. Er wolle die Vorgänge im Missbrauchsskandal sicher nicht verharmlosen, meinte er. "Bei allen schändlichen Dingen, die passiert sind, ist es jedoch nicht richtig, den Himmel für die Fehler des Bodenpersonals verantwortlich zu machen." Wenn die Pilgerleiter heute nach Kevelaer kämen, habe das mit Vertrauen und Treue zu tun. Für ihn sei es ein ausgeprägter Vertrauensbeweis, dass Frauen und Männer bereits seit 50 oder 60 Jahren zur Gottesmutter, zur "Consolatrix afflictorum" (Trösterin der Betrübten) pilgerten. Stibi zufolge sind diese Menschen eine Gruppe von "Überzeugungstätern", ohne die Wallfahrt nicht möglich sei.
Wallfahrtsrektor Domkapitular Stefan Zekorn stellte den Pilgerleitern mit Freude die Fertigstellung des großen Kreuzweges zum Beginn der Pilgerzeit in Aussicht. Die Restaurierung der Figuren und Bildstöcke habe rund 650.000 Euro gekostet, an denen sich der Bund, das Bistum Münster, die Stadt Kevelaer und das Erzbistum Köln beteiligt hätten. Außerdem sei die Apostelgruppe in der Marienbasilika restauriert worden. In diesem Jahr werde zudem die Bleiverglasung der Fenster in der Basilika und der Kerzenkapelle erneuert.
Pilgerweg startet in Weeze
Zekorn stellte auch einen neuen Fußpilgerweg nach Kevelaer vor. Die Fußwallfahrt bleibe die Urform der Wallfahrt, auch in den Zeiten des modernen Individualverkehrs. Zu Fuß zu pilgern, das sei Beten mit Leib und Seele. Der Körper werde in die geistliche Ausrichtung auf Gott hineingezogen, der "Blick in die Schöpfung reißt die Seele mit", sagte Zekorn. Diese Erfahrung wolle die Wallfahrtsleitung mit der Eröffnung eines Fußpilgerweges möglich machen.
Der Weg erstrecke sich vom Weeze nördlich von Kevelaer fünf Kilometer lang zum Kapellenplatz. Man gehe parallel zur Bundesstraße 9 einen asphaltierten Weg an der Ortschaft Keylar entlang, an der Hubertuskapelle vorbei zur Marienbasilika. Diese Strecke eigne sich besonders für Jugendliche, auch, wenn sie mit dem Bus anreisten. Sie könnten in Weeze aussteigen und von dort aus eine Stunde nach Kevelaer pilgern, wo der Bus sie wieder aufnehmen könne.
Gläserne Hostienbäckerei
Zekorn empfahl vor allem Erstkommunionkindern einen Besuch der der neu eröffneten "gläsernen Hostienbäckerei" in Kevelaer. Diese vertiefe das Verständnis zur Eucharistie und mache so den Zugang zum theologischen Hintergrund der Heiligen Kommunion möglich.
Die Wallfahrtszeit 2010 eröffnet Münsters Bischof Felix Genn am 1. Mai. Die Pilgerpforte schließt am 1. November der Bischof von Rotterdam, Adrianus van Luyn, der zugleich Vorsitzender der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (COMECE) ist.
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Text: Jürgen Kappel | Foto: Gerhard Seybert
28.03.2010
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