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25.05.2012
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Papst.

Papst Benedikt XVI. wird seinen Brief zu den Missbrauchsfällen in der irischen Kirche am Freitag unterzeichnen. Wann der Brief veröffentlicht wird, ist noch nicht bekannt.

Merkel fordert "Wahrheit und Klarheit"

Papstbrief zu Missbrauch als Ausdruck "tiefer Besorgnis"

Berlin. Papst Benedikt XVI. wird seinen Brief zu den Missbrauchsfällen in der irischen Kirche am Freitag unterzeichnen. Das kündigte er am Mittwoch (17.03.2010) an. Das Schreiben sei Ausdruck seiner "tiefen Besorgnis" über den Kindesmissbrauch, der die irische Kirche schwer erschüttert habe, sagte der Papst.

Wann der Brief veröffentlicht wird, ist noch nicht bekannt. Er wird auch in Deutschland mit Spannung erwartet. Medien spekulieren über eine grundsätzliche Stellungnahme des Papstes zu Missbrauch in der katholischen Kirche.

Ein gemeinsamer Runder Tisch in Deutschland

Der irische Kardinal Sean Brady räumte am Mittwoch persönliche Fehler beim Umgang mit Missbrauchsfällen ein. Zugleich entschuldigte er sich bei den Opfern. Im Rückblick sei er beschämt, die Werte nicht immer hochgehalten zu haben, zu denen er sich bekenne und an die er glaube.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schaltete sich am Mittwoch erstmals selber in die Missbrauchsdebatte ein und forderte "Wahrheit und Klarheit". Im Bundestag teilte die Kanzlerin mit, dass sich die Regierung nun doch auf einen gemeinsamen Runden Tisch zur Aufarbeitung des Skandals geeinigt habe. Die Deutsche Bischofskonferenz begrüßte den Schritt.

Leutheusser lobt Aufklärungsbemühungen der Kirche

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) lobte die Aufklärungsbemühungen der Kirche. Der Theologe Hans Küng forderte von Papst und Bischöfen ein Schuldbekenntnis. Die Kirche ist nach Angaben des Leiters des Katholischen Büros bei der Bundesregierung, Karl Jüsten, grundsätzlich zu Entschädigung an Missbrauchsopfer bereit. Der katholische Missbrauchs-Beauftragte, Bischof Stephan Ackermann, räumte ein, dass die Kirche viele Missbrauchsfälle vertuscht habe.

Merkel sagte, die Aufarbeitung der Fälle sei eine Herausforderung für die ganze Gesellschaft und nicht nur eine Sache der Kirche. Sie verurteilte Missbrauch von Kindern als "verabscheuungswürdiges Verbrechen" und nannte es richtig, über Entschädigungen nachzudenken. Gleichwohl könne es völlige Wiedergutmachung nicht geben. Das Geschehene begleite die Opfer ihr Leben lang. Deshalb gehe es vor allem darum, dass die Betroffenen sich gesellschaftlich angenommen fühlten.

Leutheusser-Schnarrenberger sagte, sie halte es für eine gute Idee, die Aufarbeitung des Skandals zu bündeln. Der Runde Tisch solle möglichst schnell, vielleicht bereits am 23. April, starten. Dabei könnten Prävention, Aufklärung, Opferentschädigung und rechtspolitische Konsequenzen beraten werden. Leutheusser-Schnarrenberger, die die Kirche zuletzt heftig kritisiert hatte, lobte deren Veränderungswillen: Mit einer "sympathischen Offenheit" werde vieles hinterfragt.

Bischof Ackermann: "Falsche Rücksichten"

Bischof Ackermann sagte der Koblenzer "Rhein-Zeitung", die Kirche habe zu stark den Täterschutz im Blick gehabt und "falsche Rücksichten" auf den "Ruf der Kirche, auf bestimmte Institutionen, auf den Ansehensverlust" genommen. Nach seinen Worten tragen zunächst die Täter Schuld. Doch auch Vorgesetzte seien verantwortlich und hätten Schuld auf sich geladen, wenn sie nicht Aufklärung und Prävention im Blick gehabt hätten.

Ackermann zeigte sich offen für Formen der materiellen oder immateriellen Anerkennung für die Opfer. Sie müsse aber den Menschen gerecht werden. "Wir wollen uns nicht durch bestimmte Summen freikaufen", betonte der Bischof. Auch der Leiter des Katholischen Büros, Jüsten, sagte im ARD-Morgenmagazin: "Im Prinzip bekennt sich die Kirche zu ihrer Verantwortung, dass sie den Menschen helfen muss". Derzeit diskutiere die Bischofskonferenz, wie man Betroffenen auch materiell helfen könne.

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