
"Wir entschuldigen uns als Brüdergemeinschaft bei den ehemaligen Schülern des Gymnasiums, die Opfer derartiger Übergriffe durch Mitglieder unserer Gemeinschaft geworden sind und in den folgenden Jahren unter den Folgen leiden mussten", heißt es in der Stellungnahme der Canisianer.
Loburg: Missbrauchsvorwürfe gegenüber Canisianer
"Die Vorwürfe treffen uns sehr"
Bistum. Mit Bedauern und einer Entschuldigung an die Opfer hat die Brüdergemeinschaft der Canisianer auf Missbrauchsvorwürfe an eines ihrer Mitglieder reagiert. "Die Vorwürfe treffen uns sehr", heißt es in einer am Donnerstag (11.03.2010) in Münster veröffentlichten Stellungnahme des Leiters der Gemeinschaft, Bruder Ludwig Rensing.
Anfang der Woche waren Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs durch einen "Bruder Wolfgang" am Collegium Johanneum (Loburg) in Ostbevern in den 1960er Jahren in den Medien publik geworden.
Beschuldigter war 16 Monate auf der Loburg
"Wir entschuldigen uns als Brüdergemeinschaft bei den ehemaligen Schülern des Gymnasiums, die Opfer derartiger Übergriffe durch Mitglieder unserer Gemeinschaft geworden sind und in den folgenden Jahren unter den Folgen leiden mussten", stellte Bruder Ludwig heraus.
Der Leiter der Brüdergemeinschaft bestätigte, "dass in der genannten Zeit besagter Bruder Wolfgang zu unserer Gemeinschaft gehörte". Er sei 1963 bei den Canisianern eingetreten. Als Erzieher habe er – nach Tätigkeit am Martinistift in Nottuln – von April 1966 bis Juli 1967 im Internat Loburg gearbeitet.
Seit Austritt kein Kontakt mehr
Noch im Jahr 1967 habe er die Brüdergemeinschaft verlassen, wie Bruder Ludwig gegenüber kirchensite.de erklärte. "Der Grund über diesen Weggang ist in den bisher gesichteten Akten nicht vermerkt", erläuterte Bruder Ludwig weiter. Seit seinem Austritt gebe es keinen Kontakt mehr mit ihm
Derzeit recherchiere die Gemeinschaft nach seinem weiteren Verbleib. Ermittlungen zu den Vorwürfen habe die Missbrauchskommission des Bistums Münster übernommen; an die Kommission sollten sich auch weitere mögliche Opfer von Übergriffen wenden.
Aufruf zur Aufklärung
Die Leitung der Canisianerbrüder habe alle Mitbrüder aufgerufen, "zur Aufklärung beizutragen und gegebenenfalls weitere Vergehen bekannt zu machen; dies schließt mögliche Selbstanzeigen nicht aus".
Bruder Ludwig stellte richtig, dass weder Gymnasium noch Internat in Trägerschaft der Canisianer seien, wie dies einige Medien berichtet hätten. "Brüder waren dort allerdings viele Jahre als Erzieher tätig."
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Text: Norbert Göckener | Foto: Archiv
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