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10.12.2018
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Regens Hennecke.

Regens Hennecke referierte beim Ordensfroum in Münster.

Ordensforum unter dem Thema "Gastfreundschaft"

Der Fremde - der Schlüssel zur Zukunft...

Bistum. "Gastfreundschaft“ – dieses Thema hatten die Organisatoren für das Ordensforums gewählt, zu dem Männer und Frauen aus zahlreichen Ordensgemeinschaften im Bistum am Samstag (06.03.2010) nach Münster ins Marienhaus der Mauritzer Franziskanerinnen gekommen waren. Dass Menschen zunehmend Orte – und dort vor allem authentische Christen – suchen, an denen dieses Suchen ernst genommen wird, das erleben gerade Klöster und geistliche Gemeinschaften derzeit häufig.

Regens Christian Hennecke, Leiter des Fachbereichs Missionarische Seelsorge im Bistum Hildesheim, hatte die Einladung zum Impulsreferat zum Anlass genommen, sich "erstmals selbst mit dem Thema Gastfreundschaft ernsthaft auseinander zu setzen“, wie er den  Ordensleuten als den "wahren Experten dafür“ erzählte.

Suchende hineinnehmen

Dem bekannten Buchautor ("Kirche, die über den Jordan geht“) geriet diese Reise von der Antike ("damals stand jeder Fremde als Gast unter dem Schutz der Götter – das ist Weisheit der Welt!“) bis in die heutige Zeit, in der die Menschen nebeneinander herum irrten wie "ecclesiale Elementarteilchen auf der Suche nach einem Molekül zum Andocken“ zu einer wunderbaren Aufforderung: Sicher zum einen an die Ordenschristen, denen Hennecke das "Muster für gelebte Gastfreundschaft“ attestierte.

"Dort werden Suchende hineingenommen in Ihre betende Gemeinschaft“ – und wenn auch bei Katechese-Wochenenden ein Ordens-Mutterhaus vielleicht altmodisch erscheine: "Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es solcher Räume bedarf, um den Glauben zu lernen“.

Der Neue in der Gemeinde

Doch passten die Gedanken des Referenten nicht allein auf Orden und ihr Leben, sondern ebenso auf die Lage der Pfarrgemeinden. "Jeden Sonntag feiern wir, dass Christus als Gastgeber in unserer Mitte ist – aber wenn es uns dann offensichtlich an Gastfreundschaft mangelt den Anderen, den Fremden, den Suchenden gegenüber, mangelt es dann nicht an Gotteserfahrung?“, so fragte der 49-Jährige.

Es sei doch in Gemeinden erlebbar, dass man Offenheit signalisiere, dann aber den Konsequenzen ausweiche, wenn wirklich jemand Fremdes erscheine. Sieht man die Neuen defizitär an – "die kennen ja unsere Lieder gar nicht, die wissen nicht, wann man kniet,  die sind nicht richtig“ – oder nehme man auf sich, dass sich durch diese Gäste alles verändere? "Es ist wie bei der Entscheidung für Kinder: Man weiß, dass sie alles durcheinander bringen werden, weil sie nicht wie die Eltern sind“, verglich Hennecke. So müsse sich eine "gastfreundliche“ Gemeinde die unbequeme Frage stellen lassen: "Wollt Ihr wirklich, dass alles anders wird?“.

Gastfreundschaft und die Wirklichkeit des Gottesreiches

Aus theologischer Sicht, so betonte der Referent, sei es doch klar: "Wenn ich jemanden aufnehme, dann werde ich aufgenommen, denn es heißt doch: Indem sie Christus in jedem Fremden aufnehmen, werden sie Kinder Gottes“.  Gastfreundschaft führe in die Wirklichkeit von Gottes Reich. "Wir müssen heute auf das schauen, was der Nächste braucht in einer Gesellschaft, die zu Mobilität und Unsicherheit tendiert“, fand der Regens genau darin die Chance, viel Gastfreundschaft zu üben.

"Wir gehen doch nahezu alle als Fremde aneinander vorbei“, beschrieb er ein Beispiel verpasster Gelegenheit: Eine Frau sei lange Zeit regelmäßig in eine Kirche gegangen, bis sie eines Tages nicht mehr erschien. Der einstige Banknachbar machte sich zunächst Gedanken, ob sie krank oder gar gestorben sei – aber da er sie nie nach ihrem Namen gefragt hatte, konnte er nichts machen. Bis er sie eines Tages traf und sie ihm glücklich sagte: "Ich bin Christus begegnet“. Sie war in einer anderen Gemeinde gastfreundlich aufgenommen worden – hatte dort Heimat gefunden.

Die Menschen suchen keinen Club...

Wenn der Fremde, der Gast, als Belastung empfunden werde, dann entferne das die Gemeinschaft - egal, ob Orden  oder Kirchengemeinde – von Gott. "Der Suchende spürt deutlich, ob Christus in unserer Mitte lebt oder nicht. Die Menschen suchen keinen Club – die suchen Authentizität!“. Vielleicht, so abschließend Christian Hennecke, liege gerade in diesen Zeiten des Wandels und des Übergangs der Schlüssel zur Zukunft in der Gastfreundschaft: "Öffnen wir uns Christus im Fremden, dann kann er wirken!“.

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Text: Heike Hänscheid | Foto: Heike Hänscheid
07.03.2010

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