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11.02.2012
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Zollitsch.

Erzbischof Zollitsch hat es als positiv bewertet, dass die Bundesjustizministerin in einem Deutschlandradio-Interview ihre Aussagen zum kirchlichen Umgang mit Missbrauchsfällen teilweise korrigiert habe.

Missbrauchsskandal:

Leutheusser-Schnarrenberger hält an Kritik fest

Freiburg. Im Streit zwischen Bundesjustizministerin und Deutscher Bischofskonferenz gibt es erste Entspannungssignale, allerdings bleibt die Ministerin bei ihrer Kritik am kirchlichen Umgang mit Missbrauchsfällen.

Der Konferenzvorsitzende, Erzbischof Robert Zollitsch, sagte am Mittwoch (24.02.2010) in Freiburg, der angekündigte Brief von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) in der Sache zeige, dass die Ministerin das Gespräch suche, es aber nicht in der Öffentlichkeit führen wolle. Ein Sprecher der Ministerin erklärte hingegen in Berlin, Leutheusser-Schnarrenberger halte an ihrer am Montagabend in den Tagesthemen der ARD geäußerten Kritik fest.

Aussagen teilweise korrigiert

Nach ihren Äußerungen zum Umgang der Kirche mit Missbrauchsfällen hatte die Deutsche Bischofskonferenz am Dienstag ultimativ eine Korrektur der Aussagen der Ministerin gefordert. Die Liberale kündigte daraufhin eine schriftliche Antwort an. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüßte, dass die Ministerin mit Erzbischof Robert Zollitsch sprechen wolle.

Zollitsch bewertete es als positiv, dass die Ministerin in einem Deutschlandradio-Interview vom Mittwochmorgen ihre Aussagen teilweise korrigiert habe. Leutheusser-Schnarrenberger erklärte in diesem Interview, es gehe ihr nicht um einen Konflikt mit der katholischen Kirche und einen öffentlichen Schlagabtausch, sondern um Verbesserungen im Umgang mit sexuellem Missbrauch.

Schon bei Verdachtsfällen Staatsanwaltschaft informieren

Zugleich betonte sie erneut, es reiche nicht aus, wenn die katholische Kirche nur bei erwiesenen Fällen von sexuellem Missbrauch zur Selbstanzeige auffordere oder die Behörden einschalte. Schon bei Verdachtsfällen müsse eine objektive Stelle wie die Staatsanwaltschaft informiert werden. Missbrauch sei ein Offizialdelikt. Zugleich räumte die Ministerin ein, dass es in Deutschland keine Pflicht zur Anzeige gebe.

Die Liberale sprach sich erneut für eine Verschärfung der Richtlinien der katholischen Kirche von 2002 in diesem Sinne aus. Zudem erneuerte sie ihren Vorschlag, einen Runden Tisch aus Staats-, Kirchen- und Opfervertretern einzurichten, um auch den Opfern strafrechtlich verjährter Fälle gerecht zu werden und über freiwillige Entschädigungen ins Gespräch zu kommen.

Kritik von Grünen an Ministerin

Unterdessen rief der Grünen-Politiker Josef Winkler Leutheusser-Schnarrenberger zur Korrektur ihrer Kritik an der katholischen Kirche auf. "Die Ministerin sollte die Größe haben, die in der Eile eines Live-Interviews gemachten Äußerungen zu korrigieren", sagte der kirchenpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag am Mittwoch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin. Die Kritik an den Bischöfen beim Umgang mit Fällen von sexuellem Missbrauchs sei "zu hart" gewesen, so Winkler.

Zudem seien einige Aussagen schlicht "unzutreffend". "Den Bischöfen heute zu unterstellen, sie seien an einer Aufklärung nicht interessiert, ist falsch", sagte der Grünen-Politiker. Winkler bewertete auch die Vorschläge der Justizministerin zum weiteren Vorgehen skeptisch. "Bei der Frage des Runden Tisches hat sich Leutheusser-Schnarrenberger verrannt", so Winkler. Ein solches Vorgehen könne der Staat nicht von oben diktieren.

 

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Text: Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
24.02.2010

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