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24.05.2012
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Mein Denkmal und ich.

Das Haus- und Hofkreuz der Familie Rietmann entstand 1937/38.

Mein Denkmal und ich (201)

Kreuz als öffentliches Zeichen

Hörstel-Dreierwalde. "Die Geschichte von unserem Haus- und Hofkreuz beginnt im Jahr 1937/38", erzählt Maria Rietmann aus Hörstel-Dreierwalde. Ewald Rietmann, ihr verstorbener Schwiegervater, war ein erklärter Gegner der Nazi-Diktatur und wollte mit dem Kreuz ein Zeichen setzen. "Deshalb ließ er es unter persönlichen finanziellen Opfern errichten", weiß Maria Rietmann. Wer das Kreuz mit dem Korpus geschaffen hat, wissen sie und ihr Ehemann Heinz jedoch nicht.

Ein möglicher Hintergrund zur Errichtung des Hofkreuzes könnte im "Kreuzkampf" von 1936 liegen. Ende 1936 hatte die NS-Leitung in Oldenburg einen Erlass herausgegeben, der besagte, dass aus allen staatlichen Gebäuden und damit auch aus den katholischen Konfessionsschulen religiöse Zeichen und vor allem Kreuze entfernt werden sollten.

Maria Rietmann, Dreierwalde.

Im Mai 1939 heiratete Ewald Rietmann seine Frau Elisabeth, geborene Darpel. Am Hochzeitstag wurde das Kreuz mit der Inschrift "Es ist vollbracht" feierlich gesegnet. Es fand seinen Platz an der Winkelstraße. Durch die Flurbereinigung Anfang der 1960er Jahre stand es dann einsam und verlassen in einer Ecke auf der zum Hof gehörenden Pferdewiese. Auf Betreiben der jetzigen Besitzern Maria Rietmann bekam das imposante Kreuz im April 1997 einen neuen, würdigen Platz an der Brookstraße 6. Die Einfahrt zum Hof wurde dabei neu angelegt. Maria Rietmann hält das Kreuz und die Anlagen sauber. "Viele Radfahrer und Wanderer halten an dem Kreuz für ein kurzes Gebet an", weiß sie. Auch sie selbst hält jeden Tag ein Mal inne, geht für eine kurze Besinnung zum Kreuz, um dann wieder ausgeglichen und gestärkt an ihre Arbeit zu gehen.

Vor zwei Jahren besuchte sogar ein Weihbischof aus Ghana das Kreuz und war beeindruckt. Tochter Verena hatte den Weihbischof bei ihrem dreimonatigen Aufenthalt in der ehemaligen Missionsstation des Weißen Vaters Bernhard Hagen in Ghana kennen gelernt. Als er in Dreierwalde war, ließ er es sich nicht nehmen, das Hofkreuz zu betrachten.

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Text: Marianne Sasse | Fotos: Marianne Sasse in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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