Papst Benedikt XVI. gratuliert neuem Patriarchen
Irinej führt serbisch-orthodoxe Kirche
Belgrad. Bischof Irinej von Nis ist am Samstag (23.01.2010) in sein neues Amt als Oberhaupt der serbisch-orthodoxen Kirche eingeführt worden. Die Feier fand in der Belgrader Kathedrale statt. Der vollständige Titel des neuen Patriarchen lautet: Erzbischof von Pec, Metropolit von Belgrad-Karlowitz und Serbischer Patriarch. Der 79-Jährige war am Freitag (22.01.2010) gewählt worden. Er ist Nachfolger des im November verstorbenen Patriarchen Pavle I.
Zu den Teilnehmern an den Feierlichkeiten gehörten neben orthodoxen Würdenträgern auch der Apostolische Nuntius, Erzbischof Orlando Antonini, und der katholische Erzbischof von Belgrad, Stanislav Hocevar. Die serbische Regierung war durch Premierminister Mirko Cvetkovi sowie einige Kabinettsmitglieder vertreten.
In seiner ersten Predigt als Patriarch erklärte Irinej, er betrachte seine Wahl als Werk der Gnade und Liebe Gottes. Daher verpflichte ihn dieses Amt und verlange von ihm eine würdige Antwort. Am historischen Sitz der serbischen Kirche in Pec soll eine weitere Feierlichkeit für den neuen Patriarchen stattfinden. Ein Zeitpunkt ist noch nicht bekannt. Zu den Aufgaben Irinejs gehört eine politische Richtungsentscheidung der serbisch-orthodoxen Kirche. Eine wichtige innerkirchliche Streitfrage ist die Zusammenarbeit mit der internationalen Staatengemeinschaft in der Kosovo-Frage.
Auch Zollitsch gratuliert
Papst Benedikt XVI. gratulierte Irinej zu seiner Wahl. Er wünschte dem neuen Oberhaupt "innere Stärke, um die Einheit und das geistliche Wachstum der serbisch-orthodoxen Kirche zu festigen, aber auch um brüderliche Beziehungen mit anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften aufzubauen". Der Präsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), der ungarische Kardinal Peter Erdö, betonte, er schätze den neuen Patriarchen wegen seiner persönlichen Überzeugungen und seiner ökumenischen Einstellung. Auch die Deutsche Bischofskonferenz schickte ein Glückwunschschreiben. Darin verlieh der Konferenzvorsitzende, Erzbischof Robert Zollitsch, der Hoffnung Ausdruck, "dass wir weiterhin gemeinsam einen Weg des brüderlichen Miteinanders zwischen Ihrer und unserer Kirche finden werden".
Irinej wurde am 28. August 1930 als Miroslav Gavrilovic in Westserbien geboren. Er besuchte das Priesterseminar in Prizren im Kosovo und studierte an der Theologischen Fakultät in Belgrad. 1959 empfing er die Mönchs- und Priesterweihe. Anschließend studierte er in Athen und wurde 1969 Direktor der Mönchsschule Ostrog in Montenegro. Von dort wurde er zum Rektor des Priesterseminars in Prizren berufen. 1974 wurde Irinej Vikarbischof von Moravica in Serbien. 1975 wurde er zum Diözesanbischof von Nis gewählt. Die Stadt Nis liegt in Südostserbien. Kaiser Konstantin der Große, der das Christentum als Religion im römischen Reich zuließ, wurde dort geboren.
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KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH
24.01.2010
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