
Im Essener Münster eröffneten die Kirchen ihr Programm zum Jahr der Kulturhauptstadt Ruhr.2010.
Ökumenischer Gottesdienst zur Eröffnung
Overbeck bittet um Segen für Kulturhauptstadt Essen
Essen. Mit einem ökumenischen Gottesdienst im Essener Dom haben die Kirchen am Freitagabend (08.01.2010) das Jahr der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 eingeläutet. Essens Bischof Franz-Josef Overbeck bat um Gottes Segen "für dieses Jahr, für die Menschen, die hier leben und schaffen, und für alle, die kommen werden, das Geschaffene zu sehen".
An der Feier und einem anschließenden Empfang nahmen Bundestagspräsident Norbert Lammert, NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU), NRW-Landtagspräsidentin Regina van Dinther sowie der Geschäftsführer der Ruhr.2010, Fritz Pleitgen, teil. Der Präses der westfälischen Landeskirche Alfred Buß äußerte die Hoffnung, dass die "spirituelle Tiefe der christlichen Tradition" im Kulturhauptstadtjahr erleuchten und erklingen werde.
Kirchen läuten Kultur-Jahr ein
Nicht nur symbolisch läutete die Feier das Großereignis "Ruhr.2010" ein, das am Wochenende (09. / 10.01.2010) mit einem Volksfest auf der Zeche Zollverein in Essen eröffnet wurde. Gegen Ende des Gottesdienstes ging vom Essener Dom das "Ruhrgebietsläuten" aus, in das nach und nach alle Kirchenglocken des Ruhrgebietes einstimmten. Zum ersten Mal wurde das Kulturhauptstadtkreuz am Altar des Essener Doms aufgestellt. Das rund zweieinhalb Meter hohe Kunstwerk des Benediktiners Abraham Fischer soll im Laufe des Jahres in 53 Ruhrgebietsstädten Station machen.
Neben Overbeck und Buß feierten den Gottesdienst am Altar der Erzbischof von Paderborn, Hans-Josef Becker, der frühere Essener und jetzige münstersche Bischof, Felix Genn, der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, der Griechisch-Orthodoxe Metropolit von Deutschland, Augoustinos, sowie Pastor Andre Carouge als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in NRW.
Präses Buß predigt
In seiner Predigt sagte Buß, viele Menschen suchten heute neu nach Spiritualität und nach einem "Gegengewicht zu Hektik und Materialismus unserer Zeit". Diese spirituelle Tiefe lieferten die Kirchen. "Christus, das Licht der Welt, wird in der Kulturhauptstadt hell erstrahlen." Dazu bedürfe es aber der Zusammenarbeit aller Konfessionen. Keine der Kirchen könne das Farbenspektrum, welches das Licht ausmache, alleine darstellen. Der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen nannte als Beispiel für den Beitrag der Kirchen zum Kulturhauptstadtjahr die Kirchenkunst. "Sie schafft Neues, Ungesehenes, Unerhörtes. Das wird uns verändern."
Die evangelische und die katholische Kirche beteiligen sich mit zahlreichen Programmpunkten am Kulturhauptstadtjahr. Dazu gehören das nach Veranstalterangaben größte Orgelfestival der Welt mit 480 Konzerten an mehr als 70 Orten. Daneben gibt es Ausstellungen, Vorträge, Symposien, einen Pilgerweg und Tagestouren zu bedeutenden Kirchen. Die Essener Domschatzkammer zeigt die Ausstellung "musica enchiriadis" über die Entstehung der Mehrstimmigkeit in der Musik des Abendlandes. Die evangelische Kirche plant ein Pop-Oratorium "Die zehn Gebote" mit 2.500 Sängern. Weiter ist eine "Nacht der offenen Gottes- und Gebetshäuser" vorgesehen, an der auch jüdische, muslimische und buddhistische Gemeinden teilnehmen.
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Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: pd
10.01.2010
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