
Bischof Felix Genn und Dompropst Josef Alfers beim Neujahrsempfang in Münster.
Neujahrsempfang: Bischof Genn setzt Lettmanns Tradition fort
"Glücksiälig Niejaohr" für die Menschen im Bistum
Bistum. "Danke, dass wir Sie haben!" Dompropst Josef Alfers erhob das Glas auf Bischof Felix Genn und beendete so seinen kleinen Rückblick auf das "bewegende und bewegte Jahr für das Bistum Münster". Zum ersten Mal hatte der neue Diözesanbischof am Freitag (01.01.2009) zum Neujahrs-Empfang eingeladen und setzte damit die Tradition seines Vorgängers, Alt-Bischof Reinhard Lettmanns, fort. Der war übrigens auch im Bischofshaus, in dem viele Vertreter des öffentlichen, sozialen und kirchlichen Lebens einander und dem neuen Hirten ein "glückseliges neues Jahr" wünschten.
Bischof Felix habe mit Sensibilität die Fäden wahr- und aufgenommen, die sein Vorgänger hinterließ, so lobte Alfers die ersten neun Arbeits-Monate des aus Essen gekommenen Oberhirten. Der wiederum gab das Kompliment zurück: "Ich danke für die herzliche und freundliche Aufnahme", so Genn, der "allen Warnungen zum Trotze in Westfalen noch keinem Dickkopf" begegnet sei. Er habe in seinem ersten Jahr im Bistum Münster bereits bewegende Momente miterlebt - etwa Diakon- und Priesterweihe, aber auch die Trauer um den erst vor wenigen Tagen verstorbenen Weihbischof Josef Voß. "Auch in traurigen und schweren Stunden aber wissen wir uns vom Glauben getragen", so interpretierte er den münsterländischen Wunsch nach einem "glücksiälig Niejaohr". Das sei eben mehr als ein "glückliches neues Jahr".
Führung und Inspiration
Dompropst Alfers hatte im Namen des gesamten Domkapitels dem Bischof die Grüße der Bistumsverwaltung überbracht und die Art des Aufeinander-Zugehens, die Liebenswürdigkeit und die Sensibilität von Bischof Felix Genn hervorgehoben. Unerwartet hatte Genn ihn vor Monaten gefragt, warum das Domkapitel gerade ihn gewählt habe. "Und zu meiner Antwort stehe ich noch heute", verriet Alfers: "Wir wollten die Fortsetzung dessen, was Bischof Reinhard Lettmann uns 28 Jahre geschenkt hat: Nämlich geistliche Führung und Inspiration." Auch nach einem Dreivierteljahr Amtszeit des neuen Bischofs stehe das ganze Domkapitel einmütig hinter der Entscheidung.
Dass Bischof Felix Freiraum für eben diese geistliche Inspiration habe solle, das hob der Dompropst besonders hervor. Dafür sorge eigentlich die Bistumsleitung, die inzwischen durch den Weggang von Weihbischof Franz-Josef Overbeck nach Essen ("das waren wir dem Bistum dort schuldig, nach der Wegnahme von Bischof Felix einen kraftvollen Bischof abzugeben") sowie den Tod von Weihbischof Voß nicht mehr vollständig sei – der westfälische Teil des Bistums hat keinen Weihbischof mehr. "Ich hoffe, dass wir am 1. Januar 2011 beim Neujahrsempfang mit einem kompletten Team hier stehen können", so Genn zum Wunsch von Alfers, "dass Rom uns möglichst bald tüchtige, handlungsfähige und fromme neue Bischöfe schickt".
Mit persönlichen Begrüßungen und kurzen Gesprächen nahmen sich die anwesenden Bistums-Vertreter fast eine Stunde Zeit für die zahlreichen Gäste.
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Text: Heike Hänscheid | Foto: Hänscheid
(01.01.2010)
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