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30.07.2010
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Papst.

Der Papst mahnte, die Menschen sollten in ihrem Leben Gott wieder Priorität einräumen.

Papst: Egoistisches Denken überwinden und Gemeinwohl fördern

Zwischenfall bei Christmette im Petersdom

Vatikanstadt. Ein Zwischenfall im Petersdom hat die Weihnachtsfeiern im Vatikan überschattet. Dabei brachte eine offenbar geistig-verwirrte Frau zu Beginn der Christmette Papst Benedikt XVI. zu Fall. Im Gerangel wurde ein Kardinal verletzt.

Der Papst konnte sich sofort wieder erheben und feierte wie vorgesehen die Messe. Am Ersten Weihnachtstag (25.12.2009) spendete der Papst vor zehntausenden Menschen auf dem Petersplatz den Segen "Urbi et orbi". Zuvor rief er in seiner traditionellen Weihnachtsbotschaft zum Frieden im Nahost auf und warnte vor Egoismus in der Wirtschaftskrise.

Kardinal Etchegaray mit Oberschenkelhalsbruch

Während des Einzugs der Priester in die Kirche übersprang eine 25-Jährige die Absperrungen, näherte sich dem Papst und griff seine Stola. Erst dann wurde sie von Sicherheitsbeamten überwältigt und riss den Papst mit zu Boden. Im Gerangel zog sich Kurienkardinal Roger Etchegaray (87) einen Oberschenkelhalsbruch zu, er wurde am Freitag in der römischen Gemelli-Klinik operiert. Die Angreiferin, die nach vatikanischen Angaben die Schweizer und italienische Staatsbürgerschaft hat, hatte schon vor einem Jahr versucht, sich dem Papst zu nähern.

In seiner Predigt in der Mitternachtsmesse warnte der Papst die Menschen vor Egoismus und Abkapselung. Streit und Unversöhnlichkeit in der Welt seien darin begründet, dass die Menschen in ihren Interessen und Wünschen gefangen seien, sagte er vor rund 10.000 Gläubigen im überfüllten Petersdom. Der Papst mahnte, die Menschen sollten in ihrem Leben Gott wieder Priorität einräumen. Bereits am Nachmittag war die große Krippe auf dem Petersplatz feierlich enthüllt worden.

"Logik der Gewalt und der Rache" aufgeben

In seiner traditionellen Weihnachtsbotschaft erinnerte Benedikt XVI. an die Situation in Nahost. Gerade im Land der Geburt Jesu gelte es, jede "Logik der Gewalt und der Rache" aufzugeben und sich mit neuer Kraft für ein friedliches Zusammenleben einzusetzen, sagte er auf der Loggia des Petersdoms.

Mit Blick auf die globale Wirtschaftskrise mahnte der Papst, egoistisches Denken zu überwinden und das Gemeinwohl zu fördern. Die Menschheitsfamilie sei "tief von einer schweren wirtschaftlichen, aber noch mehr von einer moralischen Krise und den schmerzlichen Wunden von Kriegen und Konflikten gezeichnet", sagte Benedikt XVI. Zugleich erinnerte er an den Einsatz der Kirche gegen Armut und Konflikte in vielen Regionen der Welt.

Weihnachtsgrüße in 65 Sprachen

Nach seiner Festtagsbotschaft wünschte das Kirchenoberhaupt frohe Weihnachten in 65 Sprachen. Auf Deutsch sagte er: "Die Geburt Jesu Christi, des Erlösers der Menschen, erfülle Euer Leben mit tiefer Freude und reicher Gnade; sein Friede möge in Euren Herzen wohnen. Gesegnete und frohe Weihnachten!"

Auf den Zwischenfall zu Beginn der Christmette im Petersdom ging der Papst nicht ein. Italienische Medien erörterten am Freitag die Sicherheit des Papstes.

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