
Bischof Genn an Weihnachten: Jesus hat den Herzschlag Gottes in dieser Welt gebracht.
Bischof Genn am ersten Weihnachtstag im Dom:
"Möge Sie Weihnachten tief ergreifen"
Bistum. Bischof Felix Genn hat den Menschen eine gnadenreiche Weihnacht gewünscht. "Ich möchte, dass Sie tief innerlich ergriffen und berührt werden von dieser Botschaft." Die Herzen mögen so voll davon sein, dass alle Tage des Jahres davon bestimmt seien. Das sagte der Bischof von Münster im Pontifikalamt am ersten Weihnachtstag (25.12.2009) im münsterschen St.-Paulus-Dom.
Oft wird der Bischof nach eigenen Angaben vor dem Weihnachtfest gefragt, was dafür getan werden kann, damit die Kirchen wieder voller werden. Seine Antworte laute: "Dass in unseren Herzen etwas leuchtet, was in unseren Werken durchscheint." Dies brauche aber Kontinuität: Sonntag für Sonntag. Das Geheimnis von Weihnachten wolle das ganze Leben der Menschen ergreifen, betonte Genn.
"Botschaft will unser ganzes Leben bestimmen"
Die Botschaft von Weihnachten will nach den Worten des münsterschen Bischofs in die gesamte Wirklichkeit der Menschen hineinstrahlen. Die Feier der Festtage gebe Gelegenheit, sich der Nahrung zu vergewissern, wovon dieser Glaube lebe. Die weihnachtlichen Lesungstexte seien solche Nahrung. "Sie wollen dazu beitragen, dass in unseren Herzen etwas zum Licht wird, zum Leuchten kommt, dass es solche Strahlkraft hat, dass es unser es unser Leben bestimmt."
Die Texte sprechen davon, wie die ersten Gläubigen dem Menschen Jesus von Nazareth begegnet sind und wie sie zusehends erfahren haben, was in ihm steckt, wie der Bischof erläuterte. In Jesus habe Gott sein Geheimnis aller Welt kund gemacht; von Jesus hätten sich Menschen berühren lassen.
Der Herzschlag Gottes
Der Verfasser des Johannesevangeliums habe festgehalten, dass zwar kein Mensch Gott gesehen habe – aber er berichte, Jesus habe "am Herzen des Vaters geruht". Jesus "hat den Herzschlag Gottes in dieser Welt gebracht", erläuterte Genn. Christus habe dies in seinem Leben und Leiden widerstrahlen lassen. Die Menschen, die Jesus erlebt hätten, hätten die Erfahrung gemacht: "Sie dringen bis an das innerste Geheimnis der Welt vor." An Jesus könnten Menschen aller Generationen erfahren, wer Gott sei und wie er sich die Schöpfung und den Menschen denke.
In Jesus hat Gott nach den Worten Genns die ganze Kraft, die in ihm steckt, bekannt gemacht. Der Verfasser des Johannesevangeliums lade ein, sich auf Jesus einzulassen und Kind Gottes zu werden. "Das ist mehr als all die vielen Dinge, die auf den Gabentischen liegen und die alle ein Verfallsdatum haben; hier ist etwas, was bleibt, was aber genährt sein will", meinte der Bischof von Münster. Nachdrücklich ermunterte er dazu, die Worte der Heiligen Schrift zu hören, die Gottesdienste zu feiern und "in tiefer Dichte zu kommunizieren".
Einladung: In Beziehung zu Gott eintreten
Bereits in der Heiligen Nacht hatte Bischof Genn für eine vertiefte Beziehung zu Gott geworben: "Ich möchte Sie in dieser Nacht gewinnen, liebe Schwestern und Brüder. Ich möchte Sie gewinnen für Gott." Er lud die Gläubigen ein: "Nehmen Sie den Geschmack wahr, den die Worte der Lieder, der Liturgie, der Gebete und der heiligen Texte in dieser Nacht und in dieser Festzeit verbreiten."
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Text: Norbert Göckener | Foto: Michael Bönte
25.12.2009
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