
Der Platz von Weihbischof Josef Voß im Chorgestühl des St.-Paulus-Doms in Münster.
Bewegende Einträge im Kondolenzbuch von kirchensite.de
Tiefe Dankbarkeit für Weihbischof Josef Voß
Bistum. Pfarrer Robert Vorholt aus Dülmen erinnert an das Versprechen, das Josef Voß bei der Bischofsweihe am 24. April 1988 gegeben hatte: "Ich bin Josef, euer Bruder" (Gen 45,4). "Josef Voß hat Wort gehalten", stellt Vorholt im Kondolenzbuch fest, das kirchensite.de nach dem Tod des Weihbischofs am Mittwoch (16.12.2009) eingerichtet hat.
Trauer mischt sich mit Dankbarkeit in den Einträgen aus dem Bistum, aus Deutschland, aus dem Ausland. Ericke Araujo aus Petrolina in Brasilien hat Voß im Umfeld des Weltjugendtags 2005 kennen gelernt. Obwohl der Text in brasilianischem Portugiesisch verfasst ist – die Trauer um "Dom José" überwindet die Sprachbarriere. Robson Rocha aus Petrolina schreibt von einem großen Verlust – auch er auf Portugiesisch.
"Einfach, unkompliziert und klar"
Viele würdigen Voß als Seelsorger. "Beeindruckt hat mich seine Nähe zu den Menschen, die Distanz schnell überwand, stets ungekünstelt war, frei von Launenhaftigkeit", erinnert sich Pfarrer Heinrich Plaßmann aus Ahaus. Er betont den guten Zugang des Weihbischofs zu Jugendlichen. Angela Reddemann aus München ergänzt, Josef Voß habe "sein Herz an die Menschen verloren. Einfach, unkompliziert und klar führte er Jesu Werk weiter." Doris Krug aus Selm schreibt, der Verstorbene sei auf Menschen zugegangen, habe zugehört und sich für sie eingesetzt.
Michael Fährmann betont, ohne Voß, der ihn gefirmt habe, "hätte ich heute sicher nichts mehr mit der Kirche zu tun. Seine Fähigkeit, Großes in einfachen Worten zu sagen, hat mich immer begeistert." "Es ist gut, wenn Menschen Vertrauen schenken können. Weihbischof Voß war so jemand", schreibt Daniela Meier aus Bottrop.
Gustav-Hermann Peters, früher Diözesansekretär der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung, stellt fest: "Weihbischof Josef Voß musste sich nicht anstrengen, um glaubwürdig und des Glaubens würdig zu sein." Kira Poles aus Marl erinnert sich an den Tag, als der Verstorbene sie firmte: "Es hat Spaß gemacht, sich mit ihm zu unterhalten." Familie Hölscheidt aus Waltrop vermisst den "Rufer in der Wüste unserer Gesellschaft". Ein anonymer kirchensite.de-Eintrag lautet schlicht: "Danke, Bischof Voß!"
Als liebenswerter und warmherziger Seelsorger bleibt Weihbischof Voß in Erinnerung. |
"Liebenswerter und
warmherziger Mensch"
Als dialogbereiten, dialogfähigen Bischof würdigt Norbert Hagemann, Geschäfts-führer des Kreisdekanats Coesfeld, den Verstorbenen. Pax Christi nennt Voß glaubwürdig und authentisch. Stefan Keßler vom Jesuitischen Flüchtlingsdienst Brüssel behält ihn als engagierten Verteidiger der Rechte von Migranten in Erinnerung. Das Vorbild von Voß sei Ansporn, seinen Einsatz fortzuführen. Er werde "als ein liebenswerter und warmherziger Mensch sehr fehlen".
Christian Müller, Mitarbeiter der Deutschen Bischofskonferenz, würdigt Voß als "äußerst kompetenten, glaubwürdigen und bis über seine Kraft hinaus engagierten" Vorsitzenden der Migrationskommission. Mit Humor habe Voß von sich als "kleinem Mann" gesprochen: "Er war jedoch eine große Persönlichkeit."
Sven Kobinger aus Ettlingen trauert, obwohl er nur Texte und Aussagen des Weihbischofs kennt. Voß sei ein "wahres Vorbild" dafür gewesen, was Caritas bedeute: "Solche Menschen sind ein großes Geschenk." Auch Pfarrer Martin Weber aus Ibbenbüren betont: "Caritas war nicht nur seine Arbeit und sein Engagement, sondern auch sein Christsein und Leben. Wir haben ein Vorbild verloren."
"Bezeugt, dass Gott die Liebe ist"
Albert-Peter Rethmann, Priester des Bistums Münster und Gründungsdirektor des von den deutschen Bischöfen gegründeten "Instituts für Weltkirche und Mission" in Frankfurt, schreibt, Voß habe "ausgestrahlt und bezeugt, dass Gott die Liebe ist". Der Einsatz des Weihbischofs für Migranten und Flüchtlinge "war beispielhaft. Seine offene, herzliche und sensible Art bleibt für mich Beispiel überzeugenden christlichen Lebens."
"Ich wurde als Jugendlicher von Weihbischof Voß in Dorsten-Holsterhausen gefirmt. Im letzten Jahr durfte ich ihn als Pfarrer in Ibbenbüren zur Firmung willkommen heißen", erinnert sich Thomas Lemanski in kirchensite.de. Da sei ihm klar geworden, wie lange der Verstorbene "als Weihbischof in unserem Bistum gewirkt hat". In Voß habe die Menschenfreundlichkeit Gottes "immer wieder ein konkretes Gesicht" bekommen, schreibt Diakon Bernhard Rathmer aus Rheine. Er lobt den Weihbischof für "klare Worte" und "Hände, die zupacken mochten". Auch Jörg Philipp aus Haltern erinnert sich gern. Sein Eintrag endet mit dem Wunsch: "Durch die Gnade Gottes möge er seinen Platz in der Ewigkeit finden. Tschüss, Josef!"
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Text: Jens Joest | Fotos: Michael Bönte
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