
Rund 2.000 zumeist junge Gläubige empfingen das Friedenslicht aus Betlehem in Münster.
Flamme aus Betlehem erreicht das Bistum Münster
Junge "Paten" für das Friedenslicht
Bistum. Gedämpfte Beleuchtung in der Kathedrale. Die Säulen um den Altarraum sind in blaues Licht getaucht. Quirliges Treiben und adventliche Andacht mischen sich am Sonntagabend (13.12.2009) im St.-Paulus-Dom in Münster bei der Aussendungsfeier des Friedenslichts aus Betlehem. Rund 2.000 Gläubige sind mit Kerzen und Laternen nach Münster gekommen, um das Licht in Empfang zu nehmen, das Pfadfinder aus der Geburtsgrotte in Betlehem über Wien nach Westfalen gebracht haben.
Unter den zumeist jungen Besuchern sind vor allem Pfadfinder der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG), der Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG) und des Verbands Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP). Der Wortgottesdienst mit Domvikar Stefan Sühling, dem Leiter der Hauptabteilung Seelsorge im Bischöflichen Generalvikariat Münster, und mit dem münsterschen Superintendenten Dieter Beese schlägt einen Brücke zwischen dem Licht aus dem Heiligen Land, das an die Geburt Jesu und sein Dasein als Licht für die Menschen erinnern soll, und der "Wende" in der DDR 1989 / 90. Damals seien zunächst wenige, mutige Menschen mit Kerzen auf die Straßen Leipzigs gegangen, um friedlich für Freiheit zu demonstrieren. Ihnen hätten sich mit der Zeit immer mehr Menschen angeschlossen, sodass eine Bewegung entstanden sei, deren Fortgang niemand voraussehen konnte. Die Botschaft dahinter sei umso klarer auf eine friedliche Revolution ausgerichtet gewesen, resümiert das Vorbereitungsteam: "Hände, die brennende Kerzen halten, können keine Steine werfen."
Domvikar Stefan Sühling feierte die Aussendung mit den Jugendlichen im St.-Paulus-Dom. |
Das Licht als "Auftrag"
Domvikar Sühling verweist in seiner Ansprache darauf, dass die im Dom zusammengekommenen jungen Menschen gleichsam Paten seien für das Licht, das sie in ihre Stämme und Gemeinden trügen. So wie die Flamme einer frisch entzündeten Taufkerze zu beschützen sei, so müssten auch Frieden und Gerechtigkeit bewahrt bleiben. Dies sei Anregung und Auftrag zugleich für die Pfadfinder: Sie sollten für das eintreten, für das das Licht im übertragenen Sinne stehe. Superintendent Beese betont, es sei wichtig, Gott als das Licht zu erkennen, seinem Weg zu folgen und aus ihm Kraft zu schöpfen.
Musikalisch gestaltet die Band der Jugendkirche "Effata" unter Leitung von Anselm Thissen den Gottesdienst und verleiht der Feier Event-Charakter – nicht zuletzt, als die anfängliche Motivationsarbeit Früchte trägt: Beim obligatorischen Pfadfinderlied "Flinke Hände" am Ende des Gottesdienstes steigen auch Sühling und Beese mit ein in die Choreographie.
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Text: Juliane Plöger | Fotos: Joachim Busch
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