
Domvikar Stefan Sühling bei seinem Referat zu Beginn des Kongresses.
Kirchenmusik-Kongress
"Spiegel himmlischer Musik"
Bistum. Sie sollten sich "das Herz durch die Musik weiten lassen", gab Bischof Felix Genn per Videobotschaft den Teilnehmern zu Beginn des ersten Kirchenmusik-Kongresses im Bistum Münster mit auf den Weg. Etwa 90 haupt-, neben- und ehrenamtliche Kirchenmusiker waren dazu am Freitag und Samstag (13./14.11.2009) in das Liudgerhaus nach Münster gekommen.
Der Bischof bedankte sich für das Engagement der Beteiligten und forderte sie auf, "alle Ausdrucksformen der geistlichen Musik anzubieten". Das zweitägige Treffen diente der Standortbestimmung der Kirchenmusik in Kultur, Gesellschaft und Pfarrgemeinde. Die Teilnehmer konnten aus den Referaten und Workshops eine Perspektive für die musikalische Arbeit vor Ort entwickeln.
Unterschiedliche Gruppen erreichen
Auf das Spannungsfeld in einer sich "entchristlichenden Gesellschaft" das grundlegende Wesen der Kirchenmusik, "die Widerspiegelung der himmlischen Musik", zu transportieren, ging Thomas Sternberg, Mitglied des nordrhein-westfälischen Landtags und Leiter der Bistumsakademie Franz-Hitze-Haus, in seinem Eröffnungsreferat ein. "Sie als Kirchenmusiker arbeiten am Heiligen." Dass dies vor dem Hintergrund der sich schnell ändernden gesellschaftlichen wie kirchlichen Strukturen schwierig sei, liege auf der Hand.
Dabei stelle sich die Frage, wie man mit einer angemessenen Musik auch an unterschiedliche Gruppen und Milieus herankomme. "Letztlich wird es die Qualität sein, die überzeugt", ermutigte er die Zuhörer, die er als wichtige Mitglieder des kulturellen Dialogs nannte. "Auch weil ihre Musik identitätsstiftende und integrierende Wirkung hat."
Musikalische Arbeit mit Kindern hat hohe Priorität
Der starke Rückgang der Studierendenzahlen im Bereich der Kirchenmusik beschäftigte Stefan Klöckner, Dozent an der Folkwang-Musikhochschule in Essen, in seinem anschließenden Vortrag. Was nicht zuletzt an den schlechten Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt liege.
Eine wichtige Möglichkeit sah er in der "Bündelung in der Ausbildung", bei der andere Studieninhalte mit denen der Kirchenmusik zusammengefasst würden, etwa mit der Schulmusik. Auch die Arbeits- und Anstellungsstruktur der Kirchen müssten diesem Rechnung tragen. Zudem forderte Klöckner, dass musikalische Arbeit mit Kindern hohe Priorität haben müsse, "um Glauben weitergeben zu können und den Glauben nicht sang- und klanglos zu machen".
Teamfähig sein
Durch die veränderten pastoralen Strukturen sah Domvikar Stefan Sühling, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge im Bistum Münster, in seinem Statement auch eine veränderte Aufgabenstellung für die Kirchenmusiker. Sie müssten in den Großpfarrei teamfähig sein. "Dabei ist die Entwicklung gemeinsamer Ziele mit den anderen pastoralen Mitarbeitern wichtig", so Sühling. Denn in dem Team spiele die Kirchenmusik eine herausragende Rolle, wenn es gelinge, "Glauben weiterzugeben, die pastorale Arbeit mit neuen Impulsen zu bereichern und die unterschiedlichen ästhetischen Milieus einer Pfarrgemeinde anzusprechen, die mit Worten manchmal nicht mehr erreicht werden können".
Im Anschluss an die Referate standen Arbeitsgruppen zu unterschiedlichen Themen rund um die Kirchenmusik im Angebot. So war es möglich, verschiedene Formen der Stimmbildung kennen zu lernen oder neue Formen der musikalischen Gestaltung der Tagesliturgie zu erlernen. Mit auf dem Programm stand auch ein Pontifikalamt mit Bischof Felix Genn in der Überwasserkirche, das musikalisch natürlich von den Teilnehmern selbst gestaltet wurde.
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Text: Michael Bönte | Foto: Michael Bönte
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