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24.05.2012
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Aufruf zur PGR-Wahl

Sie ermuntern die Katholiken, am Wochenende zur Wahl zur gehen: "Wähl doch mal Kirche" heißt der Slogan, für den (v.l.) Domvikar Stefan Sühling, Margret Pernhorst vom Diözesankomitee der Katholiken und die "Wahlleiterin" Ise Kamp werben.

Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände werden neu besetzt

Fast 1,5 Millionen Katholiken zur Wahl aufgerufen

Bistum. Zumindest für die Katholiken in Nordrhein-Westfalen geht am Wochenende (07./08.11.2009) der Wahlmarathon dieses Jahres noch weiter: Denn sie wählen in den fünf Bistümern des Lands ihre Vertreterinnen und Vertreter in die Pfarrgemeinderäte (PGR) und Kirchenvorstände (KV). Im NRW-Teil des Bistums Münster sind dabei fast 1,5 Millionen Mensch ab 16 Jahren wahlberechtigt. Auf deren aktive Unterstützung durch eine möglichst hohe Wahlbeteiligung hoffen dabei rund 6.000 Männer und Frauen, die für die Gremien kandidieren.

Dass es in diesen Zeiten von Fusionen und Übergangslösungen nicht immer einfach ist, engagierte Christen als Kandidaten zu gewinnen, das verhehlt Ise Kamp nicht, als Geschäftsführerin des Diözesanrats sozusagen die oberste "Wahlleiterin". "Dennoch scheint es so zu sein, dass es eine Art 'Nun erst Recht!'-Gefühl an der Basis gibt", sagte sie am Montag (02.11.2009) bei einem Mediengespräch. "Es wird in allen knapp 400 Gemeinden gewählt."

Ausnahmen bilden allerdings etliche Pfarreien, die bis Ende 2010 fusionieren werden. "Hier bestand auf Antrag die Möglichkeit, die Amtszeit der derzeitigen Gemeinderäte bis zur Fusion zu verlängern." Davon machen zum Beispiel im Kreisdekanat Recklinghausen 14 Gemeinden Gebrauch, 40 Gemeinden werden dort wählen. Im Kreisdekanat Borken setzen fünf Gemeinden aus, 37 werden wählen.

Netzwerke knüpfen

Margret Pernhorst, Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Münster, kennt als Pfarrgemeinderatsvorsitzende in Lüdinghausen die Sorgen der Basis und weiß, was auf die zu wählenden rund 4.000 künftigen PGR-Mitglieder in den vier Jahren ihrer Amtszeit zukommt: "Es wird nicht darum gehen, Machtverhältnisse auszuloten - weder innerhalb von fusionierten Gemeinden noch zwischen Pfarrern und Laien. Vielmehr müssen Netzwerke geknüpft werden, um Visionen für die Weitergabe des Glaubens zu entwickeln, die unter den veränderten Raum-, aber auch gesellschaftlichen Verhältnissen tragen."

Die Chance, das Leben der Gemeinden vor Ort mitzutragen und der Kirche "ein Gesicht zu geben", hebt Domvikar Stefan Sühling, Leiter der Abteilung Seelsorge im Bischöflichen Generalivikariat Münster hervor, um Christen für die Wahl zu motivieren. "Sowohl jene, die durch ihre Stimmabgabe zeigen, wie wichtig sie den Einsatz ihrer Kandidaten nehmen, als auch die Gewählten, die sich für die nächsten vier Jahre - drei Jahre im KV - an diese schwierige Aufgabe machen, zeigen, dass ihnen das Leben der Gemeinde am Herzen liegt." Der Blick auf den - trotz der vielfach gewachsenen Gemeindegrößen - kleinteiligen Lebensraum berge viele Möglichkeiten der Mitwirkung und Gestaltung in der Gemeindeleitung.

Wahl in allen NRW-Bistümern

Im ganzen Bundesland - in den Bistümern Aachen, Essen, Köln, Paderborn und Münster - sind mehr als sechs Millionen Menschen wahlberechtigt, um 22.000 Katholiken in die Gremien zu wählen. Im NRW-Teil des Bistums Münster wird in 398 Gemeinden ein neuer Pfarrgemeinderat, in 336 davon auch die Hälfte der Kirchenvorstandsmitglieder gewählt. Dass im Zug der Fusionen vor allem die Arbeit der für die Vermögensverwaltung der Pfarreien zuständigen ehrenamtlichen Kirchenvorstandsmitglieder stark anwachsen werde, sei kein Geheimnis, sagt Domvikar Sühling. Es werde derzeit deshalb ausführlich diskutiert, wie man gerade sie zukünftig unterstützen und entlasten könne, ohne die Idee der Selbstverantwortung "mit dem Bade auszuschütten".

Alle Beteiligten hoffen darauf, die Wahlbeteiligung - 2005 lag sie bei 10,7 Prozent der Berechtigten, was immerhin 57 Prozent der sonntäglichen Kirchenbesucher sind - auch an diesem Wochenende halten zu können. Die Wahlergebnisse werden in den Gemeinden noch am Sonntagabend erwartet, auf Bistumsebene für Montag (09.11.2009) gegen 13 Uhr.

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Text: Heike Hänscheid | Foto: Heike Hänscheid
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