
Stellten die Resolution "Klima und Gerechtigkeit" des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Münster vor (von links): Thomas Kamp-Deister vom Sachausschuss Ethik und Umwelt, Margret Pernhorst, Vorsitzende des Diözesankomitees, Ise Kamp, Geschäftsführerin des Diözesankomitees, und Markus von Berlo vom Sachausschuss Ethik und Umwelt.
Margret Pernhorst will nicht wieder kandidieren
Diözesankomitee beschließt Resolution Klima und Gerechtigkeit
Bistum. Die Vollversammlung des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Münster fordert von den Christen ein engagiertes Eintreten für den Klimaschutz und ruft die Politiker auf, unverzüglich Maßnahmen zur Bewahrung der Schöpfung zu ergreifen.
"Angesichts des sich dramatisch vollziehenden Klimawandels, der die Menschheit und die ganze Schöpfung bedroht, sind wir alle dazu aufgerufen, nicht nur unser Klima schädigendes Verhalten schnellstens zu ändern, sondern mit allen Menschen solidarisch für globale Gerechtigkeit zu sorgen", heißt es in der Resolution "Klima und Gerechtigkeit" des Diözesankomitees, das die Vollversammlung am Samstag (31.10.2009) in der Akademie Franz-Hitze-Haus in Münster verabschiedete.
Ausstieg aus der Kernkraftnutzung
Mit sieben Forderungen untermauert das Diözesankomitee als Zusammenschluss der organisierten Kräfte des Laienapostolats im Bistum Münster sein Anliegen einer gerechten Klimaschutzpolitik: Dazu gehören eine effiziente Energienutzung, der zügige Ausbau der Gewinnung erneuerbarer Energien, eine dezentrale Stromerzeugung, die Eindämmung des Emissionswachstums im Verkehr, eine klimafreundliche Investitions- und Finanzpolitik, die Unterstützung der Entwicklungsländer bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels und die Verpflichtung der Christen zu einem klimafreundlichen Lebensstil.
Mit der Mehrheit von 28 Stimmen zu sieben Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen votierte die Vollversammlung für den "Ausstieg aus der Kernkraftnutzung". Nach mehrheitlicher Überzeugung der Delegierten stellt die Atomenergie keine Alternative dar, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Aktion "Zukunft einkaufen"
In dem Beschluss heißt es weiter: "Um der eigenen Glaubwürdigkeit willen müssen wir als Kirche mit sichtbarem Beispiel vorangehen. Der konsequente und engagierte Einsatz für den Klimaschutz ist nicht Nebensache, sondern Bewährungsprobe der Kraft des Glaubens zu befreiender Hoffnung, schöpferischer Innovation und globaler Gerechtigkeit."
Fördern wird das Diözesankomitee auch die Aktion "Zukunft einkaufen". Dieses Projekt der Umweltbeauftragten der evangelischen und katholischen Kirche in Deutschland ermutigt die Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen zu einem "ökofairen Kaufverhalten". Es soll dazu beitragen, die Umwelt zu erhalten und Menschen, besonders in den Entwicklungsländern, ein gerechtes Einkommen zu ermöglichen. Durch eine gesteigerte Nachfrage nach nachhaltigen und "ökofairen" Produkten soll eine Verbesserung der Angebotsseite bewirkt werden.
Pernhorst will Vorsitz abgeben
Auf der Sitzung kündigte die Vorsitzende des Diözesankomitees, Margret Pernhorst aus Lüdinghausen, an, auf der Frühjahrsvollversammlung des Diözesankomitees im Mai 2010 nicht wieder für den Vorsitz kandidieren zu wollen. Die Führungsaufgabe solle an jüngere Kräfte weitergegeben werden, sagte die 65-jährige Landwirtin, die sich seit Jahrzehnten in verschiedenen kirchlichen Gremien engagiert.
Bereits 1982 wurde Margret Pernhorst Delegierte in der Vollversammlung des Diözesankomitees katholischer Verbände, dem jetzigen Diözesankomitee der Katholiken. 1986 wurde sie stellvertretende Vorsitzende dieses Gremiums, 1990 übernahm sie den Vorsitz. Überdies ist Margret Pernhorst Mitglied des Diözesanrats, der Kirchensteuerrats des Bistums Münster sowie des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK).
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Text: Johannes Bernard | Foto: Johannes Bernard |
01.11.2009
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