
Wolfgang Ullrich hielt den Hauptvortrag beim Künstlertreffen des Bistums Münster.
Künstlertreffen des Bistums Münster
Genn: Austausch mit Kunst bewirkt tieferes Verstehen
Bistum. Bischof Felix Genn hat anlässlich des 27. Künstlertreffens im Bistum Münster die Bedeutung des Dialogs mit der Kunst über Fragen des Lebens betont. Dieser Austausch trage zu einem "tieferen Verstehen" bei, "auch was die Mysterien des Glaubens betrifft", sagte Genn am Dienstag (27.10.2009) in der Bistumsakademie Franz-Hitze-Haus in Münster. Auch Auseinandersetzungen in konflikthaften Situationen nützten dazu, der Wahrheit näher zu kommen und "unser Leben zu vertiefen".
In seinem Vortrag über den "Künstler als Kunden" skizzierte Wolfgang Ullrich, Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, den Rollenwandel des Künstlers, den dieser in den letzten Jahrzehnten durchlaufen habe. Durch die steigende Zahl der Kunst-Veranstaltungen weltweit gebe es eine verstärkte Nachfrage nach Auftragsarbeiten vor allem im Bereich der Bildenden Kunst. "Manche bekannten Künstler können sich vor Aufträgen kaum retten." Durch eine verstärkte Zusammenarbeit mit Kuratoren und Sammlern seien Künstler immer mehr zu "Künstler-Unternehmern" geworden.
Künstler als Auftraggeber
Um der verstärkten Nachfrage zu begegnen, beauftragten Künstler immer mehr Handwerker und andere Dienstleister, die bei der Umsetzung eines Kunstwerks Hilfe leisteten. Der "flexible Künstler" müsse bestimmte Werkprozesse an handwerklich Professionellere delegieren, um den Nachfragern technisch anspruchsvolle Kunstwerke liefern zu können, die für bestimmte Ausstellungen an ganz bestimmten Orten geschaffen würden.
Der neue Künstler-Typus handele nach dem Motto: "Je weniger ich kann, desto weniger bin ich determiniert." Wer sich gerade nicht mit bestimmten Werkstoffen auskenne, sei am wenigsten festgelegt und offen für neue Kunstwerke.
"Relaisstelle" zwischen Kunstbetrieb und Helfern
Künstler bekämen so die Funktion einer "Relaisstelle zwischen Kuratoren und Sammlern als Auftraggebern auf der einen und ihren handwerklichen Mitarbeitern und sonstigen Dienstleistern auf der anderen Seite". Künstler wandeln sich so besehen ebenfalls zu Auftraggebern und damit zu Kunden der Dienstleister. "Der Künstler ist nicht mehr Produzent, sondern Konsument oder ihr erster Rezipient." Zudem gebe es ein neues Ritual unter Künstlern, die "Endabnahme" des Kunstwerks als Möglichkeit, mit der "demonstrativen Qualitätskontrolle" ihre Autorität als Künstler zu sichern und die Authentizität des Werks anzuzeigen.
Durch seine Relaisfunktion könne dem Künstler auch eine neue Rolle in der Gesellschaft zuwachsen. Als Mittler zwischen der Glamour-Welt des Kunstbetriebs und der Welt der künstlerischen Subkultur mit ihren Handwerkern und Hilfsarbeitern könne ihm ein Spagat gelingen. So könnten Künstler sogar als Sozialarbeiter und Mediatoren gesehen werden, die unterschiedliche gesellschaftliche Schichten miteinander verbinden, sagte Ullrich.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Text: Christoph Kirchhoff | Foto: Christoph Kirchhoff
28.10.2009
Schwerpunktthema
Vom 16. bis 20. Mai 2012 findet in Mannheim der 98. Deutsche Katholikentag statt. Er steht unter dem Leitwort "Einen neuen Aufbruch wagen".
Vorlagen für Maiandachten
Ein besonderer kirchensite.de-Service: Wir bieten Ihnen eine Reihe von Vorschlägen für Andachten zur Muttergottes im Monat Mai zum Herunterladen an.
Neues Seelsorgekonzept
Im Bistum Münster wird derzeit ein neuer Diözesanpastoralplan erstellt. Er soll Schwerpunkte der Seelsorge benennen. Ein erster Entwurf steht zum Herunterladen bereit.
Wohnungsnotfallhilfe
In einer Wohnung oder einem Haus zu wohnen, ist für Jeden selbstverständlich und lebensnotwendig.
Kommunionempfang
Erzbischof Robert Zollitsch setzt sich weiterhin dafür ein, dass Katholiken auch nach Scheidung und Wiederheirat die Kommunion empfangen können.
Dossier: Maria
Maria ist die Mutter Jesu Christi - und hat daher eine besondere Stellung im christlichen Glauben.
Heilige und Selige
Das Bistum Münster kann auf viele Frauen und Männer zurückblicken, die ein herausragendes Zeugnis für den christlichen Glauben abgelegt haben.
Landvolkshochschule
Mit einem Festakt wurde der langjährige Direktor der Landvolkshochschule "Schorlemer Alst", Johannes K. Rücker, in den Ruhestand verabschiedet.
Ehegericht
Mit seinen rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beschäftigt sich Offizial Kurt Schulte größtenteils mit so genannten Ehenichtigkeitskeitsverfahren.
Sterbebegleitung
Wann beginnt das Sterben? Was erwartet mich auf meinen letzten Wegen vor dem Tod? Kann ich mich und meine Verwandten auf diese Wege vorbereiten?
Marienmonat
Als schönster Monat des Jahres soll der Mai der "schönsten aller Frauen" geweiht sein. Maialtäre und Maiandachten entstammen einer barocken Frömmigkeitstradition.
Service für Sie
Spruch des Tages
Reden, Fragen, Antworten finden
Seelsorger/-innen
Heiligenlexikon in "kirchensite.de"
im
Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:
Kontakt
kirchensite-Redaktion:
redaktion
kirchensite.de
Lebenshilfe+Seelsorge:
Martin Weber
weber
kirchensite.de
Technik:
technik
dialogverlag.de

















Newsticker für Ihr Web