
Papst Benedikt XVI.
Benedikt XVI. beendet dreiwöchige Synode der Bischöfe
"Erhebe dich, Afrika!"
Vatikanstadt. "Habe Mut! Erhebe dich, Afrika!" Mit einem Appell zu Unterstützung und Hoffnung hat Papst Benedikt XVI. am Sonntag (25.10.2009) die zweite Afrika-Synode beendet. Drei Wochen lang habe das Bischofstreffen die ganze Freude, die Dynamik und den Elan der wachsenden Ortskirchen gezeigt, sagte der Papst nach Ende der Abschlussmesse auf dem Petersplatz. Die Synode habe aber auch die großen Probleme und Nöte, die Kontraste und Konflikte deutlich gemacht. Afrika brauche dringender denn je Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden, sagte Benedikt XVI.
15 Jahre nach der ersten Afrika-Synode trafen sich erneut Bischöfe des Kontinents zu einem Kirchengipfel im Vatikan. Die Analyse offenbarte viel Licht und Schatten. In einigen Ländern erlebte die Demokratie Erfolge, in anderen kamen neue Krisen und Kriege hinzu: in Somalia, im Kongo oder im Sudan. Die Globalisierung hat die Wirtschaftslage vielerorts verschärft. Für Ostafrika zeichnet sich eine Jahrhundertdürre ab. Und weiterhin gibt es Korruption und Misswirtschaft, Ausbeutung und Waffenhandel, Flüchtlingsströme und Sextourismus, Mängel im Bildungs- und Gesundheitswesen.
Gegen pauschalen Pessimismus
Die Liste der Laster war lang. Aber die Synodalen, die souveräner auftraten als bei der Afrikakonferenz 1994, wehrten sich gegen pauschalen Pessimismus und gegen Medien, für die Afrika nur Not, Krieg und Skandale bedeute. Der Kontinent verfüge über viele Ressourcen – an Bodenschätzen, an Werten, an Traditionen, vor allem aber an Menschen. Diese Schätze gelte es zu nutzen, zum Wohl aller Bewohner und unter Beibehaltung ihrer Werte und Würde. Blinde Übernahme westlicher Lebensstile und Familienmodelle sei nichts anderes als eine neue Form von Kolonialismus.
Am Ende der drei Wochen standen zwei Texte: Eine Botschaft der Synode an die Öffentlichkeit, vor allem an die Kirche in Afrika. Und eine ebenfalls veröffentlichte Zusammenfassung der Arbeitsergebnisse für den Papst, der daraus das offizielle Schlussdokument erstellt. Beide Dokumente, im Ton unterschiedlich, listen in der Sache ähnlich auf, welche Konsequenzen sich für die Kirche aus dem Aufruf für Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden ergeben.
Fülle von Vorschlägen
Dabei enthält vor allem das zweite Dokument eine Fülle von Vorschlägen, Empfehlungen und Warnungen: Nein zu Todesstrafe, zu Kindersoldaten und Menschenhandel, Ja zur Begrenzung des Waffenhandels und zu einer weitsichtigen Entwicklungspolitik. Ermunterung zu Ökumene und zu besonnener interreligiöser Zusammenarbeit, insbesondere mit dem Islam.
Besondere Ratschläge gibt die Synode den kirchlichen Mitarbeitern, Priestern, Seminaristen oder Katecheten. Sie wendet sich an Politiker und gibt Empfehlungen zur Jugendbildung und -erziehung. Sie äußert sich zur Versöhnungs- und Beichtpraxis und warnt vor traditionellem Zauber und Hexerei. Sie macht Vorschläge, was man gegen eine Abwanderung der Eliten und für mehr soziale Gerechtigkeit unternehmen soll. Als roter Faden erweist sich dabei die katholische Soziallehre, die mancher als eigentliches Synodenthema empfand.
Die Synodalen fordern umfassenden Lebensschutz und warnen vor dem Maputo-Protokoll, das ein Recht auf Abtreibung etwa aus therapeutischen Gründen vorsehe. Sie äußern sich zu Frieden und vielen weiteren Themen: Schutz der Umwelt, sparsame Nutzung von Wasser, gutes Regieren, ehrlicher Umgang mit Wahlen. Thematisiert werden Religionsfreiheit und Flüchtlingsfragen, Globalisierung und internationale Hilfe.
Afrikaner "mit Würde behandeln"
Natürlich geht es auch um das Thema Aids: Die Synode verurteilt eine Ausgrenzung der Infizierten und fordert für Afrikaner gleiche Medizin und Behandlung wie für Europäer. Auffallend weich formuliert sind die pastoralen Empfehlungen, wie man betroffene Ehepaare unterstützen könne.
Afrika und seine Menschen verdienten es, mit Würde behandelt zu werden, forderte der Papst zum Abschluss der Synode. Hauptaufgabe der Kirche sei die Evangelisierung des Kontinents. Dazu gehöre aber auch der Einsatz für die menschlichen Grundbelange. Mit allen Mitteln - und dazu gehöre auch die internationale Solidarität - müsse sie dazu beitragen, "dass keinem Afrikaner das tägliche Brot fehlt".
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KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
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