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24.05.2012
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Erzbischof Robert Zollitsch.

Erzbischof Robert Zollitsch.

Der DBK-Vorsitzende im Gespräch

Zollitsch: Ökumene-Streit ist beendet

Stuttgart. Der Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken über ein Papier der evangelischen Kirche ist für den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, beendet. "Die Sache ist vorbei, und wir schauen nach vorne", sagte Zollitsch am Sonntag (18.10.2009) bei einer Veranstaltung im Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Stuttgart. Inzwischen habe sich auch der Verfasser des Papiers, Oberkirchenrat Thies Gundlach, schriftlich bei ihm entschuldigt. Zollitsch nannte die Kontroverse ein "kleines Gewitter".

In dem Thesenpapier der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wird die katholische Kirche als führungsschwach und verunsichert dargestellt. Papst Benedikt XVI. wird ein rückwärtsgewandter Kurs unterstellt und auch Zollitsch persönlich kritisiert. Zugleich reklamiert Gundlach eine intellektuelle Meinungsführerschaft für die evangelische Kirche. Am Mittwochabend hatten sich hochrangige Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirche in Karlsruhe über den Vorgang ausgetauscht. Dabei hatten sich die Protestanten entschuldigt.

Zur Lebensgeschichte befragt

In dem Gespräch in Stuttgart wurde der 1938 in Filipovo (Philippsdorf) im damaligen Jugoslawien geborene Volksdeutsche auch zu seiner Lebensgeschichte befragt. Er brauchte nach eigenem Bekunden sehr lange, um über seine Deportation sprechen zu können. Er kam mit sechs Jahren in ein Konzentrationslager, der Vater und der Bruder wurden erschossen. "Es war buchstäblich ein Vernichtungslager", in dem die Menschen sterben sollten, so Zollitsch.

Von seiner mitinhaftierten Großmutter habe er geerbt, "sich nie unterkriegen zu lassen". Es gelte vielmehr immer zu fragen, wie Gegenwart und Zukunft gestaltet werden könnten. Trotzdem gebe es für ihn seit dieser Zeit "Fragen, die ein Leben lang bleiben". So sei für ihn nicht zu beantworten, warum sein Bruder mit 16 Jahren sterben musste. Durch seine Lebensgeschichte habe er viel Verständnis für die Fragen und Dunkelheiten anderer Menschen, so Zollitsch.

Offen die Meinung sagen

Zollitsch will nach eigenem Bekunden auch künftig offen seine Meinung sagen. Dies gelte auch für seine Gespräche in Rom, schließlich sei er nur für eine Periode zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz gewählt. Nach Ablauf der sechsjährigen Periode muss Zollitsch mit dem 75. Geburtstag entsprechend den kirchenrechtlichen Vorgaben seinen Rücktritt einreichen.

Mit Blick auf die neue Regierung aus CDU/CSU und FDP kündigte Zollitsch gemeinsam mit der evangelischen Kirche Widerstand für den Fall an, dass eine Gleichstellung homosexueller Gemeinschaften mit der Ehe geplant sei. In Richtung der Liberalen sagte der Erzbischof, dass es im Unterschied zu Union, SPD und Grünen seit seinem Amtsantritt als Bischofskonferenz-Vorsitzender noch keine Einladung der FDP zu einem Gespräch gegeben habe.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. undefinedSpitzengespräch: Kirchen wollen Streit beilegen (15.10.2009)
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  3. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Ökumene
  4. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Erzbischof Robert Zollitsch

 

Text: Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH | Foto: Michael Bönte
18.10.2009

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