
Erzbischof Robert Zollitsch.
Der DBK-Vorsitzende im Gespräch
Zollitsch: Ökumene-Streit ist beendet
Stuttgart. Der Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken über ein Papier der evangelischen Kirche ist für den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, beendet. "Die Sache ist vorbei, und wir schauen nach vorne", sagte Zollitsch am Sonntag (18.10.2009) bei einer Veranstaltung im Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Stuttgart. Inzwischen habe sich auch der Verfasser des Papiers, Oberkirchenrat Thies Gundlach, schriftlich bei ihm entschuldigt. Zollitsch nannte die Kontroverse ein "kleines Gewitter".
In dem Thesenpapier der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wird die katholische Kirche als führungsschwach und verunsichert dargestellt. Papst Benedikt XVI. wird ein rückwärtsgewandter Kurs unterstellt und auch Zollitsch persönlich kritisiert. Zugleich reklamiert Gundlach eine intellektuelle Meinungsführerschaft für die evangelische Kirche. Am Mittwochabend hatten sich hochrangige Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirche in Karlsruhe über den Vorgang ausgetauscht. Dabei hatten sich die Protestanten entschuldigt.
Zur Lebensgeschichte befragt
In dem Gespräch in Stuttgart wurde der 1938 in Filipovo (Philippsdorf) im damaligen Jugoslawien geborene Volksdeutsche auch zu seiner Lebensgeschichte befragt. Er brauchte nach eigenem Bekunden sehr lange, um über seine Deportation sprechen zu können. Er kam mit sechs Jahren in ein Konzentrationslager, der Vater und der Bruder wurden erschossen. "Es war buchstäblich ein Vernichtungslager", in dem die Menschen sterben sollten, so Zollitsch.
Von seiner mitinhaftierten Großmutter habe er geerbt, "sich nie unterkriegen zu lassen". Es gelte vielmehr immer zu fragen, wie Gegenwart und Zukunft gestaltet werden könnten. Trotzdem gebe es für ihn seit dieser Zeit "Fragen, die ein Leben lang bleiben". So sei für ihn nicht zu beantworten, warum sein Bruder mit 16 Jahren sterben musste. Durch seine Lebensgeschichte habe er viel Verständnis für die Fragen und Dunkelheiten anderer Menschen, so Zollitsch.
Offen die Meinung sagen
Zollitsch will nach eigenem Bekunden auch künftig offen seine Meinung sagen. Dies gelte auch für seine Gespräche in Rom, schließlich sei er nur für eine Periode zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz gewählt. Nach Ablauf der sechsjährigen Periode muss Zollitsch mit dem 75. Geburtstag entsprechend den kirchenrechtlichen Vorgaben seinen Rücktritt einreichen.
Mit Blick auf die neue Regierung aus CDU/CSU und FDP kündigte Zollitsch gemeinsam mit der evangelischen Kirche Widerstand für den Fall an, dass eine Gleichstellung homosexueller Gemeinschaften mit der Ehe geplant sei. In Richtung der Liberalen sagte der Erzbischof, dass es im Unterschied zu Union, SPD und Grünen seit seinem Amtsantritt als Bischofskonferenz-Vorsitzender noch keine Einladung der FDP zu einem Gespräch gegeben habe.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Spitzengespräch: Kirchen wollen Streit beilegen (15.10.2009)
EKD-Papier sorgt weiter für Unruhe (13.10.2009)
Übersicht: Ökumene
Übersicht: Erzbischof Robert Zollitsch
Text:
KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH | Foto: Michael Bönte
18.10.2009
Schwerpunktthema
Vom 16. bis 20. Mai 2012 findet in Mannheim der 98. Deutsche Katholikentag statt. Er steht unter dem Leitwort "Einen neuen Aufbruch wagen".
Vorlagen für Maiandachten
Ein besonderer kirchensite.de-Service: Wir bieten Ihnen eine Reihe von Vorschlägen für Andachten zur Muttergottes im Monat Mai zum Herunterladen an.
Dossier: Maria
Maria ist die Mutter Jesu Christi - und hat daher eine besondere Stellung im christlichen Glauben.
Landvolkshochschule
Mit einem Festakt wurde der langjährige Direktor der Landvolkshochschule "Schorlemer Alst", Johannes K. Rücker, in den Ruhestand verabschiedet.
Wohnungsnotfallhilfe
In einer Wohnung oder einem Haus zu wohnen, ist für Jeden selbstverständlich und lebensnotwendig.
Neues Seelsorgekonzept
Im Bistum Münster wird derzeit ein neuer Diözesanpastoralplan erstellt. Er soll Schwerpunkte der Seelsorge benennen. Ein erster Entwurf steht zum Herunterladen bereit.
Heilige und Selige
Das Bistum Münster kann auf viele Frauen und Männer zurückblicken, die ein herausragendes Zeugnis für den christlichen Glauben abgelegt haben.
Kommunionempfang
Erzbischof Robert Zollitsch setzt sich weiterhin dafür ein, dass Katholiken auch nach Scheidung und Wiederheirat die Kommunion empfangen können.
Ehegericht
Mit seinen rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beschäftigt sich Offizial Kurt Schulte größtenteils mit so genannten Ehenichtigkeitskeitsverfahren.
Marienmonat
Als schönster Monat des Jahres soll der Mai der "schönsten aller Frauen" geweiht sein. Maialtäre und Maiandachten entstammen einer barocken Frömmigkeitstradition.
Sterbebegleitung
Wann beginnt das Sterben? Was erwartet mich auf meinen letzten Wegen vor dem Tod? Kann ich mich und meine Verwandten auf diese Wege vorbereiten?
Service für Sie
Spruch des Tages
Reden, Fragen, Antworten finden
Seelsorger/-innen
Heiligenlexikon in "kirchensite.de"
im
Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:
Kontakt
kirchensite-Redaktion:
redaktion
kirchensite.de
Lebenshilfe+Seelsorge:
Martin Weber
weber
kirchensite.de
Technik:
technik
dialogverlag.de

















Newsticker für Ihr Web