
Marcel Trabitzsch, Diözesanleiter der KSJ, im Gespräch mit Bischof Felix Genn, früher Mitglied im Bund Neudeutschland, einem Teilverband der heutigen KSJ.
Bischof Felix Genn im Gespräch mit Jugendvertretern
"Wir sind von übermorgen"
Bistum. "Wir sind nicht von gestern, sondern von übermorgen!" Mit diesen Worten hat Bischof Felix Genn rund 60 Vertretern der katholischen Jugend im Bistum Münster Mut für ihre Arbeit gemacht. Auf der Jugendburg in Borken-Gemen traf Genn am Mittwoch (30.09.2009) erstmals mit den Vorständen der katholischen Jugendverbände zusammen. Das teilte der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) am Donnerstag (01.10.2009) mit. Gespräche mit den einzelnen Verbänden sollen im Laufe des kommenden Jahres folgen, hieß es.
Die Jugendverbände seien für ihn ein "Ohr" für die Themen der Jugendlichen, sagte Genn den Angaben zufolge. "Ich möchte wissen: Was bewegt Sie?" Die katholische Jugendverbandsarbeit zeichne sich dadurch aus, dass die Frage nach Gott und Glaube nicht ausgeklammert werde. Das sei wichtig, denn "der Glaube kommt auf zwei Beinen, nicht allein durch das Lesen von Büchern".
Auch auf aktuelle Herausforderungen der Jugendverbandsarbeit ging der Bischof ein, etwa den Trend zu Ganztagsschulen, der sich auf die Freizeitmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen auswirkt. Das sei nicht unbedingt sein bevorzugtes Modell, sagte Genn, es scheine aber gesellschaftlich notwendig zu sein. "Deshalb müssen wir als Kirche mit unserer Kompetenz da hineingehen." Der Bischof riet den Verbandsvertretern, offen zu sein für Experimente und vernetztes Arbeiten.
Lob für 72-Stunden-Aktion
Zugleich forderte er sie auf, "Seismographen" zu sein für Notlagen von Jugendlichen. Insbesondere Jugendarbeitslosigkeit sei ein großes Problem, weil sie Perspektivlosigkeit bedeute. Aber auch andere Themen seien in der Jugendarbeit wichtig. Klimaschutz zum Beispiel dürfe keine bloße "Romantik" sein, sondern müsse konkret angegangen werden.
Ein großes Lob sprach Genn den Aktiven der 72-Stunden-Aktion im Mai aus, bei der bistumsweit rund 15.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene soziale oder gemeinnützige Projekte umgesetzt hatten: "In diesen 72 Stunden liefen so viele schöne Erlebnisse ein, dass ich froh war, Bischof von Münster zu sein." In seiner Jugend, verriet Genn, sei er Mitglied im Bund Neudeutschland gewesen, einem Teilverband der heutigen Katholischen Studierenden Jugend (KSJ).
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Bistumshandbuch: BDKJ
Dossier: Bischof Felix Genn
Bilanz der 72-Stunden-Aktion: Rundum gelungen (12.05.2009)
Text: pd | Foto: pd
01.10.2009
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