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10.12.2018
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Salmann

Pater Elmar Salmann beim Ordenstag in Münster.

Benediktiner Elmar Salmann spricht beim Ordenstag

"Ordensleute leisten Gott Gesellschaft"

Bistum. "Ordensleute leisten Gott Gesellschaft in den Zeiten der Gottvergessenheit". Mit poetischen, aber durchaus drastischen Worten begann der Ordenstag im Bistum am Samstag (26.09.2009) in Münsters St.Paulus-Dom: Der Gerlever Benediktinerpater Elmar Salmann sprach zum Tagesmotto "Vision und Prophetie des Ordenslebens". Mehrere Hundert Ordensleute aus den Gemeinschaften, die im Bistum Münster arbeiten und leben, waren der Einladung des Ordensreferates im Generalvikariat und des Ordensrates gefolgt.

Salmann ist Theologie-Professor an der Hochschule der Benediktiner in Rom. Er wandte sich, Bezug nehmend auf das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg, besonders an die "Arbeiterinnen der ersten Stunde", die älteren Ordensfrauen. "Ich habe hier heute im Dom so viel erfahrenes Leben an Befreiung, aber auch an Verlust vor mir", sagte er. Gerade die Älteren erlebten derzeit einen Karsamstag: "Wir verlassen Altes, es beginnt Neues – aber dazwischen ist dieser Tag, an dem alles versprochen, aber noch nichts zu sehen ist."

Jeder Mensch sei ein Solitär, "denn Gott ist keine Fabrik für Kopien. Jeder von uns ist einmaliges Wort Gottes an uns selbst". Jeder Mensch sei eine ganze Welt, aber in der Welt dennoch nur ein Staubkorn, einsam, begabt und belastet mit seinem Geschick, sagte der Theologe. Trotz aller Gemeinschaft und allen Offenseins hätten gerade Ordenschristen die Entscheidung zur Einsamkeit bewusst übernommen.  In der Gemeinschaft stelle jeder einen Teil des Glanzes, aber eben auch des Schattens dar. Nicht umsonst heiße es "Wir mögen einander leiden", sagte Salmann mit Blick auf die Nähe zu den Mitschwestern oder Brüdern, die so ganz anders sein können als man selbst. Vielleicht sei ja auch Gott auf eine großartige Weise einsam.

"Nicht an Fragen des Kleinen zerquälen"

Viele ältere Ordenschristen seien in den Zeiten des Konzils, des Aufbruchs und der "Lufthoheit der Kirche über Stammtische und Seelen" in die Klöster eingetreten. Sie erlebten heute scheinbar ein einziges Rückzugsgefecht:  "Häuser schließen, der Weinberg bricht weg. Wir sind als Christen eine schwindende Minderheit. Es ist schwer, das mit Hoffnung auf sich zu nehmen", gab Salmann zu. Diese Zeiten forderten Großmut und manches Sterben.

Dennoch ermutigte der Pater, dem "Zug des Geistes" zu folgen, sich nicht an Fragen des Kleinen zu zerquälen. "Wir alle sind Brückenbauer zwischen den Zeiten der Umbrüche." Gott habe Samenkörner gesät, keine Firma gegründet, die sich am Markt erfolgreich etablieren müsse. Der Theologe rief dazu auf, den Blick offen auf hier und andernorts entstehende neue geistliche Gemeinschaften, auf neue Ordensformen zu richten – selbst wenn nicht alles beim ersten Erscheinen reif sei oder sympathisch.

Genn: Jeder Ordenschrist ist "Juwel"

Bischof Felix Genn sagte in seiner Predigt im Pontifikalamt zum Abschluss des Ordenstages, jeder Ordenschrist sei "ein Juwel, ein Edelstein in unserer Kirche von Münster". Der Kirche würde Wesentliches fehlen, wenn es die Sendung der Ordenschristen nicht gäbe. "Ich sage Ihnen ein ganz ausdrückliches und aufrichtiges Wort des Dankes für den Dienst, den Sie über viele Jahre und Jahrzehnte in unserer Ortskirche von Münster tun."

Die Kostbarkeit gerade auch des stillen Dienstes, des Betens, Opfers und Leidens der Ordensleute, könne kaum jemand ermessen: "Was ist das ein Schatz für die Kirche!" Wer seiner Berufung folge und ins Kloster gehe, tue dies ja nicht, um ein Paradies zu haben, sondern um "teilzunehmen an der Zerrissenheit und Unvollkommenheit dieser Welt", sagte Genn. Gerade in heutiger Zeit brauche die Gesellschaft den "heilenden Keim unentgeltlicher Liebe", den die Ordensleute durch ihr Gebet und ihren Dienst schenkten. Der Bischof zelebrierte die Eucharistie gemeinsam mit Priestern des Ordensrates. Es sang der Frauenchor des Domchors unter Leitung von Domkapellmeister Andreas Bollendorf.

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  5. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDossier: Bischof Felix Genn

Text: Heike Hänscheid, pd | Foto: Heike Hänscheid
25.09.2009

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