
Margret Nemann wird neue IDP-Leiterin.
Nachfolge von Domvikar Köppen:
Margret Nemann wird neue IDP-Leiterin
Bistum. Margret Nemann, Leiterin der Abteilung für Personalbegleitung und -beratung im Bischöflichen Generalvikariat Münster und Professorin für Supervision an der Katholischen Hochschule in Münster, wird neue Leiterin des münsterschen Instituts für Diakonat und pastorale Dienste (IDP). Diese Entscheidung von Bischof Felix Genn wurde am Dienstag (15.09.2009) in Münster bekannt.
Nemann wird damit Nachfolgerin von Domvikar Hans-Bernd Köppen, der die Leitung der Hauptabteilung Seelsorge-Personal im Bischöflichen Generalvikariat Münster übernimmt. Der Schwerpunkt der Arbeit im IDP ist die theologische und geistliche Ausbildung sowie die pastoraltheologische, pastoralpsychologische und pastoralpraktische Einführung in das Berufsfeld von Pastoralreferenten und Ständigen Diakonen.
Südoldenburger Heimat
Die designierte IDP-Leiterin wurde 1955 in Vechta geboren: "Was nicht unwichtig ist, da ich mich bis heute eng mit meiner Südoldenburger Heimat verbunden fühle", wie sie vor Jahren gegenüber dem Onlinemagazin kirchensite.de sagte. 1974 begann sie mit dem Studium der Theologie und Philosophie in Bonn, später wechselte sie nach Münster. "Das, was mich zutiefst bewegte, wollte ich begründen können."
Nach dem Diplom promovierte sie in der Theologie. Bis 1983 war sie an der Universität tätig, dann war klar: "In der Wissenschaft möchte ich nicht bleiben. So führte mein Weg in den pastoralen Dienst." Nach ihrer Zeit als Pastoralassistentin in Löningen im Oldenburger Land wechselte Margret Nemann 1987 als Pastoralreferentin nach Molbergen und 1991 nach Lohne. Daneben war sie bereits mit halber Stelle im Begegnungshaus in Stapelfeld tätig: "Ich war in der Fortbildung von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen aus den Gemeinden sowie in der Familienbildung tätig."
Pastoralpsychologische Ausbildung
Überdies absolvierte Margret Nemann noch eine pastoralpsychologische Ausbildung: "Dieses Feld hat mich schon immer interessiert, und ich halte es für unentbehrlich für die Arbeit mit Menschen. Gerade die Anforderungen, die an die Seelsorger und Seelsorgerinnen herangetragen werden, wachsen ständig, insbesondere jetzt, wenn Seelsorge in großen Seelsorgeeinheiten geschieht." Hinzu kamen weitere Fortbildungen in "Themenzentrierter Interaktion" (Methoden der Gruppenarbeit) sowie eine Supervisionsausbildung, welche sie 1997 mit dem Master-Grad abschloss.
1996 wurde Nemann Leiterin des Referats für Frauenseelsorge des Bischöflichen Generalvikariates. Die Abteilung für Personalbegleitung und -beratung übernahm sie 2002. Dazu gehörten drei Unterbereiche: pastoralpsychologische Grundausbildung der Pastoralassistenten und -assistentinnen, Kontaktstelle für die Praxisbegleitung sowie der seinerzeit neu eingerichtete Masterstudiengang "Supervision" in Kooperation von Bistum und Katholischer Fachhochschule.
Honorarprofessorin
Zum Beginn dieses Jahres wurde sie zudem Honorarprofessorin im Fachbereich Supervision an der Katholischen Hochschule (Abteilung Münster). Der Master-Studiengang wird von der Katholischen Hochschule NRW in Kooperation mit dem Bischöflichen Generalvikariat Münster durchgeführt.
In ihrer Antrittsvorlesung "Auf die Haltung kommt es an" hatte Nemann "einen Mangel an Ethos in unserer Gesellschaft" konstatiert. Sie widmete sich darin der Frage, welche Bedeutung die Tugenden für die Supervision haben.
Mit Blick auf die Philosophen der Antike könne Tugend als die Fertigkeit und Haltung definiert werden, "etwas Gutes zu tun und dieses Gute leicht, gerne und voller Freude zu tun". Tugend sei gelebte Haltung, die die Menschen befähige, ihre Verantwortung in der Gesellschaft wahrzunehmen. "Auch in der Supervision geht es nicht ohne die Tugend der Liebe", schloss Nemann ihren Vortrag. Das bedeute, das Gute in anderen zu sehen und dazu beizutragen, dass dieses Gute auch ermöglicht werde.
"Einüben von Tugenden mit Freude verbinden"
Eine Orientierung an den Tugenden sei auch heute möglich: "Wenn wir uns daran erinnern, dass die abendländische Tradition das Einüben der Tugenden mit Freude verbindet, beziehungsweise wenn wir uns den Spruch des römischen Philosophen und Literaten Seneca zu eigen machen: Nicht weil die Dinge schwer sind, wagen wir sie nicht, sondern weil wir sie nicht wagen, sind sie schwer."
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Margret Nemann ist neue Honorarprofessorin (03.07.2009)
Nemann: Von der Wissenschaft in den pastoralen Dienst (05.02.2003)
Geistliche Impulse von Margret Nemann
Bistumshandbuch: Institut für Diakonat und pastorale Dienste
Mehr zum Thema im Internet:
Text: Norbert Göckener | Foto: Archiv
15.09.2009
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