Der Wahlaufruf der Bischöfe fordert zukunftsfähige soziale Sicherungssysteme.
"Materielle Lage der Familien verbessern"
Bischöfe tadeln Nichtwähler
Bonn. Die Bischöfe haben die Deutschen zur Teilnahme an der Bundestagswahl aufgerufen und vor Wahlenthaltung gewarnt. "Für allgemeine Politikerschelte und Politikverdrossenheit besteht kein Grund", heißt es in einer am Donnerstag (03.09.2009) in Bonn veröffentlichten Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz.
Wer von seinem Wahlrecht nicht Gebrauch mache, verzichte auf die Beeinflussung der Politik und übernehme Mitverantwortung für den Fall, dass unverantwortliche politische Kräfte Einfluss auf die Gestaltung des Gemeinwesens erhielten. "Wahlenthaltung ist keine vernünftige und konstruktive Antwort auf tatsächliche oder vermeintliche Missstände."
Zentrale Politikfelder
In ihrem Aufruf, der am kommenden Wochenende in allen rund 12.000 katholischen Gemeinden in Deutschland verlesen wird, benennen die Bischöfe für sie zentrale Politikfelder, an denen die Wähler ihre Entscheidung ausrichten sollen. Dazu gehören eine auch für kommende Generationen "nachhaltige und gerechte" Lösung der Finanz- und Wirtschaftskrise, der Erhalt und die Erneuerung des Sozialstaats, die Förderung von Ehe und Familie, der Schutz des Lebens von der Geburt bis zum Tod sowie ein Bildungssystem, das allen Schichten der Bevölkerung gleiche Chancen ermöglicht. Gleichzeitig erinnern sie an die Verantwortung Deutschlands für den Abbau von Armut in der Dritten Welt und die Rechte von Flüchtlingen in der Bundesrepublik.
Zur Bewältigung der Wirtschaftskrise betonen die Bischöfe, Ziel müsse ein Regelwerk sein, "das Auswüchse, wie wir sie in der Vergangenheit erlebt haben, so weit wie möglich verhindert und zugleich werteorientierte Verhaltensweisen fördert".
Zukunftsfähige soziale Sicherungssysteme
Der Wahlaufruf fordert zudem zukunftsfähige soziale Sicherungssysteme: "Pflegebedürftige Menschen und Menschen mit Behinderungen sowie ihre Familien dürfen nicht im Stich gelassen werden." Außerdem sei weder die Armut noch die steigende Arbeitslosigkeit hinnehmbar. "Kinderarmut ist in unserem wohlhabenden Land ein Skandal, der dringend Abhilfe verlangt."
Besorgt zeigt sich die Bischofskonferenz über Tendenzen, die "auf die Trennung von Ehe und Familie und eine Entgrenzung des Familienbegriffs hinauslaufen". Die im Grundgesetz festgelegte herausragende Rechtsstellung von Ehe und Familie müsse gesichert und die materielle Lage der Familien verbessert werden.
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KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: tommyS (
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