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11.02.2012
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Studie:

Trotz viel Staatsgeld hohe Kinderarmut in Deutschland

Berlin. Deutschland gibt im internationalen Vergleich überdurchschnittlich viel öffentliches Geld für Kinder aus. Dennoch lebt fast jedes sechste Kind in armen Haushalten.

So lautet das Ergebnis des am Dienstag (01.09.2009) in Berlin veröffentlichten ersten Kinderberichts der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Deutschland investiere für Kinder je nach Altersgruppe zehn bis 20 Prozent mehr Geld für Bildung, Dienstleistungen und direkte Finanztransfers aus als die OECD-Länder im Schnitt. Diese Gelder wirkten sich jedoch nur wenig auf die vergleichsweise hohe Armutsquote aus.

40 Prozent der Beihilfen direkt an die Eltern

Der Studie zufolge zahlt der deutsche Staat etwa 40 Prozent der öffentlichen Beihilfen für Kinder direkt an die Eltern. Unter den 30 OECD-Ländern liege der Anteil direkter Finanztransfers nur in Luxemburg und in der Slowakei in einer vergleichbar hohen Größenordnung.

In Dänemark oder Schweden, den Ländern mit der geringsten Kinderarmut, gingen nur 20 Prozent der Gelder direkt an die Familien. Der Rest fließe in Bildung und Betreuungsangebote. "Deutschland sollte seine Transfers stärker auf bedürftige Kinder und deren Familien konzentrieren. Außerdem sollten Dienstleistungen wie Kinderbetreuung und Ganztagsschulen weiter ausgebaut werden", forderte Monika Queisser, Leiterin der OECD-Abteilung für Sozialpolitik.

Vor allem viele Alleinerziehende arm

Vor allem Kinder, die nur mit einem Elternteil leben, sind laut Studie in Deutschland von Armut betroffen. So liegt die Armutsrate unter Alleinerziehenden noch höher als in anderen OECD-Ländern: 40 Prozent der Haushalte mit Alleinerziehenden sind arm, der OECD-Schnitt liegt bei 30 Prozent.

Zudem hat sich im Vergleich zu anderen Haushalten mit Kindern die Einkommenssituation von Alleinerziehenden in den vergangenen 20 Jahren noch deutlich verschlechtert. Mit 18 Prozent sei der Anteil der Kinder, die in Alleinerziehenden-Haushalten leben, in Deutschland nicht größer als im OECD-Durchschnitt.

Kindersterblichkeit deutlich unter OECD-Schnitt

Die OECD hatte die Lebensbedingungen von Kindern bis zum Alter von 15 Jahren in den 30 OECD-Mitgliedsländern im Hinblick auf Wohlbefinden und Chancengleichheit untersucht. Zu den Kriterien gehörten etwa die finanzielle Ausstattung der Haushalte, die medizinische Versorgung und elterliche Zuwendung. In den meisten Kategorien liegt Deutschland im Mittelfeld.

Gut schneidet die Bundesrepublik beim Gesundheitszustand ab: So liegt die Kindersterblichkeit deutlich unter dem OECD-Schnitt. Babys würden in den ersten Lebensmonaten häufig gestillt, der Impfstand bei Kinderkrankheiten liege über dem OECD-Mittelwert. Allerdings fehlt mehr als 80 Prozent der 11- bis 15-Jährigen ausreichende Bewegung.

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