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04.02.2012
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Messdienerwallfahrt.

Farbprächtig und ermutigend - so erlebten viele Tausend Messdiener den Wallfahrtstag in Kevelaer.

Rund 11.000 Messdiener in Kevelaer

Bischof Genn: Gott glaubt an dich!

Bistum/Kevelaer. "Schade, dass es schon vorbei ist!" Mit diesen Worten am Ende des feierlichen Abschlussgottesdienstes auf dem Peter-Plümpe-Platz in Kevelaer traf der Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner die Empfindungen von mehr als 11.000 Ministrantinnen und Ministranten.

Am Ende ihres Wallfahrtstages, der ihnen neue spirituelle Erfahrungen, lebendige Gemeinschaft sowie vielfältige Aktionen und Spaß beschert hatte, zogen die Mädchen und Jungen ein durchweg positives Resümee.
 
"Es hat richtig Spaß gemacht", sagten die 13-jährigen Sebastian und Moses aus dem Bistum Osnabrück. "Es gab spannende Angebote wie zum Beispiel das Menschenkickerspiel, und wir haben viele Kinder und Jugendliche in unserem Alter kennen gelernt", ergänzte der zehnjährige Michael.

Bereichernde Gemeinschaft

"Es war ein gelungener Gottesdienst", fasste Christian aus Oer-Erkenschwick seine Eindrücke am Ende der Messfeier zusammen. "Es ist ein tolles Gefühl, mit mehr als 11.000 Gleichgesinnten einen Tag mit seinen liturgischen Angeboten für junge Menschen und den zahlreichen Katechesen zu erleben und zum Abschluss Gottesdienst zu feiern", sagte der 18-Jährige.

"Es ist für junge Menschen wichtig, solch eine Wallfahrt zu erleben. An diesem Tag haben sie Gemeinschaft im Glauben erfahren", ergänzte Pfarrer Clemens Kreiss, der seine 22 Messdienerinnen und Messdiener begleitet hatte.

"Wir feiern das Leben"

Schon am frühen Morgen haben sich die Messdiener in den Vororten von Kevelaer zu geistlichen Auftaktveranstaltungen getroffen. In Wetten kommen die Ministranten aus dem Bistum Aachen, in Winnekendonck die Kinder  und Jugendlichen aus den Diözesen Osnabrück und Paderborn, in Kervenheim die aus den Bistümern Hildesheim und Hamburg und im Schloss Wissen die "Minis" aus dem Erzbistum Köln zusammen.

Auf dem Sportplatz in Twisteden warten mehr als 5.000 Ministranten auf ihren Bischof Felix Genn, der mit ihnen zusammen den Auftakt zu ihrem Wallfahrtstag gestalten möchte. "Wir feiern das Leben, jetzt und hier", intoniert die Band "Paul’s Kapelle" aus Münster, die die jugendlichen Wallfahrer den Tag über musikalisch begleiten wird. Mit ihren frischen, modernen Liedern und Texten geben sie die Stimmung der Jugendlichen auf dem Rasenplatz wieder. Sie heben Hände in die Höhe und bewegen sie rhythmisch zum Takt der Musik.

Begeisterung und Zumutungen

Bischof Genn kommt auf die Bühne und wird begeistert von den jungen Pilgerinnen und Pilgern begrüßt. Er ist nicht allein. Die Weihbischöfe Heinrich Janssen, der auf dem Sportplatz ein Heimspiel absolviert, und Heinrich Timmerevers aus dem Offizialatsbezirk Vechta begleiten ihn. Mit seiner kurzen Ansprache dringt der Bischof zu den Herzen seiner Zuhörer vor.

"Yes, we can", erinnert er an die Botschaft des damaligen Kandidaten und heutigen amerikanischen Präsidenten Barack Obama. Er habe an die eigenen Kräfte appelliert und damit Erfolg gehabt, denn schließlich habe er die Wahl gewonnen. Jeder habe die Erfahrung gemacht, rief der Bischof den Jugendlichen zu, "dass es lähmt und hintunterzieht, wenn man gesagt bekommt: Du kannst es nicht!"

Und genau darin liege die Entsprechung des Wallfahrtsmottos zu Obamas Slogan: "Ich glaub an dich bedeutet, ich mute dir etwas zu." Auch Gott mute uns zu, die Welt in seinem Sinn besser zu gestalten. Selbst wenn es um die großen Themen wie Klimaschutz und Gerechtigkeit gehe. Genn wünscht ihnen, dass dieser Tag ihren Glauben stärke, dass sie am Ende dieser Wallfahrt wüssten, was Gott von ihnen erwarte. Denn Gott glaube an sie.

Mit einem Dank für ihren Dienst in den Gemeinden schickt der Bischof sie auf dem Weg in die Marienstadt. In einer langen Schlange pilgern sie die rund fünf Kilometer vom Sportplatz zum Gnadenbild – Bischof Genn und seine Weihbischöfe vorneweg.

Geh mit uns!

"Herr Pastor, stimmen Sie doch mal ein Lied an!", rufen zahlreiche Messdiener aus der Seelsorgeeinheit Grieth, Hönnepel und Wissel (Kalkar) Pfarrer Bartholomäus Kalscheuer zu.  "Geh mit uns auf unserem Weg", intoniert der Geistliche, der mit 19 Ministranten unterwegs ist. Nach und nach fallen sie in das Lied ein, so dass für einige Minuten eine spirituelle Atmosphäre aufkommt.

Er sei schon in Rom dabei gewesen, sagt Martin aus der Seelsorgeeinheit. "Ein riesiges Erlebnis", sagt der 20-Jährige und hofft, dass der Tag in Kevelaer eine ähnliche Wirkung entfaltet. Er habe den neuen Bischof kennen lernen wollen. "Er hat für uns die richtigen Worte gefunden, indem er das Vertrauen, das wir zueinander und zu Gott haben sollten, in den Mittelpunkt gestellt hat", meint der 20-jährige Student.

Mut und Kraft für den weiteren Dienst

Auch Marcel und Christoph aus der Pfarrgemeinde St. Matthias in Wulfen spricht das Motto "Ich glaub an Dich" an. Den beiden Jugendlichen, die mit 57 Ministranten aus ihrer Gemeinde unterwegs sind, haben die Lieder und Texte auf dem Sportplatz in Twisteden gut gefallen. Sie sind das erste Mal in Kevelaer und freuen sich auf die Wallfahrt, weil sie hoffentlich Gemeinschaft erfahren, die ihnen Mut und Kraft für ihren weiteren Dienst in der Gemeinde gibt.

An den Straßenrändern sind große Transparente aufgehängt, die die Botschaften vom morgendlichen Auftakt verstärken sollen. "Du bist mein geliebtes Kind", lautet eine der biblischen Aussagen, die der Bischof in seiner Ansprache aufgreift und verstärkt.

Glaubensstärkung

Maren (16) und Lea (17) aus der Pfarrgemeinde St. Maria Himmelfahrt in Marienbaum (Xanten) wünschen sich, dass diese Wallfahrt ihren Glauben stärkt, so dass sie daraus Kraft für den Alltag gewinnen können. "Es ist einfach ganz toll, zu merken, dass man in seinem Glauben nicht allein ist", sagen Christina (15) und Franziska (16) aus der Pfarrgemeinde Heilige Dreifaltigkeit in Kleve. Zu Hause gebe es nur wenige Jugendliche in der Kirche.

Sternförmig ziehen die Jugendlichen aus den sieben Bistümern auf den Kapellenplatz ein. Nach und nach füllt sich der Platz rund um das Gnadenbild. Bis die gemeinsame Begrüßung beginnt, haben die Ministranten noch ein wenig Zeit und stellen sich vor der Gnadenkapelle an, um die Gottesmutter zu grüßen.

Bitte für krebskranken Bruder

Sie betrachten staunend das kleine Bildnis, den Ursprung der Wallfahrt. Einige bringen ein Anliegen mit, das sie der Gottesmutter, die in Kevelaer "Trösterin der Betrübten" genannt wird, vortragen. Magdalena (15) aus dem oldenburgischen Schortens bittet für ihren an Krebs erkrankten Bruder.

Plötzlich öffnet sich die Pilgerpforte der Basilika, und während "Paul’s Kapelle" mit dem Lied "Sing Gott ein Lied vom Leben" Bewegung in die Messdiener bringt, ziehen Bischöfe und Weihbischöfe, angeführt von Wallfahrtsrektor Stefan Zekorn, auf die Stufen der Marienbasilika. Jugendbischof Franz-Josef Bode aus Osnabrück ruft die Messdiener auf, Maria als Beispiel für das Vertrauen auf Gott zu nehmen. "Sie wusste, dass sie seinem Wort vertrauen kann und hat seine Botschaft mit ihrem Leben beantwortet."

Fürsprache der Gottesmutter

Nach dem offiziellen Auftakt haben die "Minis" die Gelegenheit, vielfältige Angebote wahrzunehmen. Zum Beispiel unter einem Zelt des BDKJ (Bund der Deutschen Katholischen Jugend) Pflaster zu beschriften und auf eine Tafel zu kleben, auf der  steht: "Maria tröstet". Die Fürsprache der Gottesmutter wünschen sich Messdiener, wenn sie an ihren toten Opa denken, wenn sie Angst haben oder Freunde sie ärgern.

Wenige Meter weiter bieten die KJG (Katholische Junge Gemeinde) und die Schönstatt-Jugend an, Kreuze oder Rosenkränze zu basteln. "Ich nehme das Kreuz als Andenken von dieser Wallfahrt mit. Denn das Kreuz gibt mir Halt im Leben", sagt die 15-jährige Mirjam aus Duisburg.

... auch für Zuhause

In der Beichtkapelle lädt die Jugendkirche "Effata" zu einer liturgischen Revue ein: ein Gottesdienst mit viel Musik, Licht, Filmausschnitten und Aktionen zum Motto des Tages "Ich glaub an Dich".

"Solche liturgische Angebote wünschen wir uns für Zuhause", sagen Lena (15), Hanna (14) und Anja (15) aus Marl. Wenig später strömen die Ministranten auf den Peter-Plümpe-Platz, wo sie Bürgermeister Axel Stibi zum Fest des Glaubens einlädt und wo die Wallfahrt einen begeisterten Abschluss findet. "Einfach total toll!", ist das einhellige Fazit der "Minis".

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