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30.09.2016
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Priesterweihe.

Die Zahl der Neupriester ist seit Jahren rückläufig

Zahl der Berufungen geht immer weiter zurück

Weniger Priester, aber kein Priestermangel

Bonn. Von diesem Zulauf können deutsche Bistümer heute nur träumen: 557 Männer erhielten 1962 die Priesterweihe – so viele sollten es in den folgenden Jahrzehnten nie wieder werden. Damals ließ die Deutsche Bischofskonferenz die Zahl der Neugeweihten zum ersten Mal zentral erheben. Im vergangenen Jahr wurden 93 Priester geweiht – so wenige wie nie zuvor.

Immer weniger Katholiken wollen Priester werden. Seit Beginn der statistischen Erfassung geht die Zahl der Priesterweihen in Deutschland mehr oder weniger kontinuierlich zurück. Besonders stark ist der Rückgang in den Jahren unmittelbar nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil: Von 1965 bis 1975 verringerte sich die Zahl der Weihen von 500 auf 191. In den Jahren 1976 und 1977 wurden erstmals wieder mehr Priester als im Vorjahr geweiht.

In den 1980er Jahren schien sich gar eine Umkehr der Abwärtsbewegung abzuzeichnen. Die Zahl der Priesterweihen stieg bis 1989 auf 297 an. In den 1990er Jahren zerstob jedoch die Hoffnung, die Zahl könne dauerhaft anwachsen oder sich zumindest festigen. Bei seiner jüngsten Erhebung 2008 verzeichnete das Zentrum für Berufungspastoral in Freiburg einen Rückgang um elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Eine Zunahme der Zahl der Priesterweihen ist nach Ansicht von Fachleuten nicht in Sicht.

Unterschiede zwischen den Bistümern

Zwischen den Bistümern bestehen deutliche Unterschiede. Auffallend sind vor allem die über viele Jahre verhältnismäßig hohen Weihezahlen des Erzbistums Paderborn. 1962 wies es mit 53 Priesterweihen die mit Abstand höchste Zahl aller Bistümer auf. In den folgenden Jahren wechselte sich Paderborn mit den von der Katholikenzahl her größeren Bistümern Köln, Freiburg und Münster ab.

Auffallend wenige Priester wurden hingegen über längere Zeit, insbesondere in den 1970er Jahren, im Erzbistum München-Freising geweiht. Bemerkenswert ist ferner, dass in den ostdeutschen Bistümern der Wechsel des politischen Systems offenbar kaum Auswirkungen auf die in absoluten Zahlen stets geringe Menge der Berufungen hatte.

Auch Zahl der neuen Ordenspriester rückläufig

Auch die Zahl der neugeweihten Priester der Ordensgemeinschaften ist in den vergangenen Jahrzehnten gesunken. Allerdings gab es hier beträchtliche Schwankungen in beide Richtungen. So wurden 1978 genau 50 Ordenspriester geweiht, 1990 waren es 71, 2004 nur 19, 2007 immerhin wieder 38 und ein Jahr später abermals 19.

Um dem vielerorts auftretenden Mangel an einheimischen Geistlichen entgegenzuwirken, sind ausländische Priester, unter anderem aus Indien und afrikanischen Ländern, in deutschen Bistümern tätig. Ihre Zahl stieg bundesweit von 1996 bis 2008 von 606 auf 757. Die meisten ausländischen Priester (88) versehen im Erzbistum München-Freising ihren Dienst.

Verkürzung der Tatsachen

Der verbreitete Eindruck, es herrsche in Deutschland ein erheblicher Priestermangel, weil immer weniger Katholiken Priester werden wollen, stellt nach Ansicht von Fachleuten eine Verkürzung der Tatsachen dar. Peter Birkhofer, Leiter des Zentrums für Berufungspastoral, etwa weist darauf hin, dass das Verhältnis zwischen Priestern und praktizierenden Katholiken sich keineswegs dramatisch verändert habe. So ging von 1962 bis 2007 die Zahl der regelmäßigen Gottesdienstbesucher nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz von etwa 12 Millionen auf rund 3,5 Millionen zurück, der Rückgang der Priesterzahlen war prozentual nur unwesentlich stärker.

"Unser Problem ist nicht, dass nicht genug Männer Priester werden wollen, sondern, dass das Reservoir, aus dem sie kommen könnten, zu klein geworden ist", hebt Birkhofer hervor. In diesem Sinn äußert sich auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch: "Gemessen an der Zahl junger Gottesdienstbesucher haben wir prozentual heute sogar mehr Priesteramtskandidaten als früher."

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Text: Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
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