
Tamilen beteten in Kevelaer für den Frieden.
Tamilen pilgerten nach Kevelaer
Friedenswunsch vor dem Gnadenbild
Kevelaer. Der Wunsch nach Frieden ist stärker denn je. Und stand bei der Tamilenwallfahrt in Kevelaer am Samstag (08.08.2009) über allem. Denn der Tag, an dem seit 1987 jährlich etwa 15.000 Tamilen bei der Mutter Gottes um Fürsprache bitten, warf dunkle Schatten zwischen die bunten und goldenen Kleider: "Viele ihrer Landsleute mussten in letzter Zeit den Weg des Leides erfahren", schilderte Kevelaers Wallfahrtsrektor Stefan Zekorn mitfühlend die Stimmung der angereisten Tamilen.
Vor dem Hintergrund des blutigen Bürgerkriegs in Sri Lanka und seinen tausenden Opfern, beteten die Wallfahrer noch intensiver als sonst für den Frieden in ihrer Heimat. "In diesem Jahr haben wir zusätzlich eine Andacht in Gedenken an die Opfer sowie die tamilischen Flüchtlinge in militärischen Lagern gehalten", sagte Selvaraj Joseph, einer der Organisatoren. Zudem war ein Zelt des tamilisch-katholischen Seelsorgeamts aufgebaut worden.
Solidarität und Mitgefühl
So standen die Friedensbitten auch während der Pilgermesse im Forum Pax Christi im Fokus. Stefan Zekorn sprach Solidarität und Mitgefühl aus Deutschland für tamilische Familien aus und betonte, dass man "selbst mit politisch gebundenen Händen beten kann".
Zusammengekommen waren die Tamilen im Glauben an Gott und für einen besonderen Moment: den am Gnadenbild der "Trösterin der Betrübten". Denn in diesen Augenblick legen die Tamilen aus ganz Deutschland, Dänemark, den Niederlanden, England und Frankreich ihre Sorgen, Nöte und Bitten - in diesem Jahr verbunden mit Hoffnung auf Frieden. Nicht zuletzt deshalb entzündeten die tamilischen Pilger auch tausende Kerzen. "Licht bedeutet Leben", sagte Selvaraj Joseph, "und für das Leben beten wir hier."
Herzlicher Empfang
Sehr wohl fühlen sich die Pilger jedes Jahr in Kevelaer, unterstrichen er und Mit-Organisatorin Jasmin Sarnja. "Wenn Lourdes nicht so weit weg wäre, gingen wir auch dort hin", meinte der Aktive aus dem Wallfahrtsteam. "Doch die Nähe zu Kevelaer für viele der Angereisten und der herzliche Empfang der Einwohner sind schon etwas Besonderes."
Und das wissen die Kevelaerer zu schätzen. Die rund 1,50 Meter langen Kerzen auf den extra aufgebauten Ständern gibt es nämlich nur ein Mal im Jahr: zur Tamilenwallfahrt. "Und weil so viele Menschen Kerzen anzünden wollen, müssen wir sie ausblasen, bevor sie abgebrannt sind", erklärte David Grüntjens aus Krefeld, der in Kevelaer zu Gast und in der Wallfahrts-Logistik eingespannt war. "Die Kerzen werden jedoch gesammelt und in den kommenden Wochen wieder aufgestellt, bis sie abgebrannt sind", erklärte er.
Hinter der Basilika fand ein Basar statt. Früchte, schillernde bunte Kleider, glänzende Gewänder und laute Marktschreier erinnerten an das, was für die Tamilen "echte Heimat" bedeutet - in Frieden.
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Tamilenwallfahrt: Groß ist der Durst nach Gerechtigkeit (06.08.2009)
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Text: Katrin Reinders | Foto: Katrin Reinders
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