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24.05.2012
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Bischof Felix Genn.

Bischof Felix Genn.

Bischof Felix Genn schreibt im Priesterjahr den Geistlichen

"Priester brauchen Schwestern und Brüder"

Bistum. Ein heutiger Priester kann kein Einzelkämpfer sein, er "braucht Schwestern und Brüder, die mit ihm gehen, die nicht von ihm ständig fordern, alles machen zu sollen". Darauf hat Bischof Felix Genn aus Anlass des weltkirchlichen "Jahrs der Priester" in einem Brief an seine "Mitbrüder im priesterlichen Dienst" verwiesen.

Für Bischof Genn ist das "Jahr der Priester" kein Anlass zur "Aneinanderreihung besonderer Aktivitäten und Veranstaltungen", sondern es biete den Priestern vielmehr die Chance, "die Innenseite" ihrer "Berufung und Sendung in den Blick zu nehmen".

Diese "Einladung zur Vertiefung unseres Gebetes und des geistlichen Lebens" weitet Bischof Genn auf die Gemeinschaft der Christinnen und Christen im Bistum aus. Er regt besondere Gottesdienste an bestimmten Tagen im Monat an, etwa am Herz-Jesu-Freitag. Da sollten Priester die Gemeinden einladen, "eine Zeit der Anbetung mit ihnen zu halten, um sich in der Betrachtung und im Gebet gemeinsam der Anziehungskraft des Herrn auszusetzen" und neues Interesse an Priester- und Ordensberufen zu erbitten. Dazu schenkt Bischof Genn den Priestern ein Gebet, das er selbst täglich betet.

Gut vier Monate nach seinem Amtsantritt in Münster versichert Bischof Genn seinen Mitbrüdern erneut seine "tiefe Verbundenheit" und "große Wertschätzung für Ihren treuen, oft unscheinbaren und verborgenen Dienst". Manche Begegnung während der vergangenen Wochen habe ihn "sehr dankbar" gemacht.

Was die heutigen Herausforderungen des Priesterseins angeht, legt Bischof Felix Genn besonderen Wert auf das Verständnis eines Dienstes "in der Kooperation mit vielen Einzelnen und vielen anderen". Der heutige Priester sei "nicht allein verantwortlich: Jeder Einzelne muss Rechenschaft ablegen darüber, wie er sein Christsein gelebt und damit auch für den Priester Zeugnis gegeben hat".

Zölibat mehr wertschätzen

Dieses "gegenseitige Tragen" gelte selbst für die zölibatäre Lebensform des Priesters. "Es mag sein, dass manche Menschen dieses Zeugnis nicht mehr verstehen oder verstehen wollen", betont Felix Genn, "aber im Miteinander der unterschiedlichen Dienste darf der Priester auch erwarten, dass in Gemeinschaft zu sein ebenfalls bedeutet, im Miteinander der unterschiedlichen christlichen Lebensformen stehen zu können."

Zentrale priesterliche Aufgabe sei die Feier der Eucharistie. "Wir versehen nicht Funktionen", beschreibt Bischof Genn, "sondern wir feiern das Geheimnis, feiern jene Wirklichkeit, die uns selbst sakramental von innen her prägt und unser ganzes Sein durchtränkt."

Aus der "Mitte eines persönlichen Zusammenseins" mit Christus zu leben befähige den Priester zu seinem Dienst: "Die Menschen aus dieser Mitte zu begleiten und zu nähren und sie gleichzeitig als Brüder und Schwestern als Gabe zu empfangen, das ist unsere Sendung und unsere tiefste Freude. Darin darf sich unser Leben erschöpfen und erfüllen."

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Text: Hans-Josef Joest | Foto: Archiv in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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