
Die Südlohner St.-Anna-Klus wird jährlich von mehr als 4.000 Pilgerinnen und Pilgern besucht.
60. Kirchweihtag der heutigen St.-Anna-Klus
Zufall oder Fügung am Anfang der neuen Tradition
Südlohne. Am Sonntag (26.07.2009), jährt sich zum 60. Mal die Weihe der heutigen St.-Anna-Klus in Lohne-Südlohne. Eine erste Kapelle hatte schon Jahrhunderte früher dort gestanden, war mehrfach abgerissen und wieder errichtet worden – bis sie am Ende fast ganz in Vergessenheit geraten war.
Der 11. Februar 1949 war ein denkwürdiger Tag für die Menschen in Lohne. Zum einen, weil an diesem Tag endlich – nach Jahren des Suchens – das Gnadenbild der Heiligen Mutter Anna aus Südlohne wieder auftauchte. Seit dem Ersten Weltkriegs verschollen geglaubt, fand man es auf dem Dachboden des Pfarrhauses von St. Georg in Vechta wieder.
Vielleicht wäre das Gnadenbild schon eher entdeckt worden, wenn man früher auf August Vornhusen gehört hätte. Der heutige Pfarrer im Ruhestand war damals Theologiestudent. Und er hatte schon früher die Figur entdeckt und auf einen möglichen Zusammenhang mit Südlohne hingewiesen. Allein – man hörte nicht auf ihn. Vielleicht hatte das auch etwas Gutes. Denn so konnten zwei Ereignisse doch noch auf einen einzigen Tag zusammenfallen: der entscheidende Fund und die Wiederentdeckung der alten Klus-Fundamente. Denn an dem selben Tag, als der Jesuitenpater Vleugels in Vechta auf die verschollen geglaubte Anna-Statue stieß, an jenem 11. Februar 1949 also, stieß nahezu gleichzeitig, mittags um zwölf Uhr, auch in Südlohne jemand auf ein Zeugnis der Vergangenheit. Ein Pächter, der auf einem Acker seine Furchen zog, um darin Hafer zu säen, eckte mit seinem Pflug an einen Feldstein, der sich später als Fundament der alten Anna-Klus herausstellte.
Gleichwie – ob Zufall oder Fügung: Für die Menschen im Süden der Stadt Lohne bedeuteten die Funde auf jeden Fall Ansporn. Sie sagten sich: Wenn Kapelle und Gnadenbild schon so merkwürdig gleichzeitig wieder ans Tageslicht kommen, dann wollten sie doch wohl als Zeichen dafür genommen werden, dem alten Wallfahrtsort neues Leben zu geben.
Zeitzeugen beschreiben die Phase als eine Zeit stürmischer Begeisterung: die Versammlung der Südlohner in der Volksschule, bei der der Beschluss zum Neubau gefasst wurde; die gemeinsame Fahrt mit dem Feuerwehrauto nach Rulle, um sich bei der dortigen Wallfahrtskapelle Anregungen zu holen; die Geschwindigkeit, mit der das nötige Geld für Fenster, Bilder oder Schmuckstücke durch Spenden zusammenkam.
In kürzester Frist entstand eine neue Kapelle. Mehrere Landwirte in der Nähe stifteten für das weitere Gelände Grund und Boden, die Menschen packten mit an und errichteten das neue Gotteshaus. Und schon am 19. Mai 1949 konnte der Grundstein gelegt werden.
Am 26. Juli, 70 Jahre nachdem die uralte Wallfahrtstradition aufgegeben worden war, konnte an alter Stätte erstmals wieder Gottesdienst gefeiert werden. Und nur wenige Monate später war auch die alte Heilquelle bei der Klus wieder ausgegraben, die seither in den 1950 geweihten St.-Anna-Brunnen mündet. Dort sieht man auch heute noch immer wieder Menschen mit Flaschen und Kanistern stehen und sich etwas von dem kristallklaren Wasser abfüllen.
Bei der St.-Anna-Klus entstand noch ein Wohnhaus für einen Priester sowie ein Kreuzweg hinauf zum "Hamberg", wie eine eiszeitliche Erhebung in der Nähe genannt wird. Klus und Kreuzweg gehören auch in eine besondere Lohner Tradition: Statt des andernorts üblichen Sechs-Wochen-Amts laden die Nachbarn sechs Wochen nach einer Beerdigung zum Kreuzweg ein.
Trost und Hilfe
So ist die Klus immer schon Anlaufstelle für Menschen mit unterschiedlichen Beweggründen gewesen: Trost für Trauernde, Bitte um mütterliches Verstehen. Und auch junge Paare sollen sich hier die Verlobungsringe angesteckt haben.
Die Bitte um die heilende Kraft der Klusquelle schien früh auf die Hilfe bei Knochen- und Augenleiden gerichtet gewesen zu sein. Ein 1845 geborener Nachbar, der die zweite Klus noch mit eigenen Augen gesehen hatte, berichtete von zahlreichen Brillen und Krücken, die über Jahre als Dankesgaben Geheilter eine Wand der Klus geschmückt haben sollen.
Am Samstag (25.07.2009), findet nun wieder der jährliche Höhepunkt der heutigen Anna-Frömmigkeit in Südlohne statt: die Wallfahrt am Anna-Tag, zu der sich viele Gläubige auf den Weg machen werden.
Die St.-Anna-Klus
Ursprünge
Die Entstehung der Gnadenstätte mit der Klus und dem Brunnen wird bis weit vor 1500 datiert. Eine Urkunde von 1518 zum Beispiel zeugt von zahlreichen Wallfahrern und spricht von Krankenheilungen, die erfolgt sein sollen. Während der Reformation war die erste Klus zerstört und 1680 wieder aufgebaut worden. Später geriet diese zweite Kapelle wegen Überschuldung der Eigentümer in den Besitz eines Kaufmanns aus dem Emsland, der sie wegen zu hoher Kosten verfallen und 1874 abreißen ließ. Weil neben der Klus ein Teich angelegt wurde, versiegte auch die alte Heilquelle, und der Pflug ging über die Gnadenstätte.
Anna Selbdritt
Als Anna Selbdritt bezeichnet man in der christlichen Kunst die Darstellung der heiligen Anna mit ihrer Tochter Maria und dem Jesusknaben. Der Bildtyp gehört zu den Andachtsbildern. Im 15. und 16. Jahrhundert erlebte die Darstellung der Heiligen Anna Selbdritt besonders in Deutschland ihre Blütezeit. Eine Anna-Selbdritt-Darstellung findet sich auch in der Bethener Wallfahrtskirche. Sie wurde 1695 in Auftrag gegeben.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Text: Michael Rottmann Foto: Michael Rottmann in
Kirche+Leben
23.07.2009
Schwerpunktthema
Vom 16. bis 20. Mai 2012 findet in Mannheim der 98. Deutsche Katholikentag statt. Er steht unter dem Leitwort "Einen neuen Aufbruch wagen".
Vorlagen für Maiandachten
Ein besonderer kirchensite.de-Service: Wir bieten Ihnen eine Reihe von Vorschlägen für Andachten zur Muttergottes im Monat Mai zum Herunterladen an.
Kommunionempfang
Erzbischof Robert Zollitsch setzt sich weiterhin dafür ein, dass Katholiken auch nach Scheidung und Wiederheirat die Kommunion empfangen können.
Neues Seelsorgekonzept
Im Bistum Münster wird derzeit ein neuer Diözesanpastoralplan erstellt. Er soll Schwerpunkte der Seelsorge benennen. Ein erster Entwurf steht zum Herunterladen bereit.
Heilige und Selige
Das Bistum Münster kann auf viele Frauen und Männer zurückblicken, die ein herausragendes Zeugnis für den christlichen Glauben abgelegt haben.
Dossier: Maria
Maria ist die Mutter Jesu Christi - und hat daher eine besondere Stellung im christlichen Glauben.
Landvolkshochschule
Mit einem Festakt wurde der langjährige Direktor der Landvolkshochschule "Schorlemer Alst", Johannes K. Rücker, in den Ruhestand verabschiedet.
Wohnungsnotfallhilfe
In einer Wohnung oder einem Haus zu wohnen, ist für Jeden selbstverständlich und lebensnotwendig.
Marienmonat
Als schönster Monat des Jahres soll der Mai der "schönsten aller Frauen" geweiht sein. Maialtäre und Maiandachten entstammen einer barocken Frömmigkeitstradition.
Sterbebegleitung
Wann beginnt das Sterben? Was erwartet mich auf meinen letzten Wegen vor dem Tod? Kann ich mich und meine Verwandten auf diese Wege vorbereiten?
Ehegericht
Mit seinen rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beschäftigt sich Offizial Kurt Schulte größtenteils mit so genannten Ehenichtigkeitskeitsverfahren.
Service für Sie
Spruch des Tages
Reden, Fragen, Antworten finden
Seelsorger/-innen
Heiligenlexikon in "kirchensite.de"
im
Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:
Kontakt
kirchensite-Redaktion:
redaktion
kirchensite.de
Lebenshilfe+Seelsorge:
Martin Weber
weber
kirchensite.de
Technik:
technik
dialogverlag.de

















Newsticker für Ihr Web