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24.05.2012
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Wallfahrt.

Mit Bannern und in Trachten kommen die Pilger nach Haltern.

Wallfahrt der Schlesier zum Annaberg:

Pflege traditioneller Frömmigkeit

Haltern am See. Jedes Jahr am Sonntag vor dem Fest der heiligen Anna (26. Juli) pilgern die heimatvertriebenen Schlesier zum Annaberg nach Haltern. Diese Wallfahrt hat eine lange Tradition. In diesem Jahr findet sie zum 64. Mal statt.

"In Oberschlesien gibt es den Sankt Annaberg. Es ist dort der wichtigste katholische Wallfahrtsort. Durch die Vertreibung der Schlesier wurden sämtliche Querverbindungen zur Heimat unterbrochen. Hier haben sie eine neue Heimat gesucht. 1948 findet sich der erste Hinweis in Kirche+Leben auf die Wallfahrt", erzählt Herbert Gröger. Er engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Vertriebenenseelsorge.

Von Jahr zu Jahr wuchs die Zahl der Teilnehmer. "Heute ist es wesentlich einfacher, den Annaberg in Haltern zu erreichen. Mehr Teilnehmer hatten wir ebenfalls, als die Spätaussiedler dazugekommen sind. In den besten Zeiten haben wir 6.000 bis 8.000 Teilnehmer gezählt. Inzwischen sind es bis zu 4.000", informiert der 80-Jährige. Der Großteil kommt aus dem Westen der Bundesrepublik, denn in Süddeutschland gibt es ebenfalls eine Wallfahrt der Schlesier.

Organisiert wird die Wallfahrt zum Annaberg von der Diözese Münster. Ein Team von acht Ehrenamtlichen kümmert sich gemeinsam mit Dechant Bruno Pottebaum darum, dass der Tag für Wallfahrer zu einem Erlebnis wird.

Vier geistliche Elemente, die Beichtgelegenheit am Morgen, die Feier der traditionellen Anna-Messe, das Singen geistlicher Lieder und die abschließende Vesper prägen den Tag auf dem Annaberg. "Es kommen auch viele Geistliche und Ordensleute", weiß Gröger. Zu den Zelebranten gehörte in den 1950er Jahren Kardinal Thomas Tien-Ken-Sin, der 1967 verstorbene Erzbischof von Peking. Aber auch der 2005 verstorbene Münchener Kardinal Leo Scheffczyk, Erzbischof Alfons Nossol, Bischof von Oppeln, zu dem Gröger eine besonders intensive Verbindung pflegt, der ehemalige Nuntius Kardinal Giovanni Lajolo oder der Kölner Kardinal Joachim Meisner, der ebenfalls aus Schlesien stammt, waren Gäste auf dem Halterner Annaberg.

Die Wallfahrt ist zu einem Treffpunkt geworden. "Wir haben sogar eine Silberhochzeit in der Kapelle am Annaberg gefeiert. Das Paar hatte sich dort kennen gelernt", berichtet Gröger, der selbst aus Schlesien stammt. Und so gehört nicht nur das Gebet zu diesem Tag, sondern beispielsweise auch die Verköstigung typischer schlesischer Spezialitäten. "Das zählt für die Teilnehmer ebenso zur Wallfahrt wie der Beichtstuhl." Denn Beichtgelegenheit gibt es vor dem Gottesdienst ab 8.30 Uhr in deutscher, polnischer und russischer Sprache. Auch der Gesang ist ein typisches Element der Wallfahrt. "Denn wo Schlesier sind, wird viel gesungen", weiß der pensionierte Berufschullehrer aus Erfahrung und fügt hinzu: "Der Tag ist immer ein erhebendes Erlebnis."

Alle zwei Jahre schließt sich die Landsmannschaft der Oberschlesier an – so auch in diesem Jahr. Das Festhochamt zu Ehren der Mutter Anna feiert am Sonntag (19.07.2009) um 10 Uhr Weihbischof Franz-Josef Overbeck mit den Pilgern. Die abschließende St.-Anna-Andacht um 15 Uhr leitet Konsistorialrat Pfarrer Christoph Lindner aus Hannover.

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