
Generalvikar Kleyboldt: "Ein Mensch, der Jesus Christus erfahren kann, wird nicht bleiben wie er ist – das zeigt uns Paulus sehr deutlich."
Generalvikar Norbert Kleyboldt:
Paulus-Jahr gibt missionarische Impulse
Bistum. Das Paulus-Jahr zur Erinnerung an den 2.000. Geburtstag des Völkerapostels Paulus hat nach Auffassung von Generalvikar Norbert Kleyboldt der Kirche neue Impulse für ihr missionarisches Wirken gegeben. "Die Auseinandersetzung mit dem großen Völkerapostel hilft, auch heute nach neuen Wegen zu suchen, die Botschaft von Jesus Christus den Menschen zu sagen", erklärte Kleyboldt zum Hochfest Peter und Paul. Mit einem Festgottesdienst wurde am Sonntag (28.06.2009) im münsterschen St.-Paulus-Dom das Patronatsfest von Dom und Bistum begangen.
Der unermüdliche Einsatz des Paulus ist nach Auffassung des Generalvikars nur möglich, weil der Apostel aus der Begegnung mit Christus gelebt hat. "Das Damaskus-Erlebnis hatte bei Paulus Folgen: Christus wird für ihn zu seiner neuen Existenz. Er sagt selbst: Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir." Dies müsse der Kirche neuer Ansporn sein, Menschen zur Begegnung mit Jesus Christus einzuladen.
Folgenreiche Gottesbegegnung
Und je tiefer diese Gottesbegegnung sei, umso folgenreicher werde sie. "Ein Mensch, der Jesus Christus erfahren kann, wird nicht bleiben wie er ist – das zeigt uns Paulus sehr deutlich." Paulus sei vom Christenverfolger zum Blutzeugen für Christus geworden – eine größere Lebenswende sei kaum vorstellbar.
Leben und Wirken des heiligen Paulus beweisen nach Auffassung Kleyboldts aber auch, "dass der Satz stimmt: Ein Christ ist kein Christ, denn Christsein geht nur in Gemeinschaft". Wo immer Paulus gewirkt habe, sei er bemüht gewesen, Gemeinden zu gründen und bestehende zu stärken. Und der Apostel habe immer versucht, die Gemeinschaft mit den anderen Gemeinden und vor allem mit der Kirche in Jerusalem, mit Petrus und den anderen Aposteln herzustellen.
"Leidenschaft für Christus"
"Interessant ist die Verbindung zwischen Petrus und Paulus, die wir ja ebenfalls an diesem Festtag feiern", meinte Kleyboldt. Was beide verbindet, ist die Leidenschaft für Christus und die Liebe zu ihm. "Und bei allen Auseinandersetzungen, von denen ja auch die Schriften des Neuen Testaments berichten, werden sie sich in diesem Punkt getroffen haben."
Petrus, der handfeste Fischer vom See Genezareth, und Paulus, der gebildete römische Bürger aus Tarsus, hätten ihre sehr unterschiedlichen Talente und Charismen in den Dienst der Kirche Jesu Christi gestellt. "Das wünsche ich mir auch für unsere Kirche heute: Dass wir alle mit unseren verschiedenen Begabungen für die Gemeinschaft der Glaubenden wirken – und auch bei manchmal Meinungsverschiedenheiten und nötigen Auseinandersetzungen beisammenbleiben."
Abschluss des Gedenkjahres
Mit Gottesdiensten, Tagungen und musikalischen Darbietungen wurde das Gedenkjahr zum 2.000. Geburtstag des heiligen Paulus im Bistum Münster begangen. Zum Auftakt der Feiern zum Ende des Paulus-Jahrs in Münster wurde am Samstag (27.06.2009) das Oratorium "Paulus" von Felix Mendelssohn Bartholdy vom Domchor, der Capella Ludgeriana und Mädchenkantorei im vollen Dom aufgeführt.
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Text: Norbert Göckener| Foto: Norbert Göckener
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