
Zahlreichen Haupt- und Ehrenamtlichen begegnete Bischof Felix Genn (2.v.l.) in Recklinghausen. Er nahm sich die Zeit für kurze Gespräche wie zum Beispiel mit Pfarrer Jürgen H. Schäfer (2.v.r.) im Beisein von Heinz Bernd Terbille, Vorsitzender des Stadtkomitees der Katholiken, (l.), Regionalbischof Josef Voß (3.v.r.) und Kreisdechant Jürgen Quante (r.).
Stadtpatronatsfest in Recklinghausen
Ein Gottesdienst mit Donnerwetter
Recklinghausen. Es war ein Tag der Begegnungen mitten in der Stadt. Zwischen Cafés und Warenhäusern, Drogeriemärkten und Buchhandlungen, präsentierten sich am Samstag (27.06.2009) auf dem Altstadtmarkt in Recklinghausen Kirchengemeinden der Stadt sowie verschiedene Verbände und Institutionen. Sie luden zum Mitmachen ein, informierten an ihren Ständen über aktuelle Themen und ihre eigene Arbeit. Andere sorgten für das leibliche Wohl der Besucher.
Es war ein munteres Treiben auf dem Platz, und die Atmosphäre wurde dem Motto "Steh‘ auf und geh‘ hinaus in die Stadt ..." (Apg. 9,6) mehr als gerecht. "Mit diesem Fest zeigen wir, dass der Glaube uns nicht von der Welt trennt. Wir wollen zum Mittun anregen, durch Aktionen und im Gebet", betonte Heinz Bernd Terbille, Vorsitzender des Stadtkomitees der Katholiken.
Fest der Mutterpfarre
Mit dem Stadtpatronatsfest griffen die Verantwortlichen – das Stadtkomitee der Katholiken in Kooperation mit der Stadt Recklinghausen - eine alte Tradition auf: das Patronatsfest der Pfarrgemeinde St. Peter als Fest der Mutterpfarre der 16 katholischen Kirchengemeinden in Recklinghausen auch mit der Stadt zu feiern.
Doch nicht nur Recklinghäuser Bürger erkundigten sich über die kirchlichen Aktivitäten in der Stadt. Am Nachmittag begrüßten die Menschen ebenso den Bischof des Bistums Münster, Felix Genn. Gemeinsam mit Regionalbischof Josef Voß, Kreisdechant Jürgen Quante, Dechant Peter Lenfers, Hans-Bernd Terbille, Georg Möllers, Beigeordneter der Stadt Recklinghausen, und Marcus Weber, Geschäftsführer des Kreisdekanatsbüros Recklinghausen, informierte er sich an den zahlreichen Ständen und kam mit vielen Menschen ins Gespräch.
Gewitter unterbricht Gottesdienst
Während die Bühne für das Pontifikalamt umgebaut wurde, Bänke für die zahlreich erschienenen Gläubigen aufgestellt wurden, der Projekt-Stadtdekanatschor unter der Leitung von Thorsten Maus, begleitet von Armin Press an der Orgel und einem Bläserquartett der Neuen Philharmonie Westfalen, die Akustik des Altstadtmarkts ausprobierten, trug sich der Bischof in das Goldene Buch der Stadt Recklinghausen ein.
Doch über dem Geschehen zogen dunkle Wolken auf, aus denen es nach dem Beginn des feierlichen Pontifikalamts wie aus Kübeln zu schütten begann – begleitet von Blitzen und lautem Donner. Flexibel zeigten sich die Verantwortlichen und die Gläubigen. Kurzentschlossen wurde der Gottesdienst unterbrochen und einige Zeit später in der St.-Peter-Kirche weitergefeiert.
Genn: Suchen, worauf es ankommt
In seiner – mit Rücksicht auf die durchnässten Gläubigen in der Kirche – kurzen Predigt am Ende der heiligen Messe, erläuterte Genn, wie das Beispiel des Apostels Paulus den Menschen heute Hilfe sein könne, für ihren Auftrag als Christen in der Stadt Recklinghausen. "Sie haben den Menschen gezeigt, was sie in dieser Stadt finden, wenn sie Christen begegnen. Sie haben gezeigt, was Menschen finden können, die in diese Stadt kommen, um zu suchen, worauf es ankommt." Sowohl der Apostel Paulus als auch der Apostel Petrus seien innerlich berührt gewesen von der Person Jesus von Nazareth. Davon sei ihr Herz voll gewesen.
"Sind wir von Jesus erfüllt? Das ist der entscheidende Punkt, damit wir morgen Christen bleiben. Damit Menschen in uns Menschen finden, die ihnen sagen, welcher Schatz an Leben in Jesus Christus liegt." Eine wichtige Rolle spiele dabei die Gemeinschaft, denn Menschen könnten nicht allein Christen sein. Genn: "Es gilt das zu teilen, was jeder für sich in seinem Herzen hat. Es ist wichtig, von anderen zu hören, was sie erfahren haben. Deswegen ermutige ich Sie, teilen sie miteinander ihren Glauben."
Appell an Jugendliche
Und besonders an die Jugendlichen richtete Genn das Wort. Er rief sie auf, von ihrem Glauben und der Kraft, die in ihm wohne, anderen zu berichten. Ebenso ermutigte er die Menschen, in der Linie mit ihren Aktivitäten fortzufahren, die sie bereits verwirklicht hätten. Die Christen würden daran erkannt, was sie für den Menschen täten. Und die Menschen würden spüren, dass dieses Tun aus einer inneren Quelle und Kraft komme. Genn dankte den Gläubigen, dass sie sich mit ihrem Zeugnis in ihren Gemeinden und Verbänden einsetzen und bat sie gleichzeitig: "Tun wir dies gemeinsam auf unserem Glaubensweg in der Zukunft aus der wunderbaren Erfahrung, dass Jesus das Beste ist, was es gibt."
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Text: Michaela Kiepe | Foto: Michaela Kiepe
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