
Die Zahl der Priester im Bistum Münster ist im vergangenen Jahr auf 1168 gesunken.
Seelsorgestatistik für das Bistum Münster
Diözese im tiefgreifenden Wandel
Bistum. Die Gesamtzahl der im Bistum Münster tätigen Priester und Ruhestandsgeistlichen ist nach Angaben der Bischöflichen Pressestelle im vergangenen Jahr von 1198 auf 1168 Priester gesunken. Von ihnen gehören 930 dem Bistum Münster an; 114 stammen aus anderen Diözesen; 124 sind Mitglieder von Ordensgemeinschaften.
Wie aus der aktuellen Seelsorgestatistik des Bischöflichen Generalvikariats (Stand 1. Januar 2009) weiter hervorgeht, stehen 450 Pastoralreferenten und Pastoralreferentinnen im aktiven Dienst, neun mehr als im Vorjahr. In der Ausbildung befinden sich derzeit 30 Pastoralassistenten und Pastoralassistentinnen.
Die Zahl der Ständigen Diakone liegt bei 229, zwei mehr als im Vorjahr. Davon sind 37 Diakone im Hauptberuf und 192 mit Zivilberuf.
Der Großteil der 930 so genannten inkardinierten (dem Bistum angehörenden) Geistlichen arbeitet in der Gemeindeseelsorge als Pfarrer, Kapläne oder Vicarii Cooperatores: insgesamt 462 Priester. Sieben sind im Schuldienst tätig, 14 in der Krankenhausseelsorge; 42 Priester arbeiten auf Bistumsebene oder im Hochschulbereich. Weitere Priester engagieren sich auf vielfältigen Feldern der Seelsorge – von der Betreuung ausländischer Christen bis zur Arbeit bei Polizei, Justiz und Militär. Vier Priester wurden vom Bischof zum weiteren Universitätsstudium freigestellt. 330 Priester (im Vorjahr 315) sind emeritiert oder leben im Ruhestand.
Durchschnittsalter
Das Gesamtdurchschnittsalter der inkardinierten Priester ist im letzten Jahr leicht gestiegen und liegt bei etwas über 62 Jahren; die Pfarrer sind durchschnittlich 53 Jahre, die Kapläne 36 Jahre alt.
243 Pfarrer sind nach Angaben der Pressestelle der Diözese Münster für eine Gemeinde zuständig. Die Zahlen der Priester, die mehr als eine Gemeinde betreuen: Leiteten im Vorjahr noch 57 Geistliche zwei Pfarren gleichzeitig, waren es zu Beginn dieses Jahres 35 Priester. Für drei Gemeinden waren 13 Pfarrer (Vorjahr 17) verantwortlich; fünf Pfarrer (im Vorjahr ebenfalls) waren gleichzeitig in vier Orten aktiv, ein Pfarrer in sechs (sehr kleinen) Gemeinden.
Nach der Einführung von neuen Gemeindekooperationsmodellen sind im vergangenen Jahr 63 Priester als Pfarrer in Seelsorgeeinheiten leitend tätig und 79 als Pfarrer in Pfarreiengemeinschaften eingesetzt gewesen. Überdies wurden neun Ordenspriester mit dem Dienst des Pfarrverwalters betraut.
Fusionen
Im Jahr 2008 wurden 65 Pfarreien zusammengelegt und bilden 19 neue Kirchengemeinden. Dieser Prozess wird sich weiter fortsetzen. Mit Stand 1. Januar 2009 zählte das Bistum Münster 417 (bisher 458) Kirchengemeinden.
Die Bistumsleitung geht nach Angaben der Bischöflichen Pressestelle davon aus, dass die Zahl der Priester in den nächsten Jahren weiter zurückgehen wird. Die hohe Zahl von 16 Neupriestern (2003) werde in den nächsten Jahren bei Weitem nicht mehr erreicht. 2005 wurden sechs, 2006 acht, 2007 fünf, 2008 und 2009 jeweils vier Diakone zu Priestern geweiht.
Allerdings seien auch die Gemeinden in den zurückliegenden Jahren erheblich kleiner geworden, was zu den Kooperationsplänen führte, hieß es in Münster. Das kirchliche Leben insgesamt befinde sich weiter in einem tiefgreifenden Wandel. Dem versuche die Diözese "mit ressourcenorientierten, nicht defizitorientierten Konzeptionen" beizukommen.
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Text: pd in
Kirche+Leben | Foto: Michael Bönte
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