
Nach der Messe suchten Bischof Felix Genn (Mitte) und der oldenburgische Weihbischof und Offizial Heinrich Timmerevers (links) das Gespräch mit den Gläubigen.
Bischof begegnet den oldenburgischen Katholiken
Genn: Als Christen erkennbar sein
Oldenburger Land / Garrel. Bischof Felix Genn hat die Katholiken im oldenburgischen Teil des Bistums aufgerufen, für andere Menschen in der Gesellschaft als Christen erkennbar zu sein. Genn feierte am Samstag (13.06.2009) bei seiner ersten Begegnung mit den Gremien und Räten aus 64 Pfarreien sowie Abordnungen aller 40 katholischen Verbände des Offizialatsbezirks Oldenburg in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Garrel einen festlichen Gottesdienst.
Dem Gottesdienst folgte eine Begegnung des Bischofs mit den Abordnungen aus Gemeinden und Verbänden im Forum des Realschulzentrums Garrel. Dort präsentierten die Vorsitzende des Komitees Katholischer Verbände, Hildegard Kröger, und Stephan Grabber als Moderator des Oldenburgischen Pastoralrats fünf ausgewählte Projekte, die das Leben der Kirche im Oldenburger Land widerspiegeln.
Themen waren die jährliche Landes-Frauenwallfahrt nach Bethen, der oldenburgische Teil der 72-Stunden-Aktion der katholischen Jugend, die Weißrusslandhilfe der oldenburgischen Malteser, der Fonds "Gute Idee" der Seelsorgeabteilung des Bischöflichen Offizialates, der beispielhafte Projekte finanziell fördert, sowie das "Projekt Würdenträger“, eine Initiative der oldenburgischen Kirche, die sich gegen rechtsradikale Tendenzen wendet und dabei den Kontakt zu Städten und Gemeinden in der Region sucht.
"Reden Sie über das Wort"
In seiner Predigt im Gottesdienst bat Bischof Genn die rund 1.200 Teilnehmer, mitzuhelfen, "dass die Menschen Christus finden. Auf den Hunger nach Leben gibt er die Antwort", sagte Genn eindringlich. Vielleicht habe man in Deutschland eine gewisse Scheu in dieser Frage; man könne heute ja über alles reden, "nur nicht über den eigenen Glauben". Genn ermunterte: "Tun Sie es doch, tun Sie es auch in Ihren Räten und Verbänden! Nehmen Sie das Wort aus dem Sonntagsgottesdienst mit in ihre Arbeit und reden Sie darüber!"
Genn erinnerte an eine Erzählung über den heiligen Antonius von Padua. Der habe angeblich sich an Fische in einem Teich gewandt und ihnen das Wort Gottes gepredigt. Die Predigt zu stummen Tieren wertete der Bischof als ein Bild, das sich auch in der Zeit heute finde. "Kennen nicht auch Sie Menschen, deren Glauben verstummt ist?" Dort gelte es, das Ermutigende im Glauben zu zeigen und diese Menschen auf Dauer "auf den Geschmack an Jesus" zu bringen.
"Botschaft ist Nahrung des Lebens"
Zu Beginn hatte der Bischof für den herzlichen Empfang gedankt. In diesen Dank schließe er "die herzliche Bitte" ein, den Dienst in den Gemeinden auch in den kommenden Jahren unter veränderten Strukturen weiter zu tun. Denn Christen sind dem Bischof zufolge Menschen, die sich bemühen, den anderen nicht aus dem Blickwinkel des Verdachts und des Misstrauens zu betrachten, sondern aus der Perspektive des Vertrauens und Entgegenkommens.
Wenn es Christen gelinge, sich darin zusammenzuschließen, führe dies zu einer Erneuerung des gesellschaftlichen Klimas. "Was kann das für eine Atmosphäre schaffen!", rief Genn den Katholiken aus den Gemeinden und Verbänden des Oldenburger Landes zu. Diese Kraft der Erneuerung aus dem Wort des Evangeliums helfe Menschen auf die Spur, zu erfahren, dass die christliche Botschaft nicht etwa "schal oder fade, sondern Gewürz und Nahrung des Lebens" sei.
Mit dem Bischof standen zwanzig Konzelebranten um den Altar. Der Gottesdienst wurde musikalisch gestaltet von der Friesoyther Kirchenmusikerin Rebecca Voss mit einem eigens zusammengestellten Projektchor und von Werner Haselier an der Orgel.
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Text: Franz Josef Scheeben | Foto: pd, Dietmar Kattinger
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