
Am Hochfest Pfingsten feiert die Kirche die Sendung des Heiligen Geistes.
Kirche im Bistum Münster und in aller Welt feiert Pfingsten
"Geist ergreift Partei für Leben und Frieden"
Bistum / Vatikanstadt / Bonn. Weltweit haben Christen am Pfingstfest die Herabkunft des Heiligen Geistes und den Geburtstag der Kirche gefeiert. Bischof em. Reinhard Lettmann forderte am Pfingstsonntag (31.05.2009) im münsterischen St.-Paulus-Dom die Christen auf, die Gesellschaft "neu auf den Geschmack Gottes" zu bringen. Ebenso wie die junge Jerusalemer Kirche sich an die Öffentlichkeit gewagt habe, gelte es auch jetzt, mit Gottes Geist auf Wirtschaft und Politik einzuwirken. Bischof Lettmann: "Gottes Geist ergreift Partei für Leben und Frieden."
Papst Benedikt XVI. warnte im Festgottesdienst am Pfingstsonntag (31.05.2009) im Petersdom vor geistiger Umweltverschmutzung und einer Selbstüberhöhung des Menschen. Er wandte sich gegen eine Präsentation von Lust, Gewalt und Menschenverachtung als Medienspektakel. Unter dem Vorwand der Freiheit vergifte dies die junge Generation. So wie ökologisches Handeln Vorrang habe, müsse es auch einen Einsatz gegen "Geist und Herz verschmutzende Produkte" geben.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, forderte von den Christen mehr Solidarität und Gemeinschaftssinn: "Wir haben der Welt zu sagen, dass es mehr gibt als Aktienkurse und Kapitalanlagen." Auch der Rottenburg-Stuttgarter Bischof Gebhard Fürst rief die Christen dazu auf, mehr Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen.
Der Kölner Kardinal Joachim Meisner sieht die ungezügelte Marktwirtschaft "am Egoismus und an der Habsucht" zerbrochen. Aachens Bischof Heinrich Mussinghoff prangerte eine "Geistlosigkeit" in der Finanzwelt an. Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, beklagte einen "Geist der hemmungslosen Gewinnsucht" und mahnte Einsatz für die Armen und Schwachen an.
Im Pontifikalamt am Pfingstmontag (01.06.2009) im münsterschen Dom stellte Weihbischof Franz-Josef Overbeck Pfingsten als "das Fest der Kirche" heraus. Die Kirche entspringe "aus der Liebe, die Gott uns immerwährend schenkt". Sie sei "das Bauwerk des Heiligen Geistes" – ein Bau aus Zeugen, "die ganz in den Spuren Jesu leben". Denn "Jesus selbst ist der Weg der Kirche". Deshalb ergehe von Pfingsten her die Einladung, Christus "in der Kraft des Geistes wieder neu zu entdecken".
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Text: Hans-Josef Joest und
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Archiv
01.06.2009
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