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24.05.2012
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Papst

Papst Benedikt XVI.

Papst zieht positve Bilanz der Heilig-Land Reise

Appell zu Frieden und Einheit

Tel Aviv. Papst Benedikt XVI. hat seine achttägige Nahost-Reise beendet. In seiner Abschiedsrede auf dem Flughafen von Tel Aviv rief er am Freitag (15.05.2009) eindringlich zu einem Ende der Feindseligkeiten zwischen Israelis und Palästinensern auf. "Nie wieder Blutvergießen! Nie wieder Kampf! Nie wieder Terrorismus! Nie wieder Krieg!", appellierte das Kirchenoberhaupt bei der Verabschiedung durch Staatspräsident Schimon Peres und Regierungschef Benjamin Netanjahu.

Der Papst forderte eine universelle Anerkennung des Existenzrechts Israels und betonte zugleich das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat. Erneut bekannte er sich zu einer unauflösbaren Verbundenheit zwischen Christen und Juden. Den Holocaust nannte Benedikt XVI. ein "schreckliches Kapitel der Geschichte", das nie geleugnet werden dürfe. In der Jerusalemer Grabeskirche, der heiligsten Stätte der Christenheit, hatte das katholische Kirchenoberhaupt am Vormittag mit einem eindringlichen Appell zur Ökumene sein Besuchsprogramm beendet.

Vor der politischen Spitze Israels betonte Benedikt XVI. am Flughafen, er sei ebenso als Freund der Israelis wie als Freund der Palästinenser gekommen. Kein Freund beider Völker komme umhin, die seit Jahrzehnten anhaltenden Spannungen und die Leiden auf beiden Seiten zu beklagen. "Lasst die Zwei-Staaten-Lösung Wirklichkeit werden und nicht nur einen Traum bleiben", forderte er. Die israelische Trennmauer um die Palästinensergebiete bezeichnete er als "einen der traurigsten Anblicke" während seines Besuchs. Er bete für eine Zukunft, die ohne solche "Instrumente der Sicherheit und der Trennung" auskomme.

Jad Vaschem "bedeutungsschwerer" Moment

Als einen bedeutungsschweren Moment seines Aufenthaltes beschrieb der 82-Jährige die Totenehrung in der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem. Unzählige Juden seien "brutal vernichtet worden unter einem gottlosen Regime, das eine Ideologie von Antisemitismus und Hass propagierte". Das Gedenken daran müsse den Zusammenhalt zwischen Christen und Juden als "Zweige desselben Ölbaums" stärken. Erneut bekräftigte Benedikt XVI. die engen Beziehungen beider Religionen. "Wir begegnen uns als Brüder", so der Papst. Trotz zeitweiliger Spannungen in der Geschichte seien Christen und Juden "fest verpflichtet, Brücken einer dauerhaften Freundschaft zu bauen". Hoffnungsvoll äußerte sich Benedikt XVI. über ein friedliches Zusammenleben der Glaubensgemeinschaften: "Dieses Land ist ein fruchtbarer Boden für Ökumene und interreligiösen Dialog."

Peres dankte dem Papst für dessen Friedensmission. Besonders hob er den Besuch in Jad Vaschem hervor. Benedikt XVI. habe sich deutlich gegen jedes Vergessen und Leugnen des Holocaust sowie zum Kampf gegen Antisemitismus ausgesprochen: "Das hat unsere Herzen und unseren Verstand berührt", so Israels Staatspräsident.

Abschluss in der Grabeskirche

Auf seiner Reise hatte Benedikt XVI. Jordanien, Israel und die Palästinensergebiete besucht. Zu den Höhepunkten des achttägigen Besuchs zählten der Moscheebesuch in Amman, die Ehrung der jüdischen NS-Opfer in der Jerusalemer Gedenkstätte Jad Vaschem und ein Aufenthalt im palästinensischen Betlehem. An den heiligen Stätten und bei Treffen mit religiösen und politischen Führern in der Region rief der Papst zum interreligiösen Dialog und zum Frieden in Nahost auf. Zugleich ermutigte der die Christen, trotz widriger Umstände im Heiligen Land zu bleiben.

In der Grabeskirche, dem Ort der Kreuzigung und Auferstehung Jesu, verweilte der Papst länger als an jeder anderen heiligen Stätte während der Reise. Lange Zeit betete der 82-Jährige allein in der engen Kapelle des Heiligen Grabes. Abschließend entzündete er nach altem Pilgerbrauch eine Kerze. Bei einem Treffen mit dem griechisch-orthodoxen Patriarchen von Jerusalem, Theophilos III., mahnte er dazu, die Anstrengungen für eine vollständige Einheit der Christen zu verdoppeln. Angesichts der christlichen Botschaft der Versöhnung "empfinden wir die Schande unserer Trennung", so der Papst wörtlich.

Bilanz auf dem Rückflug

Auf dem Rückflug zog der Papst eine positive Reisebilanz. Der interreligiöse Dialog, die Ökumene und die Suche nach Frieden waren nach seinen Worten die stärksten Themen und Eindrücke seiner Heilig-Land-Reise. Er habe die Region als Pilger des Friedens besucht. Nun hoffe er, dass viele diesen Spuren folgten und so zur Einheit und zum Frieden unter den Völkern betrügen.

Er habe bei seiner Reise die vielen Schwierigkeiten gesehen, denen die Menschen im Heiligen Land ausgesetzt seien, sagte Benedikt XVI. in einem Grußwort an die mitreisenden Journalisten. Aber er habe auf allen Seiten auch einen tiefen Wunsch nach Frieden gefunden. Die Probleme und Konflikte lägen allenthalben offen, weniger sichtbar sei die Sehnsucht nach Frieden und Brüderlichkeit. "Wir müssen auch darüber sprechen und alle in dem Willen ermutigen, Lösungen zu finden - was freilich in dieser schwierigen Lage nicht einfach ist", führte der Papst aus.

Bei seinen Treffen mit Muslimen, Christen und Juden sei er auf eine entschiedene Bereitschaft zur Begegnung und zur Zusammenarbeit mit den anderen Religionen gestoßen, Als sehr ermutigend habe er das ökumenische Klima empfunden.

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  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDossier: Papst Benedikt XVI.

Text: Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
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