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24.05.2012
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Wallfahrt.

Bischof Felix Genn ist ein Kevelaer ein bekannter und beliebter Wallfahrer. Rechts neben Bischof Genn Domkapitular Stefan Zekorn, Rektor der Wallfahrt.

Zekorn über die Bedeutung der Wallfahrtsorte

In den Stätten der Gnade begegnen wir Gott intensiv

Bistum. Auf dem Weg in die Zukunft bleiben die Wallfahrtsorte wichtige Quellorte des Glaubens und der Kraft, sagt Wallfahrtsrektor Stefan Zekorn. Ausgehend von seinen Erfahrungen beschreibt er die Bedeutung der Wallfahrtsorte für den Glauben der Christen.

"Heute bin ich spontan nach Kevelaer gefahren. Bei uns gibt es im Moment in der Familie ziemliche Probleme, und ich stand sehr unter Strom. Ich kenne Kevelaer von der Motorradfahrerwallfahrt. Deshalb habe ich gedacht, ich fahre mal allein mit dem Motorrad nach Kevelaer. So habe ich mich heute Morgen aufgemacht. Um 10 Uhr war ich im Gottesdienst. Dann bin ich zum Gnadenbild gegangen und habe gebetet. Schon während des Gottesdienstes habe ich gespürt, wie ich langsam ruhig wurde. Als ich dann beim Gnadenbild war, hat mich ein tiefer Trost erfüllt. Nun bin ich wieder zu Hause und wollte Ihnen das einfach schreiben, weil ich so dankbar dafür bin."

Diese E-Mail, die vor einigen Monaten bei uns in der Wallfahrtsleitung ankam, macht deutlich, was unsere Wallfahrtsorte sind: Orte des Gebets, der Ruhe und des Trostes. Wie vor Jahrhunderten finden die Menschen an den Wallfahrtsorten leichter zu dem inneren Frieden, den Gott uns schenken will.

Warum das so ist? Das weiß vermutlich nur Gott selbst. Natürlich gibt es an vielen Wallfahrtsorten eine ruhige und geistliche Atmosphäre. Natürlich haben die Gnadenbilder in all ihrer Unterschiedlichkeit ihre Faszination. Natürlich tut allein der Tapetenwechsel des Unterwegsseins schon gut. Aber all das erklärt letztlich nicht, warum viele Tausende von Menschen an den Wallfahrtsorten etwas erleben, was sie so im Alltag und in ihrem Heimatort nicht finden.

Kevelaer ist als Wallfahrtsort auf einen göttlichen Auftrag hin entstanden. Ob dies nicht die tiefste Erklärung für unsere Frage ist? Dass Gott einfach möchte, dass wir ihm durch die Vermittlung der Heiligen an besonderen Orten besonders intensiv begegnen können? Vielleicht sind Wallfahrtsorte am besten als eine "Fortsetzung" der Menschwerdung Gottes zu verstehen. Gott begegnet uns Menschen auf menschliche Weise. So geschieht es in den Sakramenten. Und in anderer Weise ereignet sich dies auch an besonderen Orten. Wir brauchen solche "Verdichtungen" der Gegenwart Gottes außerhalb unseres Alltags.

"Wenn ich nach Kevelaer gehe, dann ist das der beste Urlaub für die Seele!" Diese Äußerung einer Fußpilgerin bringt die Erfahrung vieler Menschen ins Wort. Die Erfahrung von Menschen, die intensiv aus dem Glauben leben, und die Erfahrung von Menschen, die sich mit dem Glauben eher schwer tun. Es ist die Erfahrung von Menschen aller Lebensalter, darunter erstaunlich vieler junger Menschen.

Katholiken und Protestanten, aus der Kirche Ausgetretene und Mitglieder anderer Religionen, Niederländer, Belgier, Luxemburger und Deutsche – alle fühlen sich am größten Wallfahrtsort nördlich des Mains vom Gnadenbild angezogen, alle finden Worte des Gebets, und viele von ihnen werden in ihren Anliegen erhört.

So sind Kevelaer und die anderen Wallfahrtsorte gerade in einer zunehmend säkularisierten Gesellschaft Oasen des Glaubens für viele: Die traditionelle Weise der Fußwallfahrt spricht gerade viele junge Leute an. So scheint es mir auch für unser Bistum wichtig, diese Form der Wallfahrt intensiver zu pflegen.

Wer sich mit jungen Menschen auf Wallfahrt begibt, kann erfahren, wie sehr sich viele von ihnen auf dem Pilgerweg für den Glauben öffnen. In unseren Pfarreien spielt die Beichte fast keine Rolle.

Wir erfahren in Kevelaer, wie sich Menschen am Wallfahrtsort dem Sakrament zuwenden und welche Wohltat es für sie ist. Viele erleben in den Pfarrgemeinden Gottesdienste mit immer geringer werdenden Besucherzahlen. An den Wallfahrtsorten wird dagegen Kirche in ihrer Vielfalt, Größe und Internationalität erlebbar. Fernstehende tun sich verständlicherweise oft schwer, ihren Glauben in ihren Heimatkirchen auszudrücken. Dort wird man erkannt und vielleicht verwundert angeschaut. Unter vielen anderen Pilgern ist es wesentlich einfacher, selbst zu beten und eine Kerze anzuzünden. Ja, die übrigen Pilger verleihen dem eigenen Glauben geradezu "Flügel". Auf dem Weg in die Zukunft bleiben die Wallfahrtsorte deshalb wichtige Quellorte des Glaubens und der Kraft, die Gott schenkt.

Es ist schön zu wissen, dass unser neuer Bischof Felix Genn gern auf Wallfahrt geht. Schon oft ist er zum Beispiel zu Fuß nach Kevelaer gepilgert. Vielen Menschen wird er in den kommenden Jahren in den 23 Wallfahrtsorten unseres Bistums begegnen. Dies ist ein schöner Ausdruck dafür, dass wir als Kirche von Münster mit unserem Bischof Felix gemeinsam auf dem Weg sind zu dem Ziel, das Christus ist.

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Text: in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben | Foto: Tim Kempen in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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