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24.05.2012
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Geburtskirche.

Der Stern in der Geburtskirche in Betlehem, wo auch Papst Benedikt XVI. betete. markiert die Stelle der Geburt Jesu.

Papst Benedikt XVI. besucht Betlehem

Für Palästinenserstaat und gegen die Mauer

Betlehem. Bei seinem Besuch in Betlehem am Mittwoch (13.05.2009) hat sich Papst Benedikt XVI. für einen eigenständigen Palästinenserstaat ausgesprochen. Zudem verurteilte er die Trennmauer durch das Heilige Land deutlich. Den Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas rief das Kirchenoberhaupt zu neuen Friedensverhandlungen mit Israel auf der Basis gegenseitiger Anerkennung auf. Die Christen im Heiligen Land ermutigte er zum Bleiben.

Der Heilige Stuhl unterstütze das Recht des palästinensischen Volks auf eine eigenständige Heimat im Land seiner Vorfahren und innerhalb von international anerkannten Grenzen, sagte der Papst bei seinem Empfang in Betlehem durch Abbas. Es gelte, die "Flamme der Hoffnung" zu nähren, "dass ein Weg gefunden werden kann, die legitimen Ansprüche beider Seiten zu erfüllen, der Israelis und der Palästinenser".

"Geist des Respekts"

Ein gerechtes und friedliches Zusammenleben könne nur "durch einen Geist der Zusammenarbeit und des gegenseitigen Respekts" erreicht werden, sagte der Papst. Alle Parteien müssten ihre Ressentiments überwinden. Zugleich mahnte Benedikt XVI. die internationale Staatengemeinschaft zur Verantwortung für eine Friedenslösung. Mit Blick auf die Kriegszerstörungen in Gaza bekundete er seine Hoffnung auf einen raschen Wiederaufbau. Bei einer anschließenden Messe auf dem Krippenplatz sprach der Papst den Menschen noch einmal besonders Mut zu und forderte eine baldige Aufhebung des Embargos.

Die Christen ermutigte Benedikt XVI., trotz aller Widrigkeiten im Heiligen Land zu bleiben. Sie sollten eine Brücke des Dialogs und der Zusammenarbeit beim Aufbau einer Kultur des Friedens sein. Nur so könne es einen Weg aus der "gegenwärtig festgefahrenen Lage von Furcht und Aggression" geben. Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, nannte die israelische Sperrmauer als eine Ursache für die Abwanderung palästinensischer Christen.

Besuch im Flüchtlingslager

Auch Benedikt XVI. verurteilte den Bau des Bollwerks deutlich. Bei seinem Besuch in einem palästinensischen Flüchtlingslager sprach er am Nachmittag von einem "öden Mahnmal für das Patt, in das die Beziehungen zwischen Israelis und Palästinensern geraten zu sein scheint". In einer Welt, in der sich immer mehr Grenzen öffneten, sei es tragisch zu sehen, dass neue Mauern errichtet würden. Er bete eindringlich für das Ende der Feindseligkeiten, die den Bau verursacht hätten.

"Auf beiden Seiten der Mauer bedarf es großen Mutes, wenn es darum geht, Furcht und Misstrauen zu überwinden, um dem Drang zur Vergeltung für Verlust und Verletzungen zu widerstehen", sagte Benedikt XVI. Er mahnte beide Seiten zu einem Entgegenkommen ohne Vorleistungen. Die ganze Welt ersehne den Frieden, der den ständigen Kämpfen ein Ende setze. An die internationale Gemeinschaft appellierte der Papst, ihren Einfluss für eine gerechte und dauerhafte Friedenslösung geltend zu machen.

Kritik der Behörden

Israelische Behörden kritisierten unterdessen, dass der Papst entgegen vorheriger Absprachen von einer Tribüne direkt an der Sperrmauer gesprochen habe. Um den Ort der Papstrede hatte es im Vorfeld Streit gegeben. Das Militär hatte Einspruch gegen den Bau der Tribüne eingelegt, da sich der Streifen entlang der Sperrmauer auf von Israel verwaltetem Gebiet befindet und keine Genehmigung für die Arbeiten eingeholt worden war.Am Nachmittag besuchte der Papst außerdem das Caritas-Baby-Hospital in Betlehem. Die einzige Kinderklinik im Westjordanland versorgt jährlich rund 30.000 Kinder unabhängig von Staats- oder Religionszugehörigkeit. Benedikt XVI. widmete den kleinen Patienten wesentlich mehr Zeit als vom Protokoll vorgesehen. Beim Gang durch die Stationen nahm er Kleinkinder auf den Arm, herzte und segnete sie. Zwei Kinder schenkten ihm eine traditionelle Betlehemer Krippe aus Olivenholz.Der Papst würdigte die Klinik als "Oase des Friedens für die Schutzlosesten". Sie habe "als Leitstern der Hoffnung gezeigt, dass Liebe über Hass und Friede über Gewalt siegen kann". Begrüßt wurde das Kirchenoberhaupt bei seinem Besuch vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, und seinem Schweizer Amtskollegen, Bischof Kurt Koch. Träger des Hospitals ist der Verein "Kinderhilfe Betlehem"; finanziert wird es zu wesentlichen Teilen durch deutsche und schweizerische Katholiken.

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Text: Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH | Foto: Michael Bönte
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